Rolf Bauer (30.4.1920 – 31.1.2008)

Foto: Hans Kumpf

LUDWIGSBURG. „Meine Hend, die wäsch i mir jetzt nemme!“ erklärte freudestrahlend Rolf Bauer, nachdem er den legendärenTrompeter Miles Davis an Ostern 1991 in seinem Studio begrüßt hatte. Am 31. Januar 2008 ist der geistig rege gebliebene Seniorchef im Alter von 87 Jahren überraschend verstorben. Auch im hohen Alter schaute und hörte Rolf Bauer immer wieder in der Markgröninger Straße 46, der weltbekannten Adresse für beste Ton-Kunst, vorbei. Und da interessierte ihn nach wie vor, wie die Jugend jazzt oder wie auch etablierte Künstler sich vor den Mikrofonen aufführen. Stets war Rolf Bauer gut gelaunt und gern zu einem „Schwätzle“ bereit.

Vor über einem halben Jahrhundert gründete er, anfänglich im heimischen Wohnzimmer, das Tonstudio Bauer. Der Ende 1948 erteilten gewerblichen Genehmigung „zur Errichtung eines Studios für moderne Schallaufnahmen“ trug Rolf Bauer dabei – ganz im Sinne der jeweils angesagten Technik – jederzeit Rechnung. Bereits 1958 hielt die Stereofonie Einzug in die Regieräume. Damit war man wegweisend in Deutschland und setzte diese Aufnahmetechnik vor allen deutschen Rundfunkanstalten ein. Und Ende der 60er Jahre hatte das Studio mit der Einführung der Mehrspurtechnik die Nase wieder vorn, rühmen sich noch heute die mittlerweile digitalisierten „Bauer Studios“. Technischer Pioniergeist und ein stets offenes Ohr für Innovation waren Bauers Prinzipien und diese Grundsätze zeichnen das Unternehmen auch nach der Übernahme durch Tochter Eva und Schwiegersohn Reiner Oppelland im Jahr 1989 aus. Nun beherrschen auch in Ludwigsburg spezielle Computer die digitalisierte Klangwelt.

Den Händedruck von Miles Davis hat Rolf Bauer nicht vergessen. Unauslöschlich in seinen Erinnerungen sind auch andere Stars vieler Musikgenres, denen er zu Diensten war, zum Beispiel Ernst Mosch, Erwin Lehn, Peter Alexander, Udo Jürgens, Reinhard Mey, Keith Jarrett, Lester Bowie, Chick Corea, Paquito d´Rivera, Manfred Krug, Giora Feidman und Yehudi Menuhin. Jahrelang produzierte auch das Münchener Label ECM in Ludwigsburg.

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