Jazz Zitate / Jazzquotes

Muhal Richard Abrams

Eine gan­ze Men­ge Musi­ker, die abso­lut kom­mer­zi­el­le Musik spie­len, haben nicht so ange­fan­gen. Unter den Musi­kern, die hier zehn oder fünf­zehn Jah­re dabei sind, wirst du kei­nen, fin­den, der nicht schon ein­mal ernst­haft dar­an gedacht hät­te, ins kom­mer­zi­el­le Lager zu wech­seln. Die, die das getan haben, waren wohl der Mei­nung, sie hät­ten es ver­dient, nach all den schwe­ren Jah­ren…

Geor­ge Adams

„Manch­mal mei­ne ich fast selbst, dass ich gar kein Horn bla­se, ich bil­de mir ein, ich sin­ge”

Rashied Ali

Mir gefällt alles mög­li­che an Musik. Ich spie­le auch alles und es macht mir Spaß. Es ist mir egal, ob es Rock’n’Roll oder Bebop oder indi­sche Musik ist. Solan­ge ich mein Schlag­zeug spie­len kann, bin ich glück­lich und zufrie­den.

Miles Davis über Lou­is Arm­strong

„You can’t play not­hing on modern trum­pet that doe­s­n’t come from him , not even modern shit. I can’t even remem­ber a time when he sound­ed bad play­ing the trum­pet. Never. Not even one time. He had gre­at fee­ling up in his play­ing and he always play­ed on the beat. I just loved the way he play­ed and sang.”

Albert Ayler, 1965

„Es ist spät gewor­den für die Welt. Und wenn es mir gelingt, Leu­te zu neu­en Ebe­nen des Frie­dens und des Ver­ste­hens zu erhe­ben, so den­ke ich, daß mein Leben als spi­ri­tu­el­ler Künst­ler lebens­wert gewe­sen ist.”

Derek Bai­ley

„Wenn ein Typ auf­hört zu impro­vi­sie­ren und Musik schrei­ben möch­te, früh am Mor­gen, vor einem brei­ten Fens­ter, das den Blick auf einen wun­der­schö­nen Park frei­gibt – ich kann das abso­lut ver­ste­hen, es muß ein wun­der­ba­res Leben sein, und nicht nur das. Es gibt kei­nen bes­se­ren Weg, im Musik­ge­schäft Geld zu ver­die­nen. Es ist eine net­te Tätig­keit, vor allem im Win­ter – aber ich kapie­re nicht, war­um sie der Impro­vi­sa­ti­on dann noch einen Tritt ver­set­zen müs­sen.”

Djan­go Bates

„Mei­ne Musik steht in Bezie­hung zu heu­ti­gen Vor­gän­gen. Ich ver­ste­he, daß man­che Leu­te lie­ber eine Rei­se in die Ver­gan­gen­heit machen. Wir wol­len uns mit der Geschwin­dig­keit der heu­ti­gen Zeit bewe­gen.”

Art Bla­key

„Ich bin kein Heuch­ler, ich mache Feh­ler auf der Büh­ne. Und mei­ne Feh­ler sind laut. Aber das ist der Spaß an der Musik. Man lernt.”

Arthur Bly­the

 „Was immer ich spie­le, in mei­nem Kopf höre ich auch unauf­hör­lich die Tra­di­ti­on mit­sum­men.”

Ste­fa­no Bolla­ni

„Ich betre­te die Brü­cke in dem Moment, in dem ich sie ent­wer­fe.”

Les­ter Bowie, 1972

„Ich las die Geschich­te, wie Lou­is Arm­strong zur Band King Oli­vers kam, und daher spiel­te ich beim Üben immer aus dem Fens­ter her­aus, in der Hoff­nung daß Lou­is Arm­strong vor­bei­kom­men wür­de und mich für sei­ne Grup­pe enga­gie­ren wür­de.”

Peter Brötz­mann

„Ich bin nicht das, was Sie einen <guten Tech­ni­ker> nen­nen wür­den. Für mich ist die an Kon­ser­va­to­ri­en ver­mit­tel­te Tech­nik Schei­ße. Um Musik wie unse­re zu machen, müs­sen sie erst Ihre eige­ne Tech­nie ent­wi­ckeln und dann ihre eige­ne Musik machen. Das Ziel unse­rer Musik ist nicht, <rich­tig> oder <falsch> zu spie­len. Das bedeu­tet nichts. Was wirk­lich zählt, ist zu wis­sen, was man spielt.”

Mari­on Brown über die Auf­nah­men zu Ascen­si­on

„Wir mach­ten 2 Takes, und bei­de hat­ten das gewis­se Etwas. Die Leu­te im Stu­dio *schrien*”

Don Byron

„Was nun am Lin­coln Cen­ter in Sachen Jazz pas­siert ist mit dem ver­gleich­bar, was die New Yor­ker Phil­har­mo­ni­ker machen. Sie spie­len ein Leben lang die Musik, die sie in der Schu­le gelernt haben, statt etwas neu­es zu spie­len. Wyn­ton fällt dort also nicht unan­ge­nehm auf. Was heu­te in die­sen Insti­tu­tio­nen vor­geht, ist der Ver­such, Jazz zu einer klas­si­schen Musik zu degra­die­ren. Das könn­te schei­tern, es muß nicht, aber hof­fen wir’s.”

John Cage, 1975

Ich glau­be jedoch, dass der eigent­li­che Mut, Mög­lich­kei­ten der klang­li­chen Gestal­tung unab­hän­gig ihrer Kon­se­quen­zen zu erfor­schen eher im Wesen der E‑Musik liegt als im Wesen des Jazz. Denn um ihren Lebens­un­ter­halt zu ver­die­nen, sind die Jazz­mu­si­ker vom Geschmack des Publi­kums abhän­gig.

Euge­ne Chad­bourne

„I play music that I mys­elf would like to hear at a con­cert. Sin­ce nobo­dy else makes this kind of music, I play it mys­elf.”

Don Cher­ry über The­lo­nious Monk

„Das war 1961…Monk besuch­te uns für drei Tage in der Woh­nung mei­ner Mut­ter in Watts. Mei­ne Mut­ter war sehr erstaunt über Monk und frag­te mich, ob er ver­rückt sei. Aber ich konn­te sie beru­hi­gen und sag­te ihr, daß die New Yor­ker nun mal so sind. Dau­ernd war er am Tan­zen und dann ging er in den Laden an der Ecke und kauf­te zehn Packun­gen Oran­gen­saft und zehn mit Milch.”

Ornet­te Cole­man

„Das Bes­te, was Schwar­ze über Ihre See­le gesagt haben, haben sie auf dem Tenor­sa­xo­phon gesagt.”

Über sei­ne Anfangs­zeit als Musi­ker

„Die meis­ten Musi­ker woll­ten nichts von mir wis­sen. Sie sag­ten, ich wür­de die Akkor­de nicht ken­nen und hät­te kei­ne gute Into­na­ti­on”

„Ich weiß noch, daß ich dach­te, daß die ers­ten Buch­sta­ben des Alpha­bets auch die ers­ten sie­ben Töne in der Musik wären, ABCDEFG.”

„Wenn du mor­gens auf­stehst, mußt du dich zuerst anzie­hen, bevor du hin­aus­ge­hen und dei­nen Tag leben kannst. Aber dei­ne Klei­dung sagt dir nicht, wohin du gehen kannst, sie geht dort­hin, wo du hin gehst. Eine Melo­die ist wie dei­ne Klei­dung.”

„I have often read cri­ti­cal pie­ces whe­re the cri­tic said that what the com­po­ser was try­ing to do did­n’t come off. I have won­de­red what the cri­tic meant if he did­n’t know what the com­po­ser was try­ing to do.”

„Ich glau­be, daß die Musik eines Tages sehr viel frei­er sein wird. Dann wird man bei­spiels­wei­se das Sche­ma einer Melo­die ver­ges­sen, und die Melo­die selbst wird das Sche­ma wer­den und muß nicht mehr in kon­ven­tio­nel­le Ras­ter gezwängt wer­den. Die Erschaf­fung von Musik ist etwas genau­so Natür­li­ches wie das Atmen. Ich glau­be, daß Musik wirk­lich etwas frei­es ist und daß man sich an ihr erfreu­en soll­te, egal auf wel­che Wei­se.”

John Col­tra­ne, 1960

Zu die­ser Zeit (1958) streb­te ich nach einem weit aus­ho­len­dem Sound…die Ten­denz war, die zu einem Akkord gehö­ri­gen Ska­len ganz aus­zu­spie­len. Also wur­den die meis­tens schnell gespielt und klan­gen manch­mal wie Glissandi…Ich dach­te in Ton­grup­pen, nicht in ein­zel­nen Tönen. Ich pro­bier­te, die­se Grup­pen auf den Akzen­ten zu pla­zie­ren und die star­ken Takt­schlä­ge zu betonen…Ich kon­stru­ier­te also eine Linie und hob man­che Töne her­vor – eine lan­ge Linie mit eini­gen herau­ge­ho­be­nen Akzen­ten im Zug der Bewe­gung…

Tomasz Stań­ko

“What I basi­cal­ly do all the time is impro­vi­sing. I hate figh­t­ing but I am often forced to. I know ever­y­bo­dy is, becau­se rival­ry is what gives huma­ni­ty its foun­da­ti­on and I don’t want to be jud­ge­men­tal about it. Some­ti­mes it seems that it jus­ti­fies our exis­tence. We are, becau­se rival­ry cau­ses natu­ral selec­tion; we beco­me fas­ter, bet­ter.

When I have no choice, I take my hat­chet and fuck­ing beat up ever­y­bo­dy around but I don’t like it. I pre­fer to step asi­de, to go around ins­tead of attacking front­al­ly. I use coin­ci­dence. When some­thing blocks my path I start impro­vi­sing on how to skirt it round and I usual­ly find the solu­ti­on that I would have never came up with if I had fought. Just like using my own mista­kes.

Stan­ley Crouch über Miles Davis

„Miles Davis hat sich aus­ver­kauft. Er wur­de zum Ver­rä­ter. Mit und seit <Bit­ches Brew> hat er den Jazz an den Pop­markt ver­ra­ten. Er wur­de zum Kol­la­bo­ra­teur, zum Wald­heim des Jazz – bis zum bit­te­ren Ende.”

Miles Davis

„Und je älter ich wer­de, des­to stär­ker ver­mis­se ich die, die gestor­ben sind: Monk, Min­gus, Fred­die Webs­ter und Fat Girl. Wenn ich an sie den­ke, könn­te ich ver­rückt wer­den, des­halb ver­su­che ich es zu ver­mei­den. Aber ihre Geis­ter sind in mir, also leben sie noch und tei­len sich durch mich ande­ren mit. Alles, was ich von ihnen gelernt habe, steckt in mir. Musik hat was mit Spi­ri­tua­li­tät, mit Geist und Gefühl zu tun. Und für mich lebt ihre Musik noch, ver­stehst du? Was wir gemein­sam gespielt haben, das muß irgend­wo in der Luft schwe­ben, denn dort­hin haben wir’s gebla­sen.”

„Mann, es macht mich wahn­sin­nig, wenn ich ein Stück Musik ver­ges­se und ich mich unbe­dingt dar­an erin­nern will. Ich bin davon beses­sen, gehe ins Bett, den­ke dar­über nach, ste­he auf und den­ke immer noch dar­über nach. Es ver­schwin­det nie. Und ich bin glück­lich, daß mir die­se Gabe geblie­ben ist; ich füh­le mich wirk­lich geseg­net. Ich spü­re eine gewal­ti­ge Krea­ti­vi­tät in mir, und ich habe das Gefühl, als ob ich immer stär­ker wer­de.”

Über Dizzy Gil­le­spie

 „He could teach any­bo­dy, but me. No man … the shit was going too fast.”

Paul Des­mond

„Ich möch­te Saxo­phon spie­len, aber ohne hin­ein­zu­bla­sen!”

Duke Elling­ton

 „The music has beco­me so inte­gra­ted you can’t tell one part from the other so far as color is con­cer­ned.”

„It Don­t’t Mean A Thing It It Ain’t Got That Swing”

Duke Elling­ton über Count Basie

„Jede Nacht stell­te ich mich auf die gegen­über­lie­gen­de Stra­ßen­sei­te und hör­te zu, wie Count Basie los­ging. Es war wun­der­bar.”

„I don’t need time. What I need is a dead­line!”

„I’m sure cri­tics have their pur­po­se, and they’­re sup­po­sed to do what they do, but some­ti­mes they get a litt­le car­ri­ed away with what they think someo­ne should have done, rather than con­cer­ning them­sel­ves with what he did.”

Pierre Fav­re

Afri­ka hat mich gelehrt, mei­ne Ein­ge­wei­de zu lie­ben und damit mei­ner Spal­tung in oben und unten zu begeg­nen.

Fred Frith

„Ich leh­ne die Unter­schei­dung zwi­schen Musik und Geräusch völ­lig ab, weil ich sie als unna­tür­lich emp­fin­de.”

„Eine Aus­sa­ge, die sich dem Zuhö­rer mit­teilt, kann man erfin­den, indem man einen Zie­gel­stein auf eine Gitar­re fal­len läßt. Oder Bach spielt. Zwi­schen bei­den For­men mache ich kei­nen Unter­schied.”

„…what’s always exci­ting is when you hear some­thing ama­zing when you least expec­ted it. Every now and then I’ll hear some­thing for the first time that forces me to re-exami­ne my frames of refe­rence, and re-con­si­der musi­cal para­me­ters in gene­ral, and that’s won­der­ful . And what’s even more won­der­ful in a way, is when you hear some­thing that you know, and alrea­dy think you have an opi­ni­on about, and then sud­den­ly dis­co­ver that it isn’t what you thought it was, but some­thing qui­te dif­fe­rent, which makes it just as sur­pri­sing as if you’d never heard it befo­re. That’s REALLY gre­at!”

„I was never a huge fan of the tota­li­ty of the Dead (much as I respect the­re way of working), but I loved (and still love) Anthem to the Sun, which is I think a tru­ly remar­kab­le and pionee­ring pie­ce of work from any per­spec­tive – stu­dio, musi­ci­anship, flow, mys­te­ry.… This record had a big impact on me when I was a stu­dent (in the for­ma­ti­ve days of the Cow) and what’s inte­res­ting to me now is that it clear­ly found it’s way into my play­ing in a way that the peop­le I respec­ted intel­lec­tual­ly (like Zap­pa and the Soft Machi­ne) did­n’t. I think peop­le should take more account of the effect that The Dead and the Pink Floyd had on rock music in the end of the 60’s, becau­se they were gre­at, rock IMPROVISERS, and that was in its­elf a revo­lu­ti­on – not Stock­hau­sen, not jazz, but ROCK impro­vi­sa­ti­on. In that sen­se I think a group like Mas­sa­cre, which was all about rock impro­vi­sing, and which super­fi­ci­al­ly began as a respon­se to the short forms and high ener­gy of punk, stands at a cross­roads bet­ween the Life­time of »Emer­gen­cy« (still one of my all time favou­rite records) and the expe­ri­ence of watching the Dead or the Floyd live at the end of the 60’s. Becau­se both groups (Floyd and Dead) went on to so many other things (not always inte­res­ting to me I must say) this ear­ly radi­cal peri­od is often over­loo­ked.”

Bill Fri­sell

„I’m basi­cal­ly a pret­ty shy per­son and I don’t dance or get into fights. But the­re are all the­se things insi­de me that get out when I per­form. It’s like a real world when I play, here I can do all the things that I can’t do in real life.”

Jan Gaba­rek

„Es gibt Leu­te, die Jazz pri­mi­tiv und dritt­klas­sig fin­den; ihnen gegen­über muß ich ihn ver­tei­di­gen. Tat­sa­che ist, daß alle Musik ihrem Ursprung nach pri­mitv ist, denn sie ging aus der Volks­mu­sik her­vor, die ja not­wen­dig ein­fach und natur­haft ist. Was ist schließ­lich ein Haydn-Menu­ett oder Beet­ho­ven-Scher­zo ande­res als ver­edel­ter länd­li­cher deut­scher Tanz? ”

über Stan Getz (Hans-Jür­gen Schaal)

„Saxo­pho­nist mit dem Ton einer schläf­ri­gen Hum­mel…”

Dizzy Gil­le­spie

„I know all the Latin-Ame­ri­can rhythms qui­te well, but I don’t play them exac­t­ly like they do in their own coun­try – I add my per­so­nal touch.”

Eugen Hahn (Betrei­ber des Jazz­kel­lers Frank­furt)

 „Eine Sitz­rei­he in einem städ­ti­schen Haus wie der Alten Oper ver­fügt pro Abend über eine höhe­re finan­zi­el­le Unter­stüt­zung, als unser welt­be­rühm­ter Kon­zert­klub mit Top Musi­kern pro Jahr aus­ge­ben kann“

Franz Hautz­in­ger

…wir wis­sen auch: die Kunst und die Musik und die Tie­fe und den Spi­rit, das kann man nicht ler­nen. „Cool“ kann man nicht ler­nen.

Bil­lie Holi­day

„I never sing a song the same way twice.”

„Bei Basie hat­ten wir jedoch etwas, an das kein noch so teu­res Arran­ge­ment ran­kom­men konn­te. Die Musi­ker kamen rein, jemand summ­te eine Melo­die, dann spiel­te jemand es ein oder zwei­mal auf dem Kla­vier, dann kam ein Riff dazu, dort ein Ba-Deep, da ein Ba-Dop. Dann klim­per­te Dad­dy Basie ein biß­chen damit rum und dann lief die Sache.”

Elvin Jones

„If there’s any such thing as a per­fect man, I think John Col­tra­ne was one. And I think that kind of per­fec­tion has to come from a grea­ter force than the­re is here on earth.”

Rah­sa­an Roland Kirk

When I die I want them to play the BLACK AND CRAZY BLUES, I want to be crema­ted, put in a bag of pot and I want beau­ti­ful peop­le to smo­ke me and hope they got some­thing out of it.

Vol­ker Krie­gel

Jazz vom Zet­tel ist voll Grüt­ze.

Franz Kogl­mann

 „Es gibt heu­te kaum noch Musi­ker mit einer per­sön­li­chen Klang­fär­bung, einem eige­nen Sound. Wie bei Elling­ton. Wir leben heu­te im Zeit­al­ter der Aka­de­mi­sie­rung des Jazz, wo alle mehr oder weni­ger gleich klin­gen. Mei­ne per­sön­li­che Mei­nung ist, daß die Ent­wick­lung des Jazz mehr oder weni­ger abge­schlos­sen ist. Das heißt nicht, daß es in der Zukunft kei­nen Jazz mehr geben wird. Er wird par­ti­kel­wei­se wei­ter exis­tie­ren, kom­bi­niert mit Ele­men­ten der klas­sisch-euro­päi­schen Musik, even­tu­ell auch mit Ele­men­ten ver­schie­dens­ter Folk­lo­ren. Die Jazz-Geschich­te ist so abge­schlos­sen wie die Geschich­te der abend­län­di­schen Musik von der Früh­to­na­li­tät bis zur Ato­na­li­tät. Die­se hat der Jazz sehr schnell nach­voll­zo­gen. Jetzt sind sie bei­de auf dem glei­chen Stand. Und wo geht’s jetzt hin?”

Shei­la Jor­dan

„…Char­lie Par­ker, who was my Guru, and who was the rea­son I sing Jazz. I loved Char­lie Par­ker, I loved his music and he beca­me a dear fri­end of mine – and I mar­ried his pia­no play­er. That’s one way to get clo­se to Bird’s music!”

Ste­ve Lacy

„Let’s call it spi­rit, becau­se to me, the­re is spi­rit in a reed. It’s a living thing, a reed, real­ly, and it does con­tain spi­rit of a sort. And they say the­se are­as make sound when the wind comes. It’s real­ly an anci­ent vibra­ti­on.”

„Für mich muß Musik immer dort befin­den – auf der Kan­te, zwi­schen dem Bekann­ten und dem Unbe­kann­ten. Und man muß sie stän­dig ins Unbe­kann­te vor­an­trei­ben, sonst ver­küm­mert sie und man selbst auch.”

„Ich ver­su­che, mich auf den Rhyth­mus zu kon­zen­trie­ren, der das wich­tigs­te Ele­ment in einem Solo­kon­zert ist. In ande­ren Wor­ten, Rhyth­mus ist für mich die Fra­ge, wenn man etwas gespielt hat, was man dann als nächs­tes spielt, und die Distanz zwi­schen bei­den Klang­er­eig­nis­sen, die Pro­por­tio­nen. Der Rhyth­mus ist das Schwie­rigs­te in Solo­kon­zer­ten – und auch der Klang, denn in Solo­kon­zer­ten geht es um den Klang und die Abwe­sen­heit von Klang; das ist alles, was man bei Solo­auf­trit­ten hat.”

„In com­po­si­ti­on you have all the time you want to deci­de what to say in 15 seconds, in improv you have 15 seconds.”

Joe Lova­no

„Es gibt kei­ner­lei Bedarf, den Jazz­be­griff zu defi­nie­ren. Jazz ist längst defi­niert – auf Schall­plat­ten. Die Musik hat längst gesagt, was mit Wor­ten nicht gelingt. Die Zukunft des Jazz wird ganz gewiß nicht in der Wie­der­ho­lung der Ver­gan­gen­heit lie­gen. Wer impro­vi­sie­ren will, muß tief gra­ben. Und vie­ler­lei Erfah­run­gen machen. Wer nur eine Plat­te kennt, und ein Leben lang wie die­se klingt hat eine Men­ge ver­säumt.”

Albert Man­gel­dorff, 1993

Für mich war und ist der Free Jazz die logi­sche Kon­se­quenz in der Ent­wick­lung des Jazz. Frei, frei­er, am frei­es­ten. Frei auch von Dog­men, er kann ato­nal sein, tonal, har­mo­nisch, nicht har­mo­nisch. Auch Kako­pho­nie ist ein musi­ka­li­sches Aus­drucks­mit­tel. Ich den­ke, erst wenn man spon­tan alle Mög­lich­kei­ten nut­zen kann, ist man wirk­lich frei. Ich möch­te den Free Jazz auch heu­te nicht mis­sen. Nur möch­te ich mich nicht in ein Ghet­to bege­ben, son­dern alle Mög­lich­kei­ten, die heut­zu­ta­ge der Jazz bie­tet, nut­zen.

Vie­le Begeg­nun­gen sind auch inso­fern unbe­frie­di­gend ver­lau­fen, als es nicht ges­wingt hat. Der Swing ist nun mal ein Wesens­ele­ment des Jazz, und dies­be­züg­lich hat es beim Free Jazz sehr oft geha­pert. … Irgend­wann sag­te ich mir: Also wenn Free Jazz, dann muß es swin­gen. Die­se Hal­tung habe ich auch inner­halb des Glo­be Unity Orches­tra, und zwar nicht nur auf der Büh­ne son­dern in Dis­kus­sio­nen, immer wie­der ver­tre­ten. Ich den­ke da nicht an 1–2‑3–4, ich den­ke an rhyth­mi­sche Span­nun­gen inner­halb von Abläu­fen.

Albert Man­gels­dorff, 1993

Zum Bei­spiel Heinz Sau­er, den ich immer, aber heu­te ganz spe­zi­ell, für einen der aller­größ­ten Saxo­pho­nis­ten hal­te. Auch was er als Kom­po­nist leis­tet, die­se Ori­gi­na­li­tät ist ein­fach groß­ar­tig.

Albert Man­gels­dorff, 1963

Nach der Rück­kehr von einer Tour im Auf­trag des Goe­the-Insiti­tuts durch Asi­en, Fra­ge eines Repor­ters:

„Herr Man­gels­dorff, sie haben mit dem thai­län­di­schen König Bhu­mi­pol gespielt. Wie spielt der König Saxo­phon?”

„Also für’n König ganz gut”

Pat Methe­ny

„I have to admit that more and more late­ly, the who­le idea of jazz as an idi­om is one that I’ve com­ple­te­ly rejec­ted. I just don’t see it as an idio­ma­tic thing any more…To me, if jazz is anything, it’s a pro­cess, and may­be a verb, but it’s not a thing. It’s a form that demands that you bring to it things athat are valu­able to you, that are per­so­nal to you.That, for me, is a pret­ty serious dis­tinc­tion that doe­s­n’t have anything to do with blues, or swing, or any of the­se other things that tend to be listed as essen­ti­als in order for music to be jazz with a capi­tal J.”

„My first rela­ti­ons­hip to any kind of musi­cal situa­ti­on is as a lis­tener.”

Min­gus, 1955

„Just becau­se I’m play­ing jazz I don’t for­get about me. I play or wri­te me the way I feel through jazz, or wha­te­ver. Music is, or was, a lan­guage of the emo­ti­ons.”

The­lo­nious Monk, 1959

„I say, play your own way. Don’t play what the public want – you play what you want and let the public pick up on what you doing – even if it does take them fif­te­en, twen­ty years…

John Col­tra­ne über Monk, 1955

„Wenn ein Musi­ker einen klei­nen Fun­ken der Inspi­ra­ti­on braucht, einen Impuls, dann muß er nur in der Nähe Monks sein, und Monk wird ihn ihm geben.”

David Mur­ray, 1996

„I sat up lis­ten­ing to Geor­ge But­ler tell me one year that he’s brin­ging out 200 albums, and all of »em are from peop­le who are dead. And tha­t’ll real­ly make jazz go on? That’s some real­ly dumb shit. Fuc­k­in« macabre necro­phi­lia or some shit. And then he’s going to put out the Mar­sa­lis boys. There’s some dead guys again.….”

»I love stan­dards. But when you get to the point whe­re your who­le set list doe­s­n’t have one ori­gi­nal tune, or the one ori­gi­nal tune sounds like some gene­ric cut-out of some stan­dard, then any ori­gi­na­li­ty is being lost. And if peop­le lose their ori­gi­na­li­ty, then it’s all lost…”

Uwe Oberg

 „Ich will Musik nicht stu­die­ren, ich las­se mir doch mei­ne Krea­ti­vi­tät nicht ver­sau­en!”

Char­lie „Bird” Par­ker

„Ich wuß­te nichts über Har­mo­nik. Nach­dem ich die Ton­lei­tern gelernt hat­te, brach­te ich mir bei, den Blues in allen 12 Ton­ar­ten spie­len zu kön­nen. Dann lern­te ich »I got rhythm« und »Che­ro­kee« in allen 12 Ton­ar­ten. Dann war ich fer­tig.”

„Musik ist dei­ne eige­ne Erfah­rung, dei­ne Gedan­ken, dei­ne Weis­heit. Wenn du es nicht lebst, kommt es nicht aus dei­nem Horn.”

Michel Por­tal

„Jazz bie­tet mir die ein­zi­ge Mög­lich­keit, frei zu sein, zu schwe­ben, zu träu­men.”

Micha­el Riess­ler

„Es gibt in Paris vie­le Groß­stadt­mu­si­ker, die mor­gens im Film­stu­dio auf­neh­men, nach­mit­tags unter­rich­ten und abends in einem Jazz­club spie­len. Sie sind durch die öko­no­mi­schen Bedin­gun­gen gezwun­gen, ihren Hori­zont stän­dig zu erwei­tern. Sich nicht auf eine Sache kon­zen­trie­ren und mei­nen, das sei die ein­zi­ge Wahr­heit. Man wird per­ma­nent mit ande­ren musi­ka­li­schen Gebie­ten kon­fron­tiert. In Deutsch­land ist man sofort suspekt, wenn man kom­po­niert, sel­ber Inter­pret ist, oder gar impro­vi­siert.”

Heinz Sau­er

„Natür­lich hat man es als deut­scher Jazz­mu­si­ker schwer, in der Sze­ne Aner­ken­nung zu fin­den. Nicht nur dem Publi­kum, auch den Kri­ti­kern ist es nie so ganz geheu­er, wenn ein deut­scher Musi­ker etwas eigen­stän­di­ges zustan­de­bringt. Im tiefs­ten Innern mei­nen sie, etwas Ori­gi­nel­les im Jazz könn­te nur aus Ame­ri­ka kom­men. Frü­her war es so, und das hat sich im wesent­li­chen bis heu­te nicht geän­dert, daß der, der dem Klang der Ame­ri­ka­ner mög­lichst nahe ist, eher gewür­digt wird. Das ist nun mal so, und ich las­se mir des­we­gen kei­ne schma­len Lip­pen wach­sen.”

Heinz Sau­er über Albert Man­gels­dorff:

„Wäh­rend ich, wie die meis­ten jun­gen Frank­fur­ter Musi­ker, sehr vie­le Plat­ten hör­te, bevor­zugt natür­lich Col­tra­ne, hat Albert das weni­ger getan. Er zog es zum Bei­spiel vor, Vögel auf Ton­band auf­zu­neh­men, was er als inspi­rie­ren­der emp­fand als das stän­di­ge Plat­ten­hö­ren, das sei­ner Mei­nung nach dazu führ­te, daß man sich selbst ver­liert.”

Coco Schu­mann

„Ich bin ein Musi­ker, der im KZ geses­sen hat. Kein KZler, der Musik macht.”

„Wer den Swing hat, kann nicht im Gleich­schritt mar­schie­ren”

Woo­dy Shaw

„Ich spie­le nicht ger­ne zu lan­ge >out­si­de<, und ich spie­le nicht nicht ger­ne zu lan­ge >insi­de<. Ich will in mein­em­Spiel in vie­le ver­schie­de­ne Rich­tun­gen gehen und vie­le ver­schie­de­ne Far­ben zum Aus­druck brin­gen.”

Ire­ne Schwei­zer

„Ich bin stolz, eine Jazz­mu­si­ke­rin genannt zu wer­den. Ohne Jazz wäre ich wohl Sekre­tä­rin geblie­ben”

Man­fred Schoof

„Mit Beginn der 60er Jah­re, als Ornet­te Cole­man auf­tauch­te, hat­ten wir anfangs schon gewis­se Vor­be­hal­te gegen sein Plas­tik­sa­xo­phon, die wir aber bald auf­ga­ben, nach­dem wir uns klar­ge­macht hat­ten, daß schließ­lich nur ent­schei­dend ist, was raus­kommt.”

Archie Shepp

„Nennt Ornet­te den Hir­ten und Cecil den Seher.”

„Ich mei­ne, ich gehe eigent­lich nie ins Kino. Ich ver­wei­ge­re mich der wei­ßen west­li­chen Kul­tur fast voll­stän­dig. Ich höre kaum ande­re Musik als jene, die Jazz genannt wird…Ich habe noch so viel von mei­ner Kul­tur zu ler­nen, daß kei­ne Zeit mehr bleibt, sich mit ande­ren Kul­tu­ren zu beschäf­ti­gen.”

Hor­ace Sil­ver

“I may be pre­ju­di­ced, but I belie­ve that jazz music has the stron­gest healing poten­ti­al, and it’s not just becau­se I play it and love it so much. I feel that it’s the impro­vi­sa­ti­on in jazz that makes it so strong as a healing tool, what each indi­vi­du­al gives to a tune from their heart and their soul when they take a solo. It’s all spon­ta­ne­ous, and it’s all love, and from the heart. I think that’s what makes the music stron­ger and more adap­ta­ble for healing.“

Wolf­gang Schlü­ter 

„Man darf vor­her nicht im Kopf aus­rech­nen, was man spie­len will. Das wird kal­ter Kaf­fee. Dann wird der Jazz unnah­bar.”

Sun Ra

1965

„Ich woll­te nie ein Teil des Pla­nets Erde sein, und ich habe alles getan, um ihm nicht anzu­ge­hö­ren. Ich habe nie nach sei­nem Geld oder sei­nem Ruhm gestrebt, und alles, was ich für die­sen Pla­ne­ten tue, tue ich, weil mich der Schöp­fer des Uni­ver­sums dazu antreibt…Alles, was sie getan haben, wer­de ich in den Büchern fest­hal­ten, in den Büchern des Him­mels selbst, denn es gibt kei­ne Ent­schul­di­gung dafür, daß die Men­schen so sind, wie sie sind, und ich wer­de nie­man­dem ver­ge­ben…

Wenn die Men­schen ver­su­chen, die Güte und Lie­be in einer Per­son zu zer­stö­ren, ver­die­nen sie das grau­sams­te Schick­sal, das der Schöp­fer ihnen zuwei­sen kann. Ich wer­de nicht für sie beten, denn schon genug gute Men­schen haben für sie gebe­tet und sind für sie gestor­ben…

Wenn ich mich der Auf­ga­be, die­sen Pla­ne­ten zu erhel­len, ent­zie­hen kann, wer­de ich das mit dem größ­ten Ver­gnü­gen tun und sie in ihrer Dun­kel­heit, ihrer Grau­sam­keit, ihrem Haß, ihrer Igno­ranz allein las­sen, und mit all den ande­ren Din­gen, die sie in ihren Häu­sern der Falsch­heit haben.”

1970

„Ich habe inter­ga­lak­ti­sche Musik gewählt – oder viel­mehr, sie hat mich erwählt. Inter­ga­lak­ti­sche Musik dreht sich um die Musik der Gala­xi­en. Sie dreht sich um inter­ga­lak­ti­sches Den­ken, inter­ga­lak­ti­sche Rei­sen, also ist sie wirk­lich außer­halb des Bereichs der Zukunft, am Wen­de­punkt des Unmög­li­chen, aber den­noch exis­tiert sie, wie es die Astro­no­mie nach­weist.”

„…mit mei­ner Musik male ich eigent­lich Bil­der der Unend­lich­keit, und daher kommt es, daß vie­le Leu­te sie nicht ver­ste­hen kön­nen. Wenn sie aber ihr und ande­ren Arten von Musik zuhö­ren wür­den, dann wür­den sie her­aus­fin­den, daß in mei­ner etwas ande­res steckt, etwas aus einer ande­ren Welt. Space Music ist ein ein­füh­ren­des Prä­lu­di­um zum Klang der grö­ße­ren Unendlichkeit…Sie ist eine ande­re Ord­nung des Seins abge­stimmt ist…Sie exis­tiert als Zei­chen der Natür­li­chen Exis­tenz des Uni­ver­sums”

Cecil Tay­lor

„Hat­te ich eben viel­leicht noch die Per­spek­ti­ve gehabt, eine Figur von ähn­li­cher öko­no­mi­scher Bedeu­tung wie, sagen wir, Oscar Peter­son zu wer­den, so fand ich mich nun plötz­lich als Tel­ler­wä­scher wie­der. Es ist eine Iro­nie des Schick­sals, daß gera­de zu der Zeit im Down Beat ein Arti­kel über unsere­Mu­sik her­aus­kam, und kurz nach­dem er erschie­nen war, fing ich an, Geschirr zu spü­len: aber inzwi­schen war mir schon klar, war­um ich als Tel­ler­wä­scher arbei­te­te.”

„Die phy­si­sche Kraft, die bei der Erschaf­fung Schwar­zer Musik betei­ligt ist – wenn die falsch ver­stan­den wird, ist das Resul­tat Geschrei…”

Mal Wald­ron

Über die Zeit (1965), als er sich in Euro­pa nie­der­ließ:

„Als ich nach Euro­pa kam, war der Druck plötz­lich weg und ich brauch­te kei­ne Dro­gen mehr. Außer­dem spra­chen in Euro­pa zwei Din­ge für mich, die in Ame­ri­ka gegen mich waren: ein Schwar­zer und ein Jazz­mu­si­ker zu sein.”

„I always play with my own fee­ling, but a musi­ci­an has to chan­ge, other­wi­se he dies. I intend to keep chan­ging until the day I die.”

„Well, I sup­po­se I’m a Monk kind of play­er. I think in terms of eco­no­my. I don’t belie­ve in play­ing a thousand notes when one will do. I guess I’m sort of mini­ma­list.”

Ben­ny Waters

„Ohne Rhyth­mus gibt es kei­nen Jazz. Wenn man nicht mehr mit­wip­pen kann, ist das kein Jazz mehr!”

Mar­zet­te Watts, 1974

„I want this prin­ted: John Cage is the big­gest fraud the­re is.”

Micha­el Woll­ny

„Jeder Mensch ist von sehr viel Musik umge­ben und die­se Musik wird irgend­wo im Inne­ren abge­legt. Als impro­vi­sie­ren­der Musi­ker voll­zieht man qua­si einen Spa­zier­gang durch sei­ne inne­re Klang­biblio­thek.”

Robert Wyatt

Given the natu­re of this music, racia­lism dis­sol­ves into absur­di­ty in jazz, any­way. Inde­ed, so many gre­at musi­ci­ans were blind (music being one of the few working envi­ron­ments avail­ab­le to them) so colour pre­ju­di­ce would have been dif­fi­cult to sustain.

One of our Eng­lish musi­ci­ans who beca­me very suc­cess­ful in the US and bey­ond, blind pia­nist Geor­ge Shea­ring, joked about it: appar­ent­ly, when it was poin­ted out to him that his quin­tet some­ti­mes con­tai­ning a woman (Mar­gie Hyams , vibra­pho­ne) and a coup­le of black musi­ci­ans (John Levy on dou­ble-bass, Den­zil Best on drums) and Chuck Way­ne on gui­tar, was unusual­ly diver­se, he cried »What ? Nobo­dy told me that!«”

JAZZ HISTORY

The Begin­nings in New Orleans

„Blues und rich­ti­gen Jazz konn­te man nur in den Caba­rets hören, in die nur die Unter­klas­se ging. Übli­cher­wei­se durf­te man Blues oder Boo­gie-Woo­gie in einer durch­schnitt­li­chen schwar­zen Mit­tel­schicht­fa­mi­lie nicht spie­len. Die­se Musik hat­te angeb­lich ein nied­ri­ges Ele­ment in sich” (G. Bus­hell, cl)

Bil­lie Holi­day

„An die­sem Abend war wie­der mal Jam Ses­si­on. Ben­ny Car­ter spiel­te mit Bob­by Hen­der­son, mei­nem Beglei­ter. Und dann war Les­ter dabei, mit sei­nem klei­nen, alten Saxo­phon, das durch Kle­be­strei­fen und Gum­mi­bän­der zusam­men­ge­hal­ten wur­de. Chu saß da, und alle fin­gen an, sich zu strei­ten, wer wen an die Wand bla­sen könn­te, und ver­such­ten, einen Wett­kampf zwi­schen Chu und Les­ter in Gang zu brin­gen. Ben­ny Car­ter wuß­te, daß Les­ter bei einem sol­chen Duell glän­zen konn­te, aber für all die übri­gen war das Ende eine aus­ge­mach­te Sache: Chu wür­de Les­ter in Grund und Boden bla­sen. Chu hat­te ja ein gro­ßes, pracht­vol­les gol­de­nes Saxo­phon, aber er hat­te es nicht bei sich. Doch Ben­ny Car­ter ließ sich dadurch nicht abhal­ten. Er war wie ich: Er hat­te Ver­trau­en zu Les­ter. So mach­te er den Vor­schlag, er woll­te los­ge­hen und Chus Horn holen. Das tat er und kam damit wie­der. Chu Berry…schlug »I got rhythm« vor…Chu streng­te sich sehr an, dann war Les­ter dran. Er spiel­te min­des­tens 15 bril­li­an­te Cho­rus­se, jeder anders als der vor­an­ge­gan­ge­ne und einer immer schö­ner als der vori­ge. Als der fünf­zehn­te vor­bei war, war es auch mit Chu Ber­ry vor­bei.”

Tad Dame­ron über den Bebop

„Der eine Weg ist gera­de und ver­läuft durch eine bekann­te Land­schaft, und es ist erhol­sam, die­sen Weg zu fah­ren. Der ande­re ist gewun­den – ver­läuft gleich­sam über Berg­gra­te und Klüf­te – aber er eröff­net eine Fül­le von unbe­kann­ten Aus­sich­ten und neu­en Bil­dern, und herr­li­che Bäu­me ste­hen an sei­ner Sei­te.”

Char­lie Par­ker

„Eines Nachts nahm ich mir »Che­ro­kee« vor, und plötz­lich fand ich her­aus , daß ich das, was ich immer gehört hat­te, auch spie­len konn­te, wenn ich die höhe­ren Inter­val­le eines Akkor­des als Melo­die benut­ze und dar­un­ter neue, sinn­voll abge­lei­te­te Akkord­fol­gen leg­te.”

Har­ry Pepl

„Das ist so viel, wenn ich anfan­ge zu erzäh­len, fällt mir alles auf den Kopf, alle Töne, alle Noten, die Musik und die Erleb­nis­se – eigent­lich die gan­ze Welt.”

Down Beat, 22.4.1946 über Char­lie Par­ker

Über Char­lie Par­kers Plat­te »Now’s the Time«: „Die­se bei­den Sei­ten zeu­gen von schlech­tem Geschmack und irre­ge­lei­te­tem Fanatismus…das ist die Sor­te Zeug, die zahl­lo­se, leicht beein­druck­ba­re Musi­ker aus der Bahn gewor­fen und ihnen unheil­ba­ren Scha­den zuge­fügt hat.”

Ken­ny Clar­ke über Char­lie Par­ker

„Bird ging den­sel­ben Weg den wir gin­gen, aber er war uns weit vor­aus. Ich glau­be nicht, daß ihm klar war, wel­che Umwäl­zun­gen er ver­ur­sach­te, für ihn war das ein­fach sei­ne Art, Jazz zu spie­len.”

Mal Wald­ron

„Der Druck war eigent­lich nicht aus­zu­hal­ten. Jeden Tag hat­te man sich in einem bru­ta­len Über­le­bens­kampf zu behaup­ten. Har­te Dro­gen beherrsch­ten die Sze­ne. Ohne sie war einem der Zugang zu den wich­ti­gen Zir­keln ver­schlos­sen. Die meis­ten Platt­fir­men und Club­be­sit­zer enga­gier­ten nur Jun­kies, denn von denen war nicht zu befürch­ten, daß sie auf ihren Rech­ten bestehen wür­den; die waren zufrie­den, wenn sie genü­gend Geld für Stoff bekamen.….Ohne Dro­gen oder eine Krü­cke ähn­li­cher Art jeden­falls war der Druck nicht aus­zu­hal­ten, nüch­tern wärst du glatt aus­ge­flippt und hät­test Selbst­mord began­gen”

Ran­dy West­on

Ich mei­ne, Musik soll­te Wahr­heit sein. Sie ist eine hei­len­de Kraft und kommt vom Schöp­fer. Der Mensch kon­trol­liert die Musik nicht – wir sind nur ihre Boten.

ALLGEMEINE STATEMENTS

Akpa­bot, Samu­el (Nige­ria­ni­scher Kom­po­nist / Musik­wis­sen­schaft­ler)

„Die Bezei­chung eines Musik­stücks als pri­mi­tiv ist eine ein­deu­tig rela­ti­ve Ange­le­gen­heit. Wür­de sich eine Grup­pe afri­ka­ni­scher Instru­men­ta­lis­ten ein euro­päi­sches, Wal­zer spie­len­des Orches­ter anhö­ren, wür­den sie des­sen ewig glei­chen Drei­vier­tel­takt im Ver­gleich zu ihren eige­nen kom­ple­xen Rhyth­men mit glei­chem Recht als <pri­mi­tiv> bezeich­nen.”

Nor­man Granz

„Wann wer­den sie end­lich begrei­fen, daß Ella Fitz­ge­rald die glei­che Gage krie­gen muß wie Jes­sye Nor­man?”

King, Mar­tin Luther

God has wrought many things out of opp­res­si­on. He has endo­wed his crea­tures with the capa­ci­ty to crea­te, and from this capa­ci­ty have flowed the sweet songs of sor­row and joy that have all­wed man to cope with his envi­ron­ment in many situa­ti­ons. Jazz speaks of life. The blues tells the sto­ries of life’s dif­fi­cul­ties, and if you will think for a moment , you will rea­li­ze that they take the har­shest rea­li­ties of life and put them into music only to come out with some new hope or sen­se of tri­umph. This is tri­um­phant music. Modern Jazz has con­ti­nued in this tra­di­ti­on, sin­ging the songs of more com­pli­ca­ted urban exi­s­tan­ce. When life its­elf offers no order and mea­ning, the musi­ci­an crea­tes an order and mea­ning from the sounds of earth which flow through his instru­ment. It is no won­der that so much of the search for iden­ty among America’s Negroes was cham­pio­ned by jazz musi­ci­ans. Long befo­re the modern essay­ists and scho­l­ars wro­te of <raci­al iden­ti­ty> as a pro­blem for a mul­ti-raci­al world, musi­ci­ans were retur­ning to their roots to affirm that which was stir­ring wit­hin their souls. Much of the power of our Free­dom Move­ment in the United Sta­tes has come from this music. It has steng­t­he­ned us with its power­ful rhythms when cou­ra­ge began to fail. It has cal­med us with its rich har­mo­nies when spi­rits began to lag. This has been true from the ear­ly days of the simp­le Negroe Spi­ri­tu­al. And now, Jazz is expor­ted to the world. For in the par­ti­cu­lar strugg­le of the Negro in Ame­ri­ca the­re is some­thing akin to the unver­sal strugg­le of modern man. Ever­y­bo­dy has the blues. Eber­y­bo­dy longs for mea­ning. Ever­y­bo­dy needs to love and to be loved. Ever­y­bo­dy needs to clap hands, and be hap­py. Ever­y­bo­dy longs for Faith. In music, espe­ci­al­ly that broad cate­go­ry cal­led Jazz, the­re is a step­ping stone toward all of the­ses.”

Ben Sid­ran

„In der west­li­chen Musik­kul­tur gibt es den fal­schen und den rich­ti­gen Sound, die fal­sche und rich­ti­ge Tech­nik. In der Jazz­tra­di­ti­on gibt es das so nicht. Wenn du zu dei­nem Sound gefun­den hast, gibt es nichts fal­sches mehr. The­lo­nious Monk spiel­te mit gespreiz­ten Fin­gern. Das ist nicht falsch – das ist Monk.”

„Heu­te weiß man alles über den Jazz. Alles ist ana­ly­siert und gesagt. Wie ein Schmet­ter­ling, den man aus­ein­an­der­rupft. Oh, war das ein schö­ner Schmet­ter­ling, aber flie­gen kann er nicht mehr.”

„Mein Lieb­lings­trom­pe­ter war Blue Mit­chell. Er konn­te kei­ne Noten lesen. Aber jeder Ton aus sei­ner Trom­pe­te war blue. Das heißt doch nur, fin­de dei­nen Sound und erzähl mir eine Geschich­te. Im Blues ist der Sound das wich­tigs­te. Zwei, drei Töne kön­nen alles sagen.”

Zap­pa

„Jazz is not dead, it just smells fun­ny!”

Die Quel­len der Zita­te kön­nen beim Web­mas­ter erfragt wer­den :-)

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