James „Blood“ Ulmer 1940-2026 – „Jazz is the Teacher, Funk is the Preacher“

Der US-amerikanische Gitarrist, Sänger und Komponist James Blood Ulmer ist am 3. Juni 2026 im Alter von 86 Jahren gestorben. Mit seinem eigenwilligen Stil zwischen Blues, Jazz, Funk, Rock und freier Improvisation gehörte er über Jahrzehnte zu den markantesten Persönlichkeiten der kreativen Musikszene.

James "Blood" Ulmer - Photo: Frank Schindelbeck Jazzofografie

Geboren 1940 in South Carolina, begann Ulmer seine musikalische Laufbahn im Umfeld von Rhythm & Blues und des Jazz. Anfang der 1970er Jahre zog er nach New York, wo vor allem die Begegnung mit Ornette Coleman zu einem wesentlichen Punkt seiner Karriere wurde. Coleman machte Ulmer mit seinem harmolodischen Konzept vertraut und spielte später auch auf Ulmers Album „Tales of Captain Black“. Ulmer übernahm dabei nicht nur Elemente des Free Jazz, sondern vor allem die Idee einer gleichberechtigten Verbindung von Melodie, Harmonie und Rhythmus. In Verbindung mit Blues, Funk und Rock entwickelte er daraus eine unverwechselbare eigene Klangsprache.

Internationale Aufmerksamkeit zog er auf sich mit Alben wie „Are You Glad to Be in America?“, „Free Lancing“ oder „Black Rock“. Dabei verband er Elemente des Blues mit freier Improvisation, Funk-Grooves und rockiger Energie. Sein Gitarrenspiel war rau, kantig, mit klirrenden Akkorden und rhythmisch eigenständig, sein Gesang tief im Blues verwurzelt.

Zu seinen wichtigen Projekten gehörten das Music Revelation Ensemble sowie die Band Phalanx in der George Adams (ts, voc), Amin Ali (b) und Calvin Weston (dr) spielten. Ulmer und Adams bildeten eine kongeniale musikalische Einheit – beide ursprünglich von Rhythm & Blues herkommend prägten sie Phalanx und schufen ihre eigene Version von „Great Black Music“.

Später widmete er sich verstärkt seinen Blues-Wurzeln und veröffentlichte mehrere vielbeachtete Aufnahmen, darunter „Memphis Blood: The Sun Sessions“.

Dem deutschen und europäischen Publikum bleibt James Blood Ulmer durch zahlreiche Festival- und Clubauftritte in Erinnerung. Legendäre Liveauftritte (wie seinerzeit sogar im Osten der Stadt, auf der Jazzbühne Berlin), Plattenproduktionen (beispielsweise bei Moers Music) und die jahrzehntelange regelmäßige Präsenz in Europa hinterließen auch in der hiesigen Jazzszene prägende Spuren.

| Eine Fotogalerie mit Bildern von Manfred Rinderspacher zu Ulmers 80. Geburtstag auf den Jazzpages

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© 1997 – today | ISSN 2751-4099

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