Interview mit Daniel Prandl – Pianist – zum CD-Release der CD „Fables & Fiction” – Konzert bei Enjoy Jazz 2012

Daniel Prandl - Photo: Frank Schindelbeck Jazzfotografie

Pianist Daniel Prandl im Interview

Dani­el Prandl, Pia­nist aus Mann­heim, 1979 in Burg­hau­sen gebo­ren, beschäf­tigt sich seit dem vier­ten Lebens­jahr mit Musik und hat bereits als Jugend­li­cher zum Jazz gefun­den. Er stu­dier­te in Regens­burg, an der Musik­hoch­schu­le Mann­heim und in Hel­sin­ki. In den ver­gan­gen Jah­ren hat er bereits eini­ge CDs auf­ge­nom­men. Sein aktu­el­les Album „Fab­les & Fic­tion“ wird im Rah­men von Enjoy Jazz als CD-Release Kon­zert bei der Jazz’n’Arts Night  am 16.10. prä­sen­tiert. Auf der Büh­ne der Alten Feu­er­wa­che wer­den neben Dani­el Prandl am Flü­gel, Wolf­gang Fuhr (reeds), Axel Kühn (b) und Kris­tof Kör­ner (dr) ste­hen.

(Das Inter­view führ­te Frank Schin­del­beck, man kennt sich schon eine Wei­le und ent­spre­chend blieb es beim „Du“)

Auf dei­ner Web­site ist zu lesen: „seit dem vier­ten Lebens­jahr ist Musik fes­ter Bestand­teil sei­nes Lebens.“…

Das stimmt. Da war eine gro­ße Lust, die von mei­nem Groß­va­ter ange­sta­chelt wur­de, weil der sein Akkor­de­on gespielt hat und der klei­ne Dani­el woll­te ihm nach­ei­fern. Er hat dann immer gebet­telt und ich glau­be mit drei, drei­ein­halb Jah­ren haben mei­ne Eltern tat­säch­lich jeman­den gefun­den, der mir dar­in Unter­richt gege­ben hat, was eigent­lich kom­plet­ter Unfug war. Trotz­dem hat es einen Rie­sen­spaß gemacht, so dass ich dann auch gute 10 Jah­re mit dem Akkor­de­on mein Leben ver­bracht habe.

Eigent­lich war also eine Kar­rie­re als Allein­un­ter­hal­ter bei Volks­fes­ten abzu­se­hen?!

Ich möch­te eine klei­ne Lan­ze bre­chen! Das Akkor­de­on hat etwas mehr zu bie­ten als nur Volks­tüm­li­ches. Das weiß man hier in der Regi­on, es gibt den einen oder ande­ren Akkor­deo­nis­ten, der im fran­zö­si­schen Bereich unter­wegs ist (Lau­rent Leroi), da ist schon eini­ges gebo­ten und auch in der moder­nen Klas­sik oder Avant­gar­de gibt es span­nen­de Kom­po­si­tio­nen für Akkor­de­on. Aber das ist alles nicht mehr mein The­ma.

Stimmt – Du hast vor kur­zen eine Plat­te als Pia­nist her­aus gebracht – ich sage immer noch Plat­te aber es ist natür­lich eine CD…

Das „Album“ viel­leicht, das ist neu­tral…

…oder „das Werk“, ich nenn’s ein­fach nur das Werk (Dani­el lacht). Das Werk heißt „Fab­les & Fic­tion“. Was hat es damit auf sich?

„Fab­les & Fic­tion“ erklärt sich ja im Grun­de schon selbst. Es geht um „Fic­tion“ – also fik­ti­ve Tex­te, Lite­ra­tur liegt dem Gan­zen zu Grun­de und „Fab­les“ – Mytho­lo­gie. Das waren die bei­den Inspi­ra­ti­ons­quel­len für die­se Plat­te. „Plat­te“ – jetzt sage ich auch Plat­te  – im  Grun­de ent­spricht das mei­ner Lei­den­schaft für Lite­ra­tur.  Lite­ra­tur war neben dem Kla­vier­spiel schon immer mei­ne gro­ße Lei­den­schaft, die wäh­rend des Stu­di­ums aller­dings sehr kurz gekom­men ist. Lus­ti­ger­wei­se habe ich dann wäh­rend mei­nes Aus­lands­stu­di­ums an der Sibe­li­us Aka­de­mie in Hel­sin­ki bei Jar­mo Savo­lai­nen­in – mit der lan­gen Dun­kel­heit, wie man sich das alles kli­schee­haft vor­stellt – da habe ich dann tat­säch­lich so viel gele­sen wie schon lan­ge nicht mehr. Und es begeg­nen einem natür­lich so man­che Gestal­ten, die einen mehr oder min­der direkt inspi­rie­ren oder ein­fach nur – viel­leicht gar nicht so kon­kret – auf ein Stück brin­gen, zumin­dest in eine Gemüts­la­ge ver­set­zen, die man irgend­wann wie­der auf­greift. Oft ent­ste­hen auch Stü­cke ein­fach so: man impro­vi­siert ein biss­chen – viel­leicht auch, weil man gera­de nicht so kon­kret üben will (lacht) und stol­pert dabei über eine Idee, die sich dann fest setzt. Und ver­bin­det die dann wie­der viel­leicht mit etwas Gele­se­nem.

Gera­de weil „Fab­les & Fic­tion“ eine Pro­gramm­plat­te ist, die sich auf gewis­se Din­ge bezieht, ist es natür­lich schön und erleich­tert viel­leicht den Zugang, wenn man sich rund um die­se Titel infor­miert. Das stei­gert den Genuss – je mehr ich weiß, über eine Sache, des­to tie­fer kann ich ein­stei­gen.

Wie wird das bei Live-Kon­zer­ten aus­se­hen? Gibt es vor den Stü­cken dann immer eine „lite­ra­ri­sche Ein­füh­rung“? 

Wer mich kennt, der weiß, dass ich ger­ne viel rede (lacht). Ich brem­se mich da schon immer ein wenig, aber zu eini­gen Stü­cken wer­de ich dann so eini­ges erzäh­len, ja.

Eine Pres­se­zi­tat: „…dass er dabei eige­ne Akzen­te set­zen wird, dafür bürgt sei­ne außer­or­dent­li­che Qua­li­tät. Prandl, ein Meis­ter ver­blüf­fen­der Impro­vi­sa­ti­ons­wen­dun­gen ver­eint in sei­nem Spiel trei­ben­den Swing und kris­tal­li­ne Bebophär­te mit den Sub­ti­li­tä­ten der klas­si­schen Musik­tra­di­ti­on.“ Klingt gut, oder?

Das klingt for­mi­da­bel.

Fin­dest du dich dar­in auch wie­der?

Das ist ein rela­tiv altes Zitat und ich weiß nicht, ob das der betref­fen­de Redak­teur heu­te noch so schrei­ben wür­de. Ich glau­be, wenn man die aktu­el­le Plat­te hört, wird man nicht viel „kris­tal­li­ne Bebophär­te und trei­ben­den Swing“ fin­den.

Son­dern?

Zeit­ge­nös­si­sche Kom­po­si­tio­nen! Kei­ne der Num­mern ist als Swing­kom­po­si­ti­on kon­zi­piert und es geht nur ein­mal bei der Eröff­nungs­num­mer, beim „Hat­ter“ gehen wir doch ein­mal in ein „Swing­feel“. Wenn du mich jetzt fragst, war­um, kann ich das gar nicht beant­wor­ten. Es pas­siert ein­fach, man schreibt, und dann hat man sei­ne Stü­cke, probt und dann ent­ste­hen Din­ge und dann ist es halt nicht so viel Swing, dies­mal. Viel­leicht beim nächs­ten Mal mehr, ich sehe das nicht so eng.

Es ist inge­samt eine eher ruhi­ge Plat­te, sehr schö­ne aus­ge­dehn­te Stü­cke mit lan­gen Bögen und einer weit­ge­spann­ten Dyna­mik. Musik die man nicht unbe­dingt in einem „klas­si­schen Jazz­kel­ler“ spie­len oder hören möch­te. Wenn das Publi­kum an der Bar vor sich hin säuft und sich laut unter­hält. Ist das ein Pro­blem mit so einem Pro­gramm?

Es stimmt natür­lich, dass die­se von dir beschrie­be­ne Sze­ne­rie bestimmt nicht opti­mal ist und man sich für sol­che Musik eher einen kon­zer­tan­ten Rah­men wünscht. Es wäre schön, immer ein gutes Instru­ment zu haben, einen ordent­li­chen Flü­gel, einen guten Sound und sol­che Din­ge.

Aller­dings spre­chen wir da nicht über die Rea­li­tät wie sich Jazz heu­te dar­stellt – zumin­dest nicht in der Brei­te – und des­halb wer­den wir bei den Club­kon­zer­ten ein­fach ein­mal sehen ob wir die Leu­te „krie­gen“. Auch das gibt’s ja – man kann die Hörer durch­aus fes­seln und man kann auch mit dem Set­ting, das man vor Ort hat – bei­spiels­wei­se mit einem durch­schnitt­li­chen Kla­vier, einem biss­chen dif­fu­sen Klang und so wei­ter, man kann ein­fach das Bes­te dar­aus machen und viel­leicht auch ein biss­chen anders spie­len. Wir hat­ten kürz­lich ein Kon­zert, das etwas spon­tan ange­setzt war und da sind dann auch ande­re Din­ge pas­siert: wir haben bei­spiels­wei­se eini­ge Stü­cke mit ins Pro­gramm genom­men, das muss ja dann nicht alles 1:1 wir auf der CD sein. Plat­te ist Plat­te – Live ist Live.

Wenn wir gera­de von „wir” spre­chen, könn­te man in die­sem Zusam­men­hang die freund­li­chen Her­ren erwäh­nen, die dir das Ver­gnü­gen berei­tet haben auf die­ser CD mit zuspie­len.

Gro­ßes Ver­gnü­gen! Saxo­phon spielt Wolf­gang Fuhr

…der „alte Mann“ der Band

…das ist unse­re „Graue Emi­nenz“  (lacht)

Wolf­gang wird uns die Begrif­fe nicht übel­neh­men – hof­fe ich – der „erns­te“ Hin­ter­grund der Fra­ge ist, dass er in der Grup­pe tat­säch­lich eine hal­be Genera­ti­on älter ist als der Rest der Band…

Das stimmt, wir wol­len sein Alter natür­lich nicht nen­nen – aber er ist ein Stück älter als wir.  Natür­lich ist der ers­te Grund war­um ich ihn in die Band geholt habe der, dass ich vie­le tol­le  Erleb­nis­se mit ihm hat­te, bei Ses­si­ons, und weil man gemerkt hat, dass es musi­ka­lisch passt. Aber es hilft tat­säch­lich auch jeman­den zu haben, der mehr Erfah­rung hat. Der in man­chen Situa­tio­nen Ruhe rein­bringt, wenn man mit weni­gen Pro­ben ins Stu­dio geht und es etwas unsi­cher wird, wenn da einer da ist und sagt: „Leu­te das krie­gen wir schon hin“. In der Hin­sicht hat Wolf­gang groß­ar­tig unter­stützt und ganz vie­le posi­ti­ve Impul­se gebracht. Ganz abge­se­hen vom Saxo­phon­spiel, über das man jetzt nicht groß strei­ten muss. Er ist ein Super­sa­xo­pho­nist aber da gibt es eben einen ganz gro­ßen Mehr­wert im sozia­len Bereich. In der Band­in­fra­struk­tur, die – glau­be ich – immer sehr wich­tig ist

Wer über­nimmt da wel­chen Part? Und: passt das Gefü­ge? Das hat sich bei uns Vie­ren schon wäh­rend der Tage im Stu­dio als sehr glück­lich her­aus­ge­stellt und hat sich bewahrt. Ich weiß das sehr zu schät­zen, das gibt es nicht immer.

Die bei­den ande­ren Her­ren sind zwei, drei Jah­re jün­ger als ich: Axel Kühn aus der Stutt­gar­ter Sze­ne hat sich mit sei­ner eige­nen Band schon einen sehr guten Namen gemacht hat. Und am Schlag­zeug ist Kris­tof Kör­ner, der bis­lang viel­leicht außer­halb der Regi­on noch nicht so bekannt ist, der aber schon hier und da auf­leuch­ten hat las­sen, was er alles drauf hat. Er ist einer der ganz gro­ßen „Krea­tiv-Input­ge­ber“ in die­ser Band und ich fin­de es super ihn dabei zu haben, weil er immer viel hin­ter­fragt und neue Aspek­te ein­bringt an die ich und die ande­ren viel­leicht nicht gedacht hät­ten.

Mit Kris­tof Kör­ner arbei­test du ja auch schon vie­le Jah­re zusam­men…

Wir haben wäh­rend des Stu­di­ums schon oft gejammt, in eher flüch­ti­gen Stu­den­ten­pro­jek­ten und seit eini­gen Jah­ren gibt es eine fes­te „Übe­grup­pe“ – tat­säch­lich, so spie­ßig das klingt – wir tref­fen uns alle ein bis zwei Wochen mit einem Bas­sis­ten und arbei­ten ein­fach zusam­men. Auch weil im Berufs­all­tag oft die Zeit fehlt. Die Zeit für mich zu üben – „ein­fach so“, ohne kon­kre­tes Ziel eines kom­men­den Kon­zerts und da ist die­se „Jazz­selbst­hil­fe­grup­pe“ wie wir uns selbst nen­nen…

…wäre auch ein schö­ner Band­na­me…

Wer weiß, wer weiß, Frank – lass dich mal über­ra­schen. Es ist eine ganz tol­le Gele­gen­heit sich mit diver­sen Phä­no­me­nen zu beschäf­ti­gen, ein­fach mal wie­der etwas „aus­zu­che­cken“. Gera­de so kurz nach dem Stu­di­um, wenn man anfängt viel zu arbei­ten, dann bleibt die­ses krea­ti­ve Üben, auch das ziel­lo­se Üben, das „ein­fach mal gucken, wo uns das hin­führt“ auf der Stre­cke. Das  ist sehr wich­tig und von daher sind wir ziem­lich gut ein­ge­spielt.

Daniel Prandl Portrait

Auf der CD steht nicht „Dani­el Prandl Quar­tett“.

Da stimmt. Auf der CD spielt sehr oft das Dani­el Prandl Quar­tett aber eben nicht dau­ernd. Wir haben zwei Tri­o­num­mern und eine Duo­num­mer, alle Stü­cke sind von mir geschrie­ben also habe ich mich dafür ent­schie­den, dass mein Name auf der CD steht.

Aber es ist schon geplant, das die Quar­tett­for­ma­ti­on eine län­ge­re Lebens­dau­er hat?

Natür­lich. Man macht so eine CD nicht, um drei Kon­zer­te zu spie­len und es dann gut sein zu las­sen. Neben Enjoy Jazz spie­len wir noch eini­ge Kon­zer­te in der Regi­on, bei KuKuK in Fran­ken­thal, im kom­men­den Jahr auch im Stein­häu­ser Hof in Neu­stadt an der Wein­stra­ße, im Nacht­ca­fé  und wei­te­re Kon­zer­te sind geplant.

Wie ist die Pro­duk­ti­on dei­ner CD abge­lau­fen?

Nach­dem ich alle Stü­cke geschrie­ben habe, ist natür­lich viel Vor­ar­beit bei mir pas­siert. Erst mal Stü­cke schrei­ben! Das sind natür­lich kei­ne Par­ti­tu­ren, son­dern leadshe­ets, also Melo­di­en, Akkord­sym­bo­le und ein biss­chen Arran­ge­ment, das sich dann aber spä­ter immer noch ändern kann. Das ist immer „work in pro­gress“ aber sobald die leadshe­ets vor­lie­gen, schi­cke ich sie den Leu­ten und in die­sem Fall hat­ten wir – wegen der Ter­min­plä­ne von allen – recht wenig Zeit: Wir hat­ten nur vier Pro­ben und eine Art Übungs­kon­zert in der Stutt­gar­ter Kis­te, wo wir das mal vor Publi­kum aus­ge­tes­tet haben.  Es gibt Bands, die tref­fen sich sogar ein­fach direkt im Stu­dio und spie­len ein und ande­re, die sich lan­ge und inten­siv auf die Stu­dio­ar­beit vor­be­rei­ten. Das kann alles zu einem guten Ergeb­nis füh­ren, man kann da nicht sagen, was der Königs­weg ist.

Bei uns hat sich das ein­fach so aus der Pra­xis erge­ben und im Stu­dio hat­ten wir dann zwei­ein­halb Tage. Da ist dann auch noch ein­mal viel mit den Stü­cken pas­siert. In den Pro­ben haben sich schon vie­le Arran­ge­ments gefun­den, die ganz simp­len Din­ge wie „wer spielt wann ein Solo“, wer fühlt sich wohl damit in wel­chem Stück an wel­cher Stel­le. Was die gan­ze musi­ka­li­sche Aus­ar­bei­tung angeht: da habe ich zwar einen Plan aber auch drei sehr mün­di­ge Musi­ker an mei­ner Sei­te, die auch alle ihre Mei­nun­gen geäu­ßert haben. Das sol­len sie auch. Klar, am Ende ent­schei­de ich – ich muss ja auch dafür gera­de ste­hen und ich muss mir die Kri­tik anhö­ren wenn es nicht gut ist. Es kam aber noch ganz viel aus der Band, was auf­ge­nom­men wur­de und was die Musik bestimmt ver­bes­sert hat.

Und dann, wenn man wirk­lich beim Auf­neh­men ist – du warst ja auch ein­mal kurz dabei, ich weiß nicht, wie dein Ein­druck war – es war eine unglaub­lich kon­struk­ti­ve Atmo­sphä­re und wir haben unheim­lich viel geschafft. Wie es immer ist, es gibt Stü­cke, die spie­len sich halb von allei­ne und an ande­ren wird rich­tig viel gear­bei­tet und in die­sem Fall waren zwei dabei, die uns rich­tig geär­gert haben. Nicht weil man sich dau­ernd ver­spielt hät­te, son­dern weil man merkt: das funk­tio­niert noch nicht rich­tig. Da muss man am Arran­ge­ment noch etwas fei­len, bas­teln, etwas anders ein­stel­len – hier­hin, dort­hin schie­ben. Und da kommt eben wie­der die Qua­li­tät der Musi­ker ins Spiel: dass auch bei Ände­run­gen im Stu­dio ganz schnell ein rich­tig gutes Ergeb­nis da war.

Von den paar Minu­ten, die ich im Stu­dio ver­fol­gen konn­te kann ich es nur bestä­ti­gen – die Atmo­sphä­re war ent­spannt und spiel­freu­dig.

Ja – ich habe mitt­ler­wei­le schon eine Hand­voll CDs ein­ge­spielt und es gibt ver­schie­de­ne Situa­tio­nen im Stu­dio. Jemand bezahlt ja viel Geld für die Auf­nah­men, ein Stu­dio­tag kos­tet rich­tig Geld und in dem Moment, wo nichts vor­wärts geht, ist das ein­fach eine schwie­ri­ge Situa­ti­on, manch­mal kann es rich­tig hei­kel wer­den und Span­nun­gen ent­stee­hen – eine sol­che Situa­ti­on hat­ten wir bei „Fab­les & Fic­tion“ eigent­lich nie.

„Kon­struk­ti­ve Span­nung“ könn­te viel­leicht auch nütz­lich sein?

Stimmt, aber das ist nicht mein Weg.

Du hast in der Hin­sicht auch ein „schlech­tes“ Instru­ment – ein Sopran­sax oder noch ein­fa­cher ein Drum­stick wären bei einem cho­le­ri­schen Band­lea­der schnell mal gewor­fen…

…des­halb sit­zen die Drum­mer im Stu­dio auch in Kabi­nen!

 Kann man sei­ne eige­ne Musik, sei­ne CD nach eini­ger Zeit über­haupt noch hören? Du hast ja schon im Pro­duk­ti­ons­pro­zess die Titel zig-fach gehört.

Beim Schrei­ben ist natür­lich noch alles toll. Es ist kom­plett frisch, in den Pro­ben auch, da pas­siert noch sehr viel – im Stu­dio ist es hof­fent­lich auch noch frisch – und in die­sem Fall ist es viel­leicht ein Vor­teil, wenn man nicht so viel probt. Danach wird es eng beim Mischen, fin­de ich. Man nimmt sich zwar schon 1–2 Wochen Abstand zur Auf­nah­me aber ich muss zuge­ben, dass ich der Din­ge dann doch recht schnell über­drüs­sig wer­de. Ich höre mei­ne Plat­te dann auch nicht mehr an. In Vor­be­rei­tung auf die Kon­zer­te natür­lich schon. Das zieht sich für alle ande­ren Plat­ten so durch, die ich ein­ge­spielt habe. Es sind eben Moment­auf­nah­men. In zehn Jah­ren wer­de ich die CDs sicher wie­der gern aus dem Regal zie­hen aber momen­tan hat man alles so oft gehört, es gibt kei­ne Über­ra­schun­gen mehr.

Viel span­nen­der ist es an den Stü­cken selbst neue Facet­ten zu ent­de­cken und das soll­te live pas­sie­ren.

Eine die­ser Live-Gele­gen­hei­ten ist natür­lich euer Kon­zert bei Enjoy Jazz. Das offi­zi­el­le CD-Release Kon­zert in der Alten Feu­er­wa­che Mann­heim.

Dar­auf freue ich mich sehr, am 16. Okto­ber ist es soweit. Auf einem Fes­ti­val wie Enjoy Jazz zu spie­len ist natür­lich ein Hoch­amt für jeden in der Band. Und ich freue mich dop­pelt, weil es dazu eine Art Heim­spiel für mich ist: In der Feu­er­wa­che habe ich ja auch schon zig Kon­zer­te als Stu­dent gespielt und nun das zwei­te Mal im Rah­men von Enjoy Jazz.

Ich wün­sche euch viel Spaß. Vie­len Dank für das Gespräch und viel Erfolg bei allen dei­nen Pro­jek­ten in der Zukunft.

 Die aktu­el­le CD von Dani­el Prandl: „Fab­les & Fic­tion“
 

Daniel Prandl - Fables & Fiction

Dani­el Prandl – Fab­les & Fic­tion
Jazz’n’Arts

Erhält­lich über die Web­site von Dani­el Prandl.

Jazzpages Logo
Scroll Up

Durch die weitere Nutzung der Seite Stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen