Matchbox Blues Band in Rheinhessen, 25. Juni 2017

Matchbox Bluesband - Photo: Mümpfer

Die Zuhö­rer wipp­ten mit den Füßen und nick­ten mit den Köp­fen zum mit­rei­ßen­den Takt des erdi­gen Blues und rocki­gen Rhyth­men der Frank­fur­ter „Match­box Blues­band“. Die Kul­tur­in­itia­ti­ve Jugenheim in Rhein­hes­sen hat­te zum „Blues-Brunch“ ein­ge­la­den. Das lan­ge Open-Air-Kon­zert war für die Musi­ker wie für die Kul­tur­in­itia­ti­ve ein vol­ler Erfolg.

Seit mehr als 35 Jah­ren exis­tiert die Frank­fur­ter Band um den Blues-Harp-Spie­ler, Gitar­ris­ten und Sän­ger Klaus „Mojo“ Kili­an. Das Quar­tett mit dem Band­lea­der, dem Gitar­ris­ten Bernd Simon, dem Schlag­zeu­ger Tho­mas Fröm­ming und dem Bas­sis­ten Kevin Duver­nay prä­sen­tier­te  den tra­di­tio­nel­len Blues aus Chi­ca­go und der Mis­sis­sip­pi-Regi­on, den rocki­gen Rhythm & Blues sowie inten­si­ven Soul in allen Spiel­ar­ten. Die lang­jäh­ri­ge Sta­bi­li­tät der Beset­zung hat zu einem homo­ge­nen Grup­pen­so­und geführt, der glei­cher­ma­ßen indi­vi­du­ell und mit­rei­ßend ist. Die „Match­box Blues Band“ ver­tritt die auf­rüt­teln­de Musik der Far­bi­gen authen­tisch.

Die Zuschau­er belach­ten die humo­ri­gen Tex­te des Harp-Spie­lers, der vom Bofrost-Man mit sei­nem „fresh-coo­ked food“ und dem Bauknecht-Sperr­müll sang. Mit spon­ta­nem Sze­nen­ap­plaus belohn­te das Publi­kum das per­kus­si­ve Spiel Kili­ans auf der Harp und des­sen glis­sando­haf­ten Bot­t­len­eck-Läu­fe auf den Sai­ten sowie die aus­ge­feil­ten Soli des Gitar­ris­ten Bernd Simon. Als „Down Home Per­co­la­tors“ haben Kili­an und Simon jene Erfah­run­gen gesam­melt, mit denen sie beim akus­ti­schen Spiel die Zuhö­rer begeis­ter­ten. Zurück zu den Wur­zeln des Blues kehr­te das Duo mit „On the top of the world“ der Mis­sis­sip­pi Sheiks, die zwi­schen 1928 und 1935 den Blues pfleg­ten. Ihr bekann­tes­tes Stück avan­cier­te um Blues-Klas­si­ker, der How­lin» Wolf eben­so fas­zi­nier­te wie Bob Dyl­an.

Ob akus­tisch mit Simons Fin­ger­pi­cking oder elek­trisch mit span­nen­den Bass-Lini­en, die Frank­fur­ter Musi­ker blie­ben dem Blues und sei­nen Spiel­ar­ten treu. Mit „Tri­bu­tes“ erin­ner­te die „Match­Box Blues Band“ an Loui­sia­na Red, der lan­ge Zeit in Han­no­ver leb­te. „Mit sei­nem „ Ride on“ ehr­te die For­ma­ti­on das gro­ße Vor­bild – wie schon in ver­gan­ge­nen Herbst, als Klaus Mojo Kili­an mit dem begehr­ten Lahn­stei­ner Fes­ti­val-Preis „Blues Lou­is“ geehrt wur­de. „May­bel­lene“ stammt von dem Pio­nier des Rock´n Roll und Erfin­der des „Duck­walks“, Chuck Ber­ry, den Kili­an als wich­tigs­ten Inspi­ra­tor in den Zei­ten sei­nes Beginns als Blues-Musi­ker nann­te. Nur weni­ge Tage vor Ber­ry starb im März die­ses Jah­res der Blues-Harp-Spie­ler James Cot­ton, an den die Band eben­falls erin­ner­te oder an den Mund­har­mo­ni­ka-Spie­ler Juni­or Wells, des­sen Del­ta-Blues-Kom­po­si­ti­on „Come on in this house“ das Publi­kum zu Begeis­te­rungs­stür­men hin­riss. Wells hat­te unter ande­rem mit Mud­dy Waters – dem die Band auch eine Kom­po­si­ti­on wid­me­te – und den Rol­ling Stones gespielt.

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