„Treffpunkt Jazz“ zum 100. Geburtstag von Leonard Bernstein am 18. Dezember 2018 in Mainz

Leo­nard Bern­steins Wer­ke sind voll von Jazz-Ein­flüs­sen.

Die ame­ri­ka­ni­sche Musik hat eine tie­fen Ein­fluss auf den Künst­ler genom­men, der im Gegen­zug mit sei­nen Kom­po­si­tio­nen als Per­for­mer und Leh­rer Ein­fluss auf die klas­si­sche Musik legi­ti­mier­te. „Eine Ver­nei­gung vor dem Genie Leo­nard „Len­ny“ Bern­stein“ nann­te des­halb der musi­ka­li­sche Lei­ter des Kon­zer­tes, Sebas­ti­an Ster­nal, den 27. Treff­punkt Jazz, der ganz dem ame­ri­ka­ni­schen Pia­nis­ten, Diri­gen­ten und Kom­po­nis­ten gewid­met war und sich auf die Jazz-Sei­te kon­zen­trier­te. Leo­nard Bern­stein wäre die­ses Jahr 100 gewor­den.

Im Trio mit Sebas­ti­an Ster­nal, dem Sän­ger Alex­an­der Gel­hau­sen erzähl­te der Musik­wis­sen­schaft­ler, Inspi­ra­tor und Zeit­zeu­ge Rolf Zitzl­sper­ger humor­voll, amü­sant Anek­do­ten und von sei­nen zahl­rei­chen per­sön­li­chen Begeg­nun­gen mit dem hoch ange­se­he­nen Meis­ter. Zitzl­sper­ger zitier­te die Sän­ge­rin Chris­ta Lud­wig: „Der Diri­gent Her­bert von Kara­jan hat mich zwar über­all mit ein­ge­führt. Aber Bern­stein war ein Genie. Er hat mich gelehrt, wie Musik klin­gen muss.“

Der Main­zer Freund Bern­steins berich­te­te von sei­nem Gast bei einem Besuch in Mün­chen, wo der Pia­nist sämt­li­che Lie­der zum Geburts­tag von Cate­ri­na Valen­te aus­wen­dig spielt, um dann gegen zwei Uhr mor­gens fest­zu­stel­len, dass er das Abend­essen ver­säumt hat­te. Der ame­ri­ka­ni­sche Freund sei immer zu spät zu den Emp­fän­gen gekom­men, weil er die Auto­gramm­wün­sche erfül­len und Fra­gen sei­ner Fans beant­wor­ten woll­te. Ein Kon­zert in Mainz sei schwie­rig zu arran­gie­ren gewe­sen. Ein Brief vom 22.Mai 1977 belegt die enge Freund­schaft der bei­den. Der Zeit­zeu­ge erzähl­te von sei­nen ers­ten Begeg­nun­gen mit Pia­nis­ten, der mit Sen­dun­gen in Ame­ri­ka sie­ben bis acht Mil­lio­nen Zuhö­rer fes­sel­te, weil er sogar kom­pli­zier­te musi­ka­li­sche Zusam­men­hän­ge ver­ständ­lich erklä­ren konn­te.

Leo­nard Bern­stein hat­te schon eine Jugend begon­nen, sich als Jazz­pia­nist zu betä­ti­gen, trug Gel­hau­sen in sei­nen ein­füh­ren­den Wor­ten aus dem Lebens­lauf des Künst­lers vor. „Damit ist schon alles gesagt“, wit­zel­te Zitzl­sper­ger“

Der Main­zer Kla­vier­pro­fes­sor Ster­nal hat­te für die­sen „Treff­punkt Jazz“ Ori­gi­nal-Kom­po­si­tio­nen Bern­steins neu arran­giert. Melo­di­en aus der West­side-Sto­ry wie Maria“, „Ame­ri­ca“ oder „I feel pret­ty“ prä­sen­tier­ten Stu­die­ren­de der Main­zer Musik­hoch­schu­le neben „Lucky to be me“ mit der auf­ge­rau­ten Trom­pe­te, der Mehr­stim­mig­keit der Blä­ser und dem melo­die­tra­gen­den Saxo­phon. Das bal­la­des­ke „Some other time“ der Sän­ge­rin­nen erklang eben­so wie die Up-Tem­po Kom­po­si­ti­om „Ton­ight“ mit Gesang, Cel­lo, Trom­pe­te, Saxo­phon, Pia­no, Bass und Schlag­zeug. Zum Abschluss des Kon­zer­tes ehr­ten Ster­nal, Gel­hau­sen und die Cel­lis­tin Büst­gens den Kom­po­nis­ten Bern­stein mit dem sen­si­blen und inti­men „Some­whe­re“.

Nach dem offi­zi­el­len Ende des Kon­zer­tes ver­lieh Ver­le­ger Peter Han­ser-Stre­cker Rolf Zitzl­sper­ger für des­sen kul­tu­rel­len Ver­diens­te den Preis der „Stif­tung Pro Viva Musi­ca“. Er wür­dig­te damit zugleich den 100. Geburts­tag des genia­len Musi­kers Bern­stein in Klas­sik und Jazz. Der gro­ße Han­ser-Stre­cker erzähl­te in sei­ner bur­schi­ko­sen Art, wie der Gast an ihm hoch­klet­ter­te und bus­sel­te. „Es war eine durch­aus feuch­te Ange­le­gen­heit.“

Der so viel­fach geehr­te Zitzl­sper­ger appel­lier­te an die zahl­rei­chen Zuhö­rer im aus­ver­kauf­ten Frank­fur­ter Hof in Mainz, wei­ter­hin den Jazz zu stär­ken. „Was wäre die Stadt ohne die­se Musik.“

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