Zum Tode von Bobby Burgess

„Butter“ spielte bei Stan Kenton und Erwin Lehn

DALLAS/STUTTGART. Schon seit geraumer Zeit machten sich die Freunde von Bobby Burgess große Sorge um den Posaunisten, der an der heimtückischen Alzheimer-Krankheit litt und zuletzt im Koma lag. Am 9. Juni 1997 starb Bob Burgess 67jährig in Denton (Texas), seinem – dreißig Meilen nordöstlich von Dallas gelegenen – neuen Heimatort an Hepatitis.

Bobby Burgess erlangte vorz

ugsweise im deutschen Südwesten beträchtlichen Respekt und Popularität bei den Swing-Freunden, als er 1972 von Erwin Lehn für die SDR Big Band verpflichtet wurde. Man gewann mit ihm einen versierten Orchestermusiker, der zuvor in Formationen von Charlie Barnet, Stan Kenton, Maynard Ferguson, Terry Gibbs, Woody Herman und auch Chet Baker mitgewirkt hatte. Zudem glänzte der von den Kollegen „Butter“ genannte Posaunist als zuverlässiger Improvisator, wo er mit einem „butterweichen“ Sound auffiel.

Das Big-Band-Spiel war seine Passion: er dozierte Jugendjazzorchester Baden-Württemberg und gründete mit jungen Musikern die „Bobby Burgess Big Band Explosion“. Auch nach der Rückkehr des Gründungsvaters in die USA blieb der Klangkörper seinem Namensgeber treu: ein gekonnter Auftritt bei den letzten österlichen Theaterhaus-Jazztagen, und auch beim „Happy Days“-Festival, ebenfalls Stuttgart, war dieses temperamentvolle Ensemble mit von der Party.

Am 14. Juni wurde in der Dallas/Denton-Region eine jazzmusikalische Trauerfeier für den Meisterswinger abgehalten. Wie die „Dallas Morning News“ außerdem vermeldete, soll seine letzte Ruhestätte in Centralia (Illinois) sein, wo Bob Burgess am 4. Oktober 1929 geboren wurde.