Würdiges Gedächtniskonzert für Janusz Maria Stefanski in Mainz, 25.Oktober 2017

„Remem­be­ring Janusz Maria Ste­fan­ski“ war ein Abend der Trau­er, aber auch der Hoff­nung und des Opti­mis­mus.

Fast genau ein Jahr nach dem Tod des Jazz-Schlag­zeu­gers am 5. Novem­ber 2016 gedach­ten mit einem Kurz­film und einem Kon­zert Stu­die­ren­de der Musik­hoch­schu­le Mainz sowie lang­jäh­ri­ge Weg­ge­fähr­ten des Instru­men­ta­lis­ten, Kom­po­nis­ten und Dozen­ten aus der Anfangs­zeit des Fach­be­rei­ches Jazz. In einem bewe­gen­den und ein­drucks­vol­len Rück­blick ehr­ten sie den Leh­rer und Kol­le­gen, der nur 70 Jah­re alt wur­de.

Ste­fanskis enor­me Musi­ka­li­tät, sein wacher Geist, sein Humor und sei­ne stets posi­ti­ve Grund­hal­tung waren eine gro­ße Inspi­ra­ti­on für alle Men­schen, die ihm begeg­net sind. Der noch stu­die­ren­de Schlag­zeu­ge Juli­an Camar­go und Jan­nis Bach por­trä­tier­ten den Ver­stor­be­nen mit Sze­nen aus dem Leben des 1946 in Polen gebo­re­nen Drum­mers sowie mit Kom­men­ta­ren der Bas­sis­ten Jür­gen Wuch­ner, Vitold Rek und Toch­ter Julia ein­fühl­sam. Der Film zeig­te den Musi­ker als Opti­mis­ten und zugleich Janusz Maria Ste­fan­ski als Fami­li­en­mensch.

Juli­an Camar­go lob­te sei­nen Schlag­zeug-Dozen­ten und Mar­ko Mebus erin­ner­te sich an die Rhyth­mik-Lek­ti­on Ste­fanskis. „Es ist eine unge­heu­re Ener­gie in ihm und sei­nen Stü­cken“, kom­men­tier­te der Trom­pe­ter. Toch­ter Julia zitier­te aus einem E‑Mail Vater Ste­fanskis Defi­ni­ti­on einer kom­ple­xen Sti­lis­tik und sein Vor­bild Elvin Jones.

Im Kon­zert impro­vi­sier­te der Pia­nist Vla­dys­lav Sen­de­cki erst solo dann im Duo mit Sebas­ti­an Ster­nal über eine Kom­po­si­ti­on, die der Pia­nist für Ste­fan­ski geschrie­ben hat­te und ein Werk des Schlag­zeu­gers. Sehr emo­tio­nal und sen­si­bel mit klei­nen lyri­schen Pas­sa­gen, ver­trau­ten Har­mo­ni­en und sanft aus­klin­gend, aber auch die Fül­le des Flü­gels voll aus­kos­tend, wech­sel­te Sen­de­cki in Dyna­mik und Tem­pi. Hin und wie­der zitier­te er ver­trau­te Klän­ge. Mit Ster­nal vari­ier­te Sen­de­cki die Ste­fan­ski-Kom­po­si­ti­on „Tan­go“ in den hohen Lagen und im stän­di­ge Blick­wech­sel mit dem Part­ner.

Spä­ter gedach­te ein Quin­tett mit Juli­an Camar­go (Schlag­zeug), Mar­ko Mebus (Trom­pe­te und Flü­gel­horn) und Jan Felix May (Pia­no) von der Musik­hoch­schu­le sowie dem Bas­sis­ten Vitold Rek und dem Tenor- und Sopran­sa­xo­pho­nis­ten Les­zek Zad­lo des Künst­lers Ste­fan­ski.

Zad­lo, ein Kol­le­ge aus der Jugend­zeit in Polen erin­ner­te an den Drum­mer des „Pol­ski Jazz Ensem­bles“, der 1981 nach Deutsch­land kam und vie­le Jah­re in der Com­bo des Saxo­fo­nis­ten Emil Man­gels­dorff spiel­te. Zad­lo steu­er­te im Kon­zert sei­ne bezeich­nen­de Kom­po­si­ti­on „Out of The East“ bei, in der vor allem die Kol­lek­ti­ve der Blä­ser beein­druck­ten. Ener­ge­tisch und mit einem furio­sen Fina­le sowie einem fast grel­len Solo des Sopran­sa­xo­fo­nis­ten Zad­lo fas­zi­nier­te die Ste­fan­ski-Kom­po­si­ti­on „Song für Eva“. Ganz das Gegen­teil war die lyri­sche und getra­ge­ne Gos­pel-Hym­ne „The Hope“ mit dem strah­len­den Klang der Mebus-Trom­pe­te und dem wei­chen Sound des Flü­gel­horns. „Zbi­gi“ von Vitold Rek mit der emo­tio­na­len Ein­lei­tung auf dem gestri­che­nen Kon­tra­bass sowie den Uni­so­no-Pas­sa­gen der Blä­ser und die Ste­fan­ski-Kom­po­si­ti­on „Baj­ka“ mit teil­wei­se sehr melo­di­schen Pas­sa­gen run­de­ten das Kon­zert im gut besuch­ten Roten Saal der Uni­ver­si­tät ab.

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