SWR2 – Jazz-Programm Juli / August 2020

Besonders erwähnenswerte Programmpunkte im Juli und August: Karsten Mützelfeldt präsentiert einen historischen Leckerbissen vom Rhein mit Billie Holiday am 21. Juli. Am 3. August gratuliert Karl Lippegaus Roscoe Mitchell zum 80. Geburtstag. Thema der Sendung vom 5. August ist das Duo Rdeča Raketa bei den Donaueschinger Musiktagen 2019, moderiert von Nina Polaschegg. Die Berliner Saxophonistin Silke Eberhard wird am 9.8. von Julia Neupert porträtiert.

Silke Eberhard / www.jazzfotografie.de
Silke Eberhard / www.jazzfotografie.de

Donnerstag, 2. Juli, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz Session: Sing the Truth
Angelique Kidjo, Cecile McLorin Salvant, Lizz Wright und Terri Lyne Carrington bei den Stuttgarter jazzopen 2019
Von Günther Huesmann

Drei Star-Vokalistinnen gemeinsam auf der Bühne, ohne jedes Show-Gerangel, ohne Ego-Gebaren. So verschieden sie sind – die in der Weltmusik erfolgreiche Angélique Kidjo, die tief in der Jazztradition verwurzelte Cécile McLorin Salvant und die im Pop-Jazz bewegliche Lizz Wright – gemeinsam feierten sie in Stuttgart ein Hochamt der Gesangskunst. Zusammengebracht hat dieses Gipfeltreffen die amerikanische Schlagzeugerin Terri Lyne Carrington. „Sing the Truth”, ihre Hommage an große Frauen-Persönlichkeiten wie Nina Simone oder Billie Holiday, geriet zu einem Höhepunkt der Stuttgarter jazzopen 2019.

Freitag, 3. Juli, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: Sound-Pilot und notorischer Grenzgänger
Der Schlagzeuger Samuel Rohrer
Von Ulrich Kriest

Bekannt geworden und ausgesprochen geschätzt als Schlagzeuger in Formationen von Susanne Abbuehl, Colin Vallon oder im Trio BraffOesterRohrer, hat Samuel Rohrer spätestens seit der Gründung seines Labels „Arjunamusic Records” gleich mehrere prominent besetzte Spielfelder. Für seine Klangforschungen zwischen Improvisation und Electronics betreibt er Bands wie Ambiq oder Dark Star Safari. Aber auch als Solist bleibt der Musiker dem hintersinnigen Motto seines Labels treu: „Be calmly active and actively calm!” Zeit, einmal genauer hinzuhören!

Samstag, 4. Juli, 09.05 – 10.00 Uhr
SWR2 Musikstunde: Jazz across the border
Von Günther Huesmann

Der wohl auffallendste Trend im aktuellen Jazz ist seine fortschreitende Globalisierung. Entstanden um 1900 in den USA als hybride Musik, ist der Jazz durch die Idee groß geworden, dass es sich immer lohnt, wenn man sich auch mit etwas Anderem beschäftigt als nur mit sich selbst. Die in der Improvisation angelegte Idee des Dialogs erleichtert es Jazzmusiker*innen, sich anderen Stilen und Musikkulturen zu öffnen. So ist Jazz zu einer „global language” geworden. „Jazz across the border” hört auf unterhaltsam-informative Weise hin.

Samstag, 4. Juli, 22.03 – 23.00 Uhr
Jazztime: Sometimes I’m Happy
Die brillanten Song-Interpretationen der Vokalistin Dinah Washington
Von Gerd Filtgen

Nachdem Ruth Lee Jones den Künstlernamen Dinah Washington (1924 – 1962) angenommen hatte, ging es mit ihrer Karriere steil nach oben. Mit ihrem variablen Vokal-Stil sorgte sie schon bei ihrem ersten Job in den 1940er-Jahren im Lionel Hampton Orchester für Aufsehen. Dabei engte die Bezeichnung „Queen Of The Blues” ihr Talent nur ein. Für Dinah Washington gab es kein musikalisches Genre, das sie nicht überzeugend interpretieren konnte.

Dienstag, 7. Juli, 21.03 – 22.00 Uhr
Homezone – Jazz in Südwest
Im Studio die SWR Big Band
Von Julia Neupert

Die monatliche Sendereihe „Homezone” führt regelmäßig an die vielen verschiedenen Orte, an denen der Jazz im Südwesten zu Hause ist. In dieser Ausgabe bleiben wir in der direkten „Homezone” des SWR und treffen die SWR Big Band. Vorgestellt werden aktuelle Produktionen mit ihrem künstlerischen Leiter Magnus Lindgren sowie Konzertprogramme mit hochkarätigen Gästen wie Nils Landgren, Hugo Candelario und Ack van Rooyen.

Donnerstag, 9. Juli, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: Listening To Pictures
Der Trompeter Jon Hassell
Von Bert Noglik

Mit seinen Collagen aus Jazz, Ethno-Einflüssen und Electronica wurde er zum Pionier einer Musik, die den Rahmen konventioneller Kategorien sprengt und ähnlich orientierte Künstler wie Brian Eno inspirierte. Jon Hassell, geboren 1937 in Memphis, erwies sich mit seinem Schaffen als Einzelgänger und Visionär. Seinen von vokalisierten Trompetenlinien durchzogenen Soundscapes gab er Namen wie „Magic Realism” oder „Fourth World Music”. Wie ein mit Farben agierenden Maler schichtet er verschiedene Klangtexturen im Prozess des Schaffens übereinander und verwandelt sie in musikalische Meisterwerke.

Freitag, 10. Juli, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: Small but Beautiful
Improvisieren in Klein(st)Besetzungen
Von Nina Polaschegg

Zurzeit erscheinen viele Tonträger mit Klein(st)Besetzungen. Aber auch sonst machen sich Musikerinnen und Musiker Gedanken, was und wie sie ihre plötzlich unfreiwillig durch Covid19 erzwungene „Frei-Zeit” nutzen. Einige arbeiten an Projekten, andere geben Live-Stream-Konzerte. Diese Sendung gibt einen Einblick und stellt Kreatives von Solist*innen und Duos vor. Unter anderem eine „Kleine Trompetenmusik” von Birgit Ulher und Franz Hautzinger oder die aktuelle Zusammenarbeit der beiden Freiburger Musiker Harald Kimmig und Ephraim Wegner.

Samstag, 11. Juli, 22.03 – 23.00 Uhr
Jazztime: Der Marathon-Mann
Zum 100. Geburtstag des Tenorsaxofonisten Paul Gonsalves
Von Hans-Jürgen Schaal

Fast 25 Jahre lang war Paul Gonsalves einer der wichtigsten Solisten im Orchester von Duke Ellington. Zur Legende wurde er mit seinem Solo über „Diminuendo And Crescendo In Blue” beim Newport Jazz Festival 1956. Der Saxofonist blies damals 27 Blues-Chorusse hintereinander und schien gar nicht mehr aufhören zu wollen. Das Publikum tobte vor Begeisterung. Im Folgejahr nahm Gonsalves – mit 37 Jahren! – sein eigenes Debütalbum auf. Rund 20 weitere folgten und enthüllten einen überraschend modernen und vielseitigen Saxofonisten.

Dienstag, 14. Juli, 21.03 – 22.00 Uhr
SWR2 Jazz Session: My Favorite Discs
Von Franziska Buhre

Persönliche Lieblingsalben aus der älteren oder jüngeren Jazzgeschichte werden in der Reihe „My Favorite Discs” regelmäßig vorgestellt: von den Autorinnen und Autoren unserer SWR2-Jazzredaktion. Legendäre Klassiker oder weniger bekannte Favoriten – warum gerade ein bestimmtes Album sie so beeindruckt hat, erklären sie in dieser Sendung.

Donnerstag, 16. Juli, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: Pole Position der Poesie
Der Pianist Vladyslav Sendecki

Von Henry Altmann

Wenn es ein polnisches Herz im Jazz gibt, dann scheint es im Rhythmus von Vladyslav Sendecki zu schlagen. Das New Yorker Magazin Village Voice zählt den 65-Jährigen zu den Top‑5 Jazzpianisten der Welt, seine Diskografie reicht von freien Solo-Aufnahmen bis zur funky-festen Big Band, von akustischer Poesie zum Fusion-Power-Jazz. Sendeckis Biografie ist die eines Europäers, dem die Geschichte nicht immer gut mitgespielt hat. Und der trotzdem Jazzgeschichte geschrieben hat.

Freitag, 17. Juli, 23.30 – 24.00 Uhr
NOWJazz Update: Sonic Wilderness
Von Thomas Loewner

Diese Reihe auf dem freitäglichen NOWJazz Update Sendeplatz führt in die Zwischenwelten des Jazz. Ob Improv, Electronica, Klangkunst, Noise oder Rock – für die atmosphärischen Mixes gibt es nur eine Regel: Die Lust am musikalischen Abenteuer muss hörbar sein.

Montag, 20. Juli, 23.30 – 24.00 Uhr
ARD Radiofestival Jazz: Jazz: Swingin‘ the Rhine
Billie Holiday, Oscar Peterson, Stan Getz und Art Blakey in NRW
Von Karsten Mützelfeldt

1954 macht Lady Day Station in Köln. Im Programmheft ist zu lesen: „Billie Holiday gestaltet Kunstwerke von einer Intensität, die sie zu einer der größten lebenden Künstlerinnen unserer Zeit machen.” Sieben Jahre später präsentiert sich Oscar Peterson in der Domstadt, mit jener Formation, die als die beste des Pianisten gilt. 1960 tourt das Mini-Festival „Jazz at the Philharmonic” durch Europa. Mit dabei in Düsseldorf: Stan Getz. 1976 treten der Schlagzeuger Art Blakey und seine Jazz Messengers in Moers auf: swingender Hardbop auf einem Free-Jazz-Festival.

Dienstag, 21. Juli, 23.30 – 24.00 Uhr
ARD Radiofestival Jazz: Sounds of Hamburg
Gabriel Coburgers XXL-Ensemble bei den Jazz Open Hamburg 2019
Von Felix Tenbaum

Der Saxofonist Gabriel Coburger gehört zu den tonangebenden Jazzmusikern in Hamburg. Seit vielen Jahren prägt er mit seinem Instrument, aber auch mit seinem großen Engagement als Veranstalter von Konzertreihen das musikalische Leben in der Hansestadt. Beim Festival Hamburg Jazz Open 2019 trat Coburger mit zahlreichen Weggefährten aus der örtlichen Jazzszene in einer XXL-Formation auf. Mit dem Sänger Ken Norris und den Arrangements von Wolf Kerschek bekommt Coburgers emotionale Musik viel Energie, Wucht und Groove – ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie Jazz aus Hamburg klingen kann.

Mittwoch, 22. Juli, 23.30 – 24.00 Uhr
ARD Radiofestival Jazz: Das neue Afrika
Fatoumata Diawara, Botschafterin eines Kontinents
Julia Hemmerling

Fatoumata Diawara – ihr Gesang steht stellvertretend für ein Afrika, das sich über den Ruf des „Kriegs-Kontinents” hinwegsetzt. In ihren Vocals greift die malische Sängerin die Tradition der westafrikanischen Musik auf und überführt sie in die Stilregionen von Jazz, Funk und Rock. Die ausgebildete Schauspielerin wurde auf den Festivalbühnen von Glastonbury und Montreux gefeiert.

Donnerstag, 23. Juli, 23.30 – 24.00 Uhr
ARD Radiofestival Jazz: List und leise Power
Das hintersinnig-feine Trio der Pianistin Carla Bley beim „grenzenlos“ Festival Murnau
Von Roland Spiegel

Viel Musikgeschichte schwingt mit, wenn die Pianistin und Komponistin Carla Bley zusammen mit Bassist Steve Swallow die Bühne betritt. Sie ist 84, er wird bald 80. Vorsichtig setzt sie an seiner Hand einen Fuß vor den anderen auf dem Weg zum Klavier. Gemessenes Tempo hat bei ihnen und ihrem Trio-Partner Andy Sheppard, Saxofon, auch die Musik. Und: viel gelebte Tiefe. Ende 2019 trat dieses Trio beim Weltmusikfestival „grenzenlos” in Murnau auf und spielte dabei ganz neue Kompositionen Carla Bleys. Stücke mit viel Kraft im ganz Leisen – und das Publikum lauschte so still wie sonst selten.

Freitag, 24. Juli, 23.30 – 24.00 Uhr
ARD Radiofestival Jazz: Review

Jazz-Neuerscheinungen
Von Johannes Kloth

„File Under Jazz” – mit diesem Hinweis versehen einige Plattenlabels vorsichtshalber ihre Neuveröffentlichungen, damit es nicht zu Missverständnissen kommt in den Verkaufs-Regalen der CD-Geschäfte und in den Sparten der Streaming- und Download-Portale. Was dann dort tatsächlich alles unter „Jazz” einsortiert wird, ist natürlich immer noch extrem breit gefächert: nicht nur stilistisch, sondern auch qualitativ. Selbst für Fans kann es da schwer sein, sich zu orientieren. Immer freitags präsentierten deshalb die Autor*innen des ARD Radiofestivals die aktuell bemerkenswerten Neuerscheinungen des Jazz.

Mittwoch, 29. Juli, 23.30 – 24.00 Uhr
ARD Radiofestival Jazz: Indie-Rock im Jazzgetriebe
Donny McCaslin und die hr-Bigband erobern neues orchestrales Terrain
Von Jürgen Schwab

Dass David Bowie mit dem Album „Blackstar” die Krönung seiner künstlerischen Selbstinszenierung gelang, war auch der Band zu verdanken, die ihn darauf begleitete: dem Quartett von Donny McCaslin. Nicht erst seitdem zeigt sich der New Yorker Saxofonist fasziniert von der kommunikativen Energie der Rockmusik. Schon vorher hatte er ähnliche Crossover-Potentiale erkundet. 2019 konzipierte McCaslin gemeinsam mit dem Keyboarder Jason Lindner ein Programm für die hr-Bigband, die der Musik mit wuchtigen Bläsersätzen zusätzliche Schubkraft verlieh.

Donnerstag, 30. Juli, 23.30 – 24.00 Uhr                                                                                                                                                                            ARD Radiofestival Jazz: Armstrong Revisited
Das Martin Auer Quintett spielt Louis Armstrong
Von Ulf Drechsel

Louis Armstrong? Was hat der mit Jazz des 21. Jahrhunderts zu tun? Jede Menge. Armstrong gilt als Erfinder der Solo-Improvisation im Jazz, des freien Gestaltens einer Melodie. Vor allem mit seinen Hot Five- und Hot Seven-Besetzungen legte er „die Lunte, die bis heute brennt”. Wenn der Trompeter Martin Auer mit seinem seit 1995 in unveränderter Besetzung spielenden Quintett die Musik Armstrongs aufgreift, darf man gewiss sein: Hier geht es nicht ums Jazz-Museum, sondern um einen ganz eigenen Umgang mit dem musikalischen Nachlass aus den frühen Jahren der Jazzgeschichte.

Freitag, 31. Juli, 23.30 – 24.00 Uhr
ARD Radiofestival Jazz: Review
Jazz-Neuerscheinungen
Von Julia Neupert

„File Under Jazz” – mit diesem Hinweis versehen einige Plattenlabels vorsichtshalber ihre Neuveröffentlichungen, damit es nicht zu Missverständnissen kommt in den Verkaufs-Regalen der CD-Geschäfte und in den Sparten der Streaming- und Download-Portale. Was dann dort tatsächlich alles unter „Jazz” einsortiert wird, ist natürlich immer noch extrem breit gefächert: nicht nur stilistisch, sondern auch qualitativ. Selbst für Fans kann es da schwer sein, sich zu orientieren. Immer freitags präsentierten deshalb die Autor*innen des ARD Radiofestivals die aktuell bemerkenswerten Neuerscheinungen des Jazz.

Montag, 3. August, 23.30 – 24.00 Uhr
ARD Radiofestival Jazz: South Side Bells
Roscoe Mitchell zum 80. Geburtstag
Von Karl Lippegaus

Dass Roscoe Mitchell Musiker werden wollte, stand früh fest. Schwarze Kirchenmusik prägte den späteren Multiinstrumentalisten. Im Washington Park und durchs Radio entdeckte er den Jazz, das Altsaxofon wurde sein Hauptinstrument. Mit der Experimental Band des Pianisten Muhal Richard Abrams entstand 1965 die Keimzelle für die Musikerkooperative AACM, aus der das Art Ensemble of Chicago hervorging. Dessen libertärer Geist prägte fortan Roscoe Mitchells erstaunlichen musikalischen Parcours, der zuletzt in das vielbeachtete Album „South Side Bells” mündete.

Dienstag, 4. August, 23.30 – 24.00 Uhr
ARD Radiofestival Jazz: Ein Leben für den Jazz
Erinnerungen an den Saarbrücker Musiker Christoph Mudrich
Von Gabi Szarvas

Die Kaffeetasse auf dem Flügel, die obligatorische Zigarette im Mund, die langen Haare zu einem Pferdeschwanz gebunden, immer zu einem eloquenten Plausch über Gott und die Welt, aber vor allem den Jazz aufgelegt. So kannten und schätzten ihn seine Schüler, Kollegen und Weggefährten: den Saarbrücker Jazzmusiker Christoph Mudrich. Der 1960 geborene Pianist und Komponist war einer der Motoren der Saar-Jazzszene, unter anderem als Leiter der Jazzabteilung an der Musikschule Sulzbach-Fischbachtal, als Big-Band-Leader und vor allem als Pianist und charmanter Moderator auf der Konzertbühne.

Maja Ojsonik / www.jazzfotografie.de
Maja Ojsonik / www.jazzfotografie.de

Mittwoch, 5. August, 23.30 – 24.00 Uhr
ARD Radiofestival Jazz: Brennen!
Das Duo Rdeča Raketa bei den Donaueschinger Musiktagen 2019
Von Nina Polaschegg

So wie die Rote Rakete im Gedicht des Lyrikers Srečko Kosovel ist die Musik von Rdeča Raketa auf glühender Mission ins Unbekannte. Das in Wien beheimatete Duo von Maja Osojnik und Matija Schellander improvisiert mit elektronischen und analogen Klangquellen, Field Recordings, Beats, Spoken Word und in Donaueschingen auch mit der Videokunst von Billy Roisz. „Und kann die Stille nicht erreichen” hieß ihre gemeinsam für die Musiktage konzipierte interdisziplinäre Arbeit.

Donnerstag, 6. August, 23.30 – 24.00 Uhr
ARD Radiofestival Jazz: Pour Michael Moore pur
Die NDR Bigband mit Michael Moore in Hamburg 2019
Von Henry Altmann

Er ist ein „Musicians« Musician”, ein unter Musikern wegen seiner Menschlichkeit beliebter und wegen seiner musikalischen Fähigkeiten geschätzter Kollege, der breiten Öffentlichkeit weniger bekannt. Michael Moore, Klarinettist und Saxofonist, seit 1982 „American in Amsterdam”, dreifacher DownBeat-Poll-Gewinner, bringt seit Jahren ein musikalisches Kleinod nach dem anderen heraus. Auch seine Kompositionen für die NDR Bigband gehören zu den schönsten des Repertoires. Henry Altmann stellt einen stillen, aber wirkmächtigen Musiker vor, der seit Januar 2019 das Programm des Ensembles bereichert.

Freitag, 7. August, 23.30 – 24.00 Uhr
ARD Radiofestival Jazz: Review
Jazz-Neuerscheinungen
Von Ulf Drechsel

„File Under Jazz” – mit diesem Hinweis versehen einige Plattenlabels vorsichtshalber ihre Neuveröffentlichungen, damit es nicht zu Missverständnissen kommt in den Verkaufs-Regalen der CD-Geschäfte und in den Sparten der Streaming- und Download-Portale. Was dann dort tatsächlich alles unter „Jazz” einsortiert wird, ist natürlich immer noch extrem breit gefächert: nicht nur stilistisch, sondern auch qualitativ. Selbst für Fans kann es da schwer sein, sich zu orientieren. Immer freitags präsentierten deshalb die Autor*innen des ARD Radiofestivals die aktuell bemerkenswerten Neuerscheinungen des Jazz.

Sonntag, 9. August, 19.34 – 20.00 Uhr (nach dem Hörspiel)
SWR2 Jazz: Swing Low Sweet Clarinet
Pete Fountain
Von Gerd Filtgen

Für Pete Fountain (1930 – 2016) waren die Lokale auf der Bourbon Street in New Orleans die bevorzugten Auftrittsorte. Nach eigener Aussage empfand der Klarinettist den Austausch mit anderen Musikern in der lebensfrohen Szene des French Quarter „wie das Studium an einem Konservatorium“. Dort erhielt Fountains mit Blues, Oldtime Jazz und Swing den musikalischen Feinschliff. Bis auf erfolgreiche Auftritte in TV-Shows in Los Angeles, wie auch kurze Engagements in Chicago und Las Vegas war der Klarinettist vorrangig in seiner Heimatstadt tätig, wo er auch eigene Jazz-Clubs leitete.

Sonntag, 9. August, 15.00 – 17.00 Uhr
SWR2 Zur Person: Die Saxofonistin und Klarinettistin Silke Eberhard
Von Julia Neupert

Mozart und Musikverein – das waren die ersten musikalischen Stationen der Silke Eberhard in ihrer schwäbischen Heimat Heidenheim an der Brenz. Die Klarinette war ein Weihnachtsgeschenk der Eltern. Bald schon entdeckte sie aber auch das Altsaxofon für sich – und den Jazz als ihre Lieblingsmusik. Besonders die Abenteurer der Jazzgeschichte haben sie von Anfang an fasziniert: Ornette Coleman, Charles Mingus oder Eric Dolphy gehören zu denen, die sie nachhaltig beeinflusst haben. Mittlerweile in Berlin lebend, gehört Silke Eberhard heute selbst zu den prägenden Stimmen der europäischen Jazzszene.

Montag, 10. August, 23.30 – 24.00 Uhr
ARD Radiofestival Jazz: Look What I Got!
Betty Carter und ihr Trio 1987 in Bremen

Von Arne Schumacher

Sie ist eine der großen Sängerinnen der Jazzhistorie. Aber Betty Carter ist mehr als das. Betty Bebop, wie Lionel Hampton sie taufte, bestand stets auf künstlerischer und ökonomischer Unabhängigkeit. Damit wurde die Amerikanerin zur Vorreiterin selbstbestimmter Frauen im Jazz-Business. Ihre Fähigkeiten als Scat-Vokalistin, kombiniert mit einer starken Persönlichkeit, machten sie zu einer fesselnden Performerin. Als versierte Bandleaderin hatte sie ein gutes Gespür für Talente. Beim Radio Bremen-Festivalkonzert im Herbst 1987 saß etwa Stephen Scott am Klavier, gerade 18 Jahre jung.

Dienstag, 11. August, 23.30 – 24.00 Uhr
ARD Radiofestival Jazz: Beneath the Surface
Die Bassistin Lisa Wulff
Von Felix Tenbaum

Die junge Bassistin Lisa Wulff gehört auf ihrem Instrument zu den gefragten Künstler*innen der internationalen Szene. Auf ihr charismatisches Spiel vertrauen Jazzgrößen wie Rolf Kühn, Rita Marcotulli oder Nils Landgren. 2019 erhielt Wulff den renommierten Hamburger Jazzpreis. Mit drei hervorragenden Gastmusikern – den beiden Pianisten Frank Chastenier und Yannis Anft und Miroslava Stareychinska (Harfe) – und ihren langjährigen Weggefährten Adrian Hanack (Saxofon) und Silvan Strauß (Drums) hat Lisa Wulff mit „Beneath the Surface” ein Album voller persönlicher Eindrücke vorgelegt.

Mittwoch, 12. August, 23.30 – 24.00 Uhr
ARD Radiofestival Jazz: Hauptsache Kommunikation
Ingrid Laubrock und ihre unterschiedlichen Projekte
Von Ulrich Habersetzer

Blutergüsse an den Lippen bekam sie, nachdem sie einen ganzen Tag in einem Londoner U‑Bahnhof Altsaxofon gespielt hatte. Das war 1989, und seither ist Ingrid Laubrock Profimusikerin. Seit 2009 lebt sie in Brooklyn und ist eine feste Größe der New Yorker Avantgarde-Szene. Zu ihren Einflüssen gehören brasilianische Songs, die kraftvolle Musik von Julius Hemphill, aber auch die komplexen Klanggebilde von Anthony Braxton, mit dem sie eng zusammenarbeitet. Das Porträt einer Improvisatorin und Komponistin, deren Projekte vom frei spielenden Duo bis hin zum 50-köpfigen Orchester reichen.

Donnerstag, 13. August, 23.30 – 24.00 Uhr
ARD Radiofestival Jazz: German All Stars
Weit mehr als ein vollmundiges Etikett beim Deutschen Jazzfestival Frankfurt 2019
Von Claus Gnichwitz

1953 hießen die Musiker u. a. Max Greger, Paul Kuhn und James Last. Beim Jubiläumskonzert des Festivals in Frankfurt im Oktober 2019 stand ein zeitgenössisches Sextett auf der Bühne und spielte eigens für das Festival komponierte Musik aller Bandmitglieder. Angelika Niescier, Johannes Lauer, Julia Kadel, Eva Kruse, Eva Klesse und Christian Kögel begeisterten das Publikum mit einem Programm, das die ganze Bandbreite des zeitgenössischen deutschen Jazz zeigte.

Freitag, 14. August, 23.30 – 24.00 Uhr
ARD Radiofestival Jazz: Review
Jazz-Neuerscheinungen
Von Anja Buchmann

„File Under Jazz” – mit diesem Hinweis versehen einige Plattenlabels vorsichtshalber ihre Neuveröffentlichungen, damit es nicht zu Missverständnissen kommt in den Verkaufs-Regalen der CD-Geschäfte und in den Sparten der Streaming- und Download-Portale. Was dann dort tatsächlich alles unter „Jazz” einsortiert wird, ist natürlich immer noch extrem breit gefächert: nicht nur stilistisch, sondern auch qualitativ. Selbst für Fans kann es da schwer sein, sich zu orientieren. Immer freitags präsentierten deshalb die Autor*innen des ARD Radiofestivals die aktuell bemerkenswerten Neuerscheinungen des Jazz.

Sonntag, 16. August, 19.19 – 20.00 Uhr (nach dem Hörspiel)
SWR2 Jazz: Botschafter Haitis
Der Altsaxofonist Godwin Lewis
Von Ssirus W. Pakzad

Der 35jährige Godwin Louis ist ein temperamentvoller und ausdrucksstarker Saxofonist unserer Zeit. Am Alt- und Sopransaxofon zeigt der in Harlem geborene Sohn haitianischer Einwanderer eine frappierende Wendigkeit und Virtuosität. Nachdem Louis lange als Sideman glänzte, veröffentlichte er kürzlich sein Solo-Debüt „Global“, mit dem er zeigt, wie das Vielvölkergemisch des amerikanischen Kontinents die Kultur des Erdteils bereichert hat. Mit seinem Bruder betreibt Godwin Louis auf Haiti eine Schule, eine Klinik, eine Kirche und ein Waisenhaus.

Montag, 17. August, 23.30 – 24.00 Uhr
ARD Radiofestival Jazz: Solo Now
Chick Corea, Albert Mangelsdorff, John McLaughlin und Jean-Luc Ponty in München 1972
Von Michael Rüsenberg

„Solo Now” war Teil des Festivals „Jazz Now” bei den Olympischen Spielen 1972, organisiert von Joachim Ernst Berendt. Der damalige SWF-Redakteur gab damit einem Trend ein Forum: Seit Ende der 1960er-Jahre wagten sich immer mehr Solisten auf die Jazzbühnen. Berendt sah darin das „Symptom einer wachsenden Hinwendung zu einer neuen, reinen und klaren Romantik”. Das klingt sehr nach Zeitgeist. Und auch die Voraussetzungen für Soloperformances würde man heute anders beschreiben als es Berendt damals tat: „Die Fähigkeit zu swingen, muss zunächst einmal in jedem einzelnen Musiker beschlossen sein.”

Dienstag, 18. August, 23.30 – 24.00 Uhr
ARD Radiofestival Jazz: Musikbesessen
Der saarländische Saxofonist Johannes Müller
Von Gabi Szarvas

Mozarts „Kleine Nachtmusik” und Smetanas „Moldau” hatte Johannes Müller schon mit fünf Jahren rauf und runter gehört. Sein erstes eigenes Instrument war die Blockflöte, aber so richtig umgehauen hat ihn später der Sound des Saxofons. Sein berufliches Ziel: jede freie Minute mit dem Instrument und seiner Musik verbringen zu können. Der Weg vom Notenlesen hin zur Improvisation habe ihm, so sagt er selbst, ein neues Universum aufgetan, an dem der 38-jährige gebürtige Saarlouiser bis heute tüftelt, in der Big Band der Bundeswehr, als gefragter Solist, Pädagoge oder Leader der Band „Jazz Mile”.

Mittwoch, 19. August, 23.30 – 24.00 Uhr
ARD Radiofestival Jazz: Round About Tango
Mit Wolfgang Haffner, Vincent Peirani, Asja Valsic und anderen
Von Beatrix Gillmann

„Das Geheimnis des Tangos liegt in diesem Moment der Improvisation.”, formulierte es der berühmte Tangotänzer Carlos Gavito, „Es passiert zwischen Schritt und Schritt. Es macht das Unmögliche möglich: Man tanzt Stille.” Improvisation und die Stille zwischen den Tönen spielen in der Musik dieser Sendung eine wichtige Rolle: Die Cellistin Asja Valcic überschreitet im Duo mit Akkordeonist Klaus Paier Genre-Grenzen. Und Schlagzeuger und Bandleader Wolfgang Haffner will auf seinem Album „Kind of Tango” das Lebensgefühl des Tango in seine eigene musikalische Welt übersetzen.

Donnerstag, 20. August, 23.30 – 24.00 Uhr
ARD Radiofestival Jazz: Celebrating New Orleans                                                                                                                                                            John Scofield und Jon Cleary in Worpswede 2019
Von Arne Schumacher

John Scofield gehört zu den überragenden Jazzgitarristen der Gegenwart. Dabei muss der Begriff Jazz weit gefasst werden. Der US-Amerikaner hat immer wieder gezeigt, dass er sich in alle möglichen Stilistiken einzufühlen versteht. Unter dem Titel „Piety Street” erschien 2009 seine Album-Hommage an die Gospel- und R&B‑Tradition von New Orleans. Wichtigster Partner war der Sänger und Pianist Jon Cleary. Der gebürtige Engländer hat den Sound von New Orleans verinnerlicht wie wenige andere. Auf seiner Europa-Tour servierte das spielfreudige Duo ein süffig-beseeltes Roots-Programm im New Orleans-Style.

Freitag, 21. August, 23.30 – 24.00 Uhr
ARD Radiofestival Jazz: Review
Jazz-Neuerscheinungen
Von Claus Gnichwitz

„File Under Jazz” – mit diesem Hinweis versehen einige Plattenlabels vorsichtshalber ihre Neuveröffentlichungen, damit es nicht zu Missverständnissen kommt in den Verkaufs-Regalen der CD-Geschäfte und in den Sparten der Streaming- und Download-Portale. Was dann dort tatsächlich alles unter „Jazz” einsortiert wird, ist natürlich immer noch extrem breit gefächert: nicht nur stilistisch, sondern auch qualitativ. Selbst für Fans kann es da schwer sein, sich zu orientieren. Immer freitags präsentieren deshalb die Autor*innen des ARD Radiofestivals die aktuell bemerkenswerten Neuerscheinungen des Jazz.

Sonntag, 23. August, 19.13 – 20.00 Uhr (nach dem Hörspiel)
SWR2 Jazz: Geschichte eines Jazz-Standards (28)
My Favorite Things
Von Hans-Jürgen Schaal

Das Musical „The Sound Of Music“ hatte im November 1959 seine Broadway-Premiere. Die Handlung spielt in Österreich, und der Song „My Favorite Things“ ist ein Walzer – im Text geht es um Apfelstrudel und Schnitzel. Heute wird das Stück in den USA vielfach für ein Weihnachtslied gehalten. Bevor der Song auf „konventionelle“ Art von Jazzmusikern adaptiert werden konnte, preschte damals John Coltrane voran – ausgerechnet Coltrane, Symbolfigur der Avantgarde. Er machte „My Favorite Things“ zur Hymne des modalen Improvisierens und verwandelte den Musical-Walzer in eine intensive, orientalisierende Beschwörung auf dem Sopransax.

Montag, 24. August, 23.30 – 24.00 Uhr
ARD Radiofestival Jazz: Last Concert In Europe
Das Gerry Mulligan Quartet bei den Leipziger Jazztagen 1995
Von Bert Noglik

Dem Baritonsaxofonisten Gerry Mulligan gelang es, seinem lange als schwerfällig geltenden Instrument eine neue Leichtigkeit einzuhauchen. Bereits Ende der 1940er Jahre war er an Aufnahmen mit Miles Davis beteiligt, die einer ganzen Richtung im Jazz den Namen gaben: Birth of the Cool. Kultstatus erspielte sich Gerry Mulligan im Quartett mit dem Trompeter Chet Baker. Vier Monate vor seinem Tod gastierte er mit seiner Band bei den Leipziger Jazztagen – das letzte Konzert in Europa, das ihn mit seinem samtenen Ton und seinem Improvisationstalent noch einmal auf einem Höhepunkt erleben ließ.

Dienstag, 25. August, 23.30 – 24.00 Uhr
ARD Radiofestival Jazz: Jazz is now
Das Bremer Label Berthold Records
Von Harald Mönkedieck

Wie die meisten unabhängigen Jazzlabels ist auch Berthold Records aus musikalischer Leidenschaft heraus entstanden. Das Bremer Unternehmen von Anton Berthold und Nicholas Bild verbindet norddeutsche Lässigkeit mit einer weltoffenen Perspektive. Jazz wird als Ausdruck jugendlicher Modernität gesehen. So findet man im Berthold-Katalog eine bunte Mischung unterschiedlichster Ausdrucksformen: von der Vokalkunst der brasilianischen Sängerin Dani Gurgel über den vielfarbig schillernden Big-Band-Sound von „Fette Hupe“ aus dem deutschen Norden bis zum Groove-Universum der französischen Gruppe „Ozma“.

Mittwoch, 26. August, 23.30 – 24.00 Uhr
ARD Radiofestival Jazz: The Man from Saturn
Sun Ra And His Arkestra bei den Berliner Jazztagen 1970
Von Ulf Drechsel

„Mein Tierkreiszeichen sind die Zwillinge, meine Ankunftszone die USA”. Das sagte der Mann, der zudem behauptete, er habe Musik „bei Vater Gott” studiert und sei vom Saturn auf die Erde herniedergekommen. Sun Ra wurde 1914 unter dem bürgerlichen Namen Herman „Sonny” Poole Blount in Birmingham, Alabama geboren. Seinen Namen Sun Ra, nach dem ägyptischen Sonnengott, legte er sich 1952 zu – auch aus Protest gegen die bürgerliche Gesellschaft der USA. Die Auftritte seines Arkestras sind legendär – gerieten sie doch oft zu Jazz-Happenings mit Tanz, Lichtshow und Götterbeschwörung.

Donnerstag, 27. August, 23.30 – 24.00 Uhr
ARD Radiofestival Jazz: Back to the Sunset
Die WDR Big Band Köln und der kubanische Schlagzeuger Dafnis Prieto
Von Jörg Heyd

Musikalisch könnte es für Dafnis Prieto momentan gar nicht besser laufen, vorläufiger Höhepunkt war der Gewinn eines Grammys im Februar 2019. Prieto siegte in der Kategorie „Best Latin Jazz Album”. Mit tänzerischer Leichtigkeit, einer ausgefeilten Technik und mit schlichter Eleganz führt er die traditionelle Musik seiner alten Heimat Kuba zusammen mit den modernen Jazzklängen seiner neuen Heimat New York, wo er seit 20 Jahren lebt. Von Hause aus Schlagzeuger, treibt Prieto mit technischer Finesse und unbändiger Energie seine Musik auch im Großformat stets nach vorne.

Freitag, 28. August, 23.30 – 24.00 Uhr
ARD Radiofestival Jazz: Review
Jazz-Neuerscheinungen
Von Arne Schumacher

„File Under Jazz” – mit diesem Hinweis versehen einige Plattenlabels vorsichtshalber ihre Neuveröffentlichungen, damit es nicht zu Missverständnissen kommt in den Verkaufs-Regalen der CD-Geschäfte und in den Sparten der Streaming- und Download-Portale. Was dann dort tatsächlich alles unter „Jazz” einsortiert wird, ist natürlich immer noch extrem breit gefächert: nicht nur stilistisch, sondern auch qualitativ. Selbst für Fans kann es da schwer sein, sich zu orientieren. Immer freitags präsentierten deshalb die Autor*innen des ARD Radiofestivals die aktuell bemerkenswerten Neuerscheinungen des Jazz.

Samstag, 30. August, 20.04 – 24.00 Uhr
Bird Lives – zum 100. Geburtstag von Charlie Parker
Mit Günther Huesmann

Charlie Parker, geboren am 29. August 1920 in Kansas City, gehört zu den bedeutendsten Musikern des 20. Jahrhunderts. Anfang der 1940er-Jahre entwickelte er ein musikalisches Vokabular, das heute überall auf der Welt als Jazz gesprochen wird. „Bird” gilt als Wegbereiter des Modern Jazz; er hat den Bebop geprägt wie kein anderer Spieler. Unser Charlie Parker Abend bringt Aufnahme-Juwelen des Improvisations-Genies. Wir fragen nach der Wirkung seiner Musik bis heute und folgen Parkers Spuren bis hinein in die Sounds von Hip-Hop, Rap und der Big-Band-Musik des 21. Jahrhunderts.

Montag, 31. August, 23.30 – 24.00 Uhr
ARD Radiofestival Jazz: The Epic
Die Pat Metheny Group beim NDR Jazzworkshop 1980
Von Michael Laages 

Für europäische Ohren hat die Karriere des Amerikaners Pat Metheny gerade begonnen, als er am 8. Juli 1980 im legendären „Onkel Pö”-Club in Hamburg auftritt – im Herbst 1978 hatte die Band des Gitarristen die Berliner Jazztage im Sturm erobert. Der Anfang 2020 verstorbene Lyle Mays war damals sein Partner an den Tasten, Mark Egan spielte Bass, und Schlagzeuger Danny Gottlieb wurde später zum gefragten Gast in Big Bands wie der im NDR. Metheny war daheim extrem schnell zum Star gereift: als Wunderkind mit Wuschelkopf. 1980 markiert sein Quartett einen ganz neuen Sound im Jazz.

Montags-Samstags/ 17.50 – 18.00 Uhr
Jazz vor sechs
Entdeckungsfreudig oder klassisch – mit täglich aktuellen Veröffentlichungen sowie Aufnahmen aus dem Archiv.

Anmerkung zum Sommer-Programm

Vom 18. Juli bis zum 12. September findet das ARD-Radiofestival statt. Am Abend (20.05 – 24.00 Uhr) erwartet Sie dann ein gemeinsam von den Kulturwellen der ARD gestaltetes Programm. Aus diesem Grund entfallen alle SWR2-Jazzformate, die üblicherweise in dieser Zeit zu hören sind. Stattdessen gibt es werktags von 23.30 – 24.00 Uhr eine Jazz-Sendung mit Beiträgen von allen ARD-Jazzredaktionen.

Fast alle Jazz-Sendungen von SWR2 können als Audio on Demand im Internet 7 Tage online nachgehört werden. Auf www.swr2.de/jazz finden sich auch Playlists und und weitere Informationen zum Programm.

| SWR2

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