Triosence in Schwäbisch Hall am 21.10.2017

Mit Wohl­klang durch die gan­ze Welt

Die Grup­pe Trio­sence gas­tier­te erneut in der Hos­pi­tal­kir­che von Schwä­bisch Hall und begeis­ter­te mit ver­gnüg­ter Musik bei der Rei­he „Jazz­ti­me“

Schwä­bisch Hall. Der nord­deut­sche Pia­nist Bern­hard R. Schü­ler kon­zer­tier­te im April 2013 auf der Com­burg, zwei Jah­re spä­ter beim Jazz-Art-Fes­ti­val und jüngst bei der Rei­he „Jazz­ti­me“ noch­mals in der Hos­pi­tal­kir­che. Aber jedes Mal wies sein inter­na­tio­nal erfolg­rei­ches Ensem­ble „Trio­sence“ eine ande­re Beset­zung auf. Der nun neue drit­te Mann stand am Kon­tra­bass: Omar Rodri­guez Cal­vo, ein in Ham­burg hei­misch gewor­de­ner Kuba­ner, der zunächst durch die Koope­ra­ti­on mit dem Pia­nis­ten Peter Ting­vall bekannt wur­de.

Bei „Hid­den Beau­ty“, dem Titel­stück der auf dem Oba­ma-berühm­ten Schloss Elmau bewerk­stel­lig­ten press­fri­schen CD, unter­strich der vir­tuo­se Sai­ten­mann mit aus­ge­feil­tem Bogen­spiel, dass er ein abso­lu­ter Gewinn für die Com­bo ist. Joh­len­der Zwi­schen­ap­plaus von über hun­dert Zuhö­rern war dem drah­ti­gen Sai­ten­künst­ler nach sei­ner Solo­ein­la­ge sicher.

Begon­nen hat­te der Abend, der feder­füh­rend vom Kon­zert­kreis Tri­an­gel zusam­men mit dem Kul­tur­bü­ro und dem Jazz­club orga­ni­siert wur­de, mit dem am 24. Dezem­ber (!) 2007 kom­po­nier­ten stu­den­ti­schen Schü­ler-Opus „As If It Was Yes­ter­day“, einem Stück, wel­ches – völ­lig ohne Beat­les-Bezug – mit einem 4/4‑Takt und Drei­er­takt metrisch varia­bel mun­ter hin- und her­pen­delt. Auch bei ande­ren ton­schöp­fe­ri­schen Wer­ken des gewitz­ten Band­lea­ders umschmei­cheln sich die Melo­di­en gera­de­zu – und auch so man­che har­mo­ni­sche Wen­dung erscheint einem da irgend­wie schon ver­traut. Déjà-vu-Erleb­nis­se sowie Ohren­ge­fäl­li­ges allent­hal­ben, besinn­li­che Bal­la­den samt „blue notes“ sor­gen für Wohl­fühlstim­mung.

Bei vie­len Aus­lands­tour­ne­en hat Trio­sence den musi­ka­li­schen Hori­zont noch mehr erwei­tert und inte­griert glo­ba­le Kul­tur­er­fah­run­gen in die Per­for­man­ces der akus­ti­schen Art. Chi­ne­si­sche Pen­ta­to­nik, latein­ame­ri­ka­ni­sche Rhyth­men, Sam­ba aus Bra­si­li­en und das afri­ka­ni­sche Dau­men­kla­vier „Kalim­ba“ bei­spiels­wei­se fin­den sich in dem ver­gnüg­ten Rei­gen wie­der.

Bern­hard Schü­ler ver­sprüht auch rein optisch bei sei­nem kon­ven­tio­nel­len Stein­way-Flü­gel­spiel enor­me Lebens­freu­de, und sein lang­jäh­ri­ger Part­ner Ste­phan Emig demons­triert, dass er als prä­zi­se zuschla­gen­der Drum­mer taugt und auch per­kus­sio­nis­ti­schen Klein­kram gewieft bedie­nen kann. Zuwei­len tun es auch die blo­ßen Hän­de auf den Bon­go­trom­mel­fel­len.

Trio­sence ist längst im „Music-Bizz 0.4“ ange­kom­men. Im WWW gibt sich das Trio von Bern­hard Schü­ler gut ver­netzt. Übers Inter­net wird die Musik inten­siv ver­trie­ben, und auch ein 136-sei­ti­ges lied­text­frei­es Song­book mit gedruck­tem Noten­ma­te­ri­al der letz­ten Plat­te haben die online-Akti­vis­ten pro­du­ziert.

Text und Foto­gra­fie von Hans KumpfKumpfs Kolum­nen

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