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SWR 2 – Jazz-Programm Januar 2019

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Fast alle Jazz-Sendungen von SWR2 können als Audio on Demand im Internet 7 Tage online nachgehört werden. Auf www.swr2.de/jazz finden sich auch Playlists und und weitere Informationen zum Programm.

Dienstag, 1. Januar, 00.05 – 2.00 Uhr
Swingin‘ Into The New Year
Mit Odilo Clausnitzer

Einst proklamierte Wynton Marsalis swingende Musik als passenden Soundtrack für den Eintritt in ein neues Jahrhundert. Für den optimistischen Wechsel in ein neues Jahr scheint sie da erst recht angemessen. Zum schwungvollen Ausklang von 2018 und gutgelaunten Einläuten von 2019 bringt die Sendung vor allem Big Band Jazz vom Feinsten: von Jimmy Lunceford und Count Basie über Buddy Rich bis zur zeitgenössischen „Big Phat Band“ des Pianisten Gordon Goodwin.

Donnerstag, 3. Januar, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: Fusion Is Back!
Wie der Jazz-Rock neuen Drive bekommt
Von Odilo Clausnitzer

Wie einst Miles Davis, so öffnen sich heute jüngere Jazzmusiker bewusst dem Einfluss zeitgenössischer, vor allem schwarzer Popmusik. Kritikerlieblinge wie der Keyboarder Robert Glasper, Saxofonist Terrace Martin oder E-Bassist Derrick Hodge verstehen sich ebenso als Jazz- wie als R&B-Künstler. Saxofon-Überflieger Kamasi Washington zehrt auch musikalisch von seinen Erfahrungen mit Hip-Hop-Stars wie Snoop Dogg. In der Sendung zeigen wir, wie kreative Improvisatoren unter zeitgenössischen Vorzeichen zur Idee der „Fusion“ zurückkehren.

Freitag, 4. Januar, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: Dichtung und Freiheit
Die Kölner Cellistin Elisabeth Coudoux
Von Thomas Loewner

Die Cellistin Elisabeth Coudoux hat sich in den vergangenen Jahren fest etabliert in der Kölner Improvisationsszene. Die Suche nach Klängen steht für Elisabeth Coudoux am Anfang aller künstlerischen Überlegungen. So hat sie etwa über einen längeren Zeitraum ein Archiv erstellt, bestehend aus kurzen Soundfiles, die sie während Proben in ihrem Atelier aufgenommen hat oder aus der Erinnerung heraus, nachdem ihr während eines Konzerts neue Ideen gekommen sind. Musikalische Tabus scheint es nicht zu geben: Ihr Vokabular umfasst herkömmliche Spielweisen genauso wie erweiterte Spieltechniken.

Samstag, 5. Januar, 9.05 – 10.00 Uhr
SWR2 Musikstunde: Jazz Across The Border
Von Günther Huesmann

Der wohl auffallendste Trend im aktuellen Jazz ist seine fortschreitende Globalisierung. Entstanden um 1900 in den USA als hybride Musik, ist der Jazz durch die Idee groß geworden, dass es sich immer lohnt, wenn man sich auch mit etwas Anderem beschäftigt als nur mit sich selbst. Die in der Improvisation angelegte Idee des Dialogs erleichtert es Jazzmusikern, sich anderen Stilen und Musikkulturen zu öffnen. So ist Jazz zu einer „global language“ geworden. „Jazz Across The Border“ hört auf unterhaltsam-informative Weise hin.

Samstag, 5. Januar, 22.03 – 23.00 Uhr
Jazztime: Acht Seiten und 10 Cent
Die Geschichte des renommierten US-Jazzmagazins Down Beat
Von Tinka Koch

Die erste Ausgabe des Down Beats erschien 1934, war acht Seiten lang und kostete zehn Cent. Heute gehört das US-amerikanische Magazin zu den weltweit bekanntesten Jazz-Fachzeitschriften. Dabei stammte die Idee dazu nicht einmal von einem Journalisten, sondern von einem Versicherungsvertreter. Albert J. Lipschultz musste seine Erfindung zwar noch im Gründungsjahr 1934 wieder verkaufen, aber der Grundstein für die bis heute andauernde Geschichte des Blatts war gelegt worden. In dieser Sendung lassen wir die Anfangszeit des Magazins Revue passieren und erinnern an unvergessliche Interviews und herausragende Kritiken.

Dienstag, 8. Januar, 21.03 – 22.00 Uhr
SWR2 Jazz Session: Aus dem Archiv
John Coltrane 1961 und 1963 in der Liederhalle Stuttgart
Am Mikrofon: Harry Lachner

Längst hatte John Coltrane den Status eines der innovativsten Saxofonisten, als er im Jahr 1960 sein Quartett gründete, aus dem sich nach einigen Umbesetzungen das „Classic Quartet“ entwickelte: mit dem Pianisten McCoy Tyner, dem Bassisten Jimmy Garrison und dem Schlagzeuger Elvin Jones. In dieser Besetzung gastierte Coltrane 1963 im Mozart-Saal der Stuttgarter Liederhalle und zeigte dabei, wie weit er auf seinem Weg zur Formsprengung und zur Inszenierung einer expressiven Spannungswelt fortgeschritten war. Ansätze dafür fanden sich auch im Stuttgarter Konzert seines Quintetts aus dem Jahr 1961, bei dem Coltrane als zweiten Saxofonisten Eric Dolphy engagiert hatte.

Donnerstag, 10. Januar, 23.03 – 24.00 UhrNOWJazz : Andreas Schaerer
Mehrstimmiger Vokalist aus Bern
Von Michael Rüsenberg

Andreas Schaerer, geboren 1976 im Wallis, ist der neue Vokalgipfel aus der Schweiz. Er beherrscht viele Gesangstechniken: Falsett, Standards, Scat, das „Schnattern“ der Avantgarde und jetzt auch noch Zweistimmigkeit. Und: Schaerer kann komponieren. Gelernt hat er das in Bern bei Klaus König und er schreibt nicht nur für das populärste seiner Ensembles, „Hildegard Lernt Fliegen“, sondern jüngst auch – in Schaffhausen – für ein Saxofon-Quartett, plus Bassgitarre.

Freitag, 11. Januar, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz Session: Improvisationsidylle im Burgenland
Die Nickelsdorfer Konfrontationen 2018 mit dem Angélica Castelló Tentet, Up Umeå und dem Trio „J77D13X442“
Am Mikrofon: Nina Polaschegg

Nickelsdorf, der kleine österreichische Grenzort an der ungarisch-burgenländischen Grenze ist Austragungsort eines der langjährigsten und international bekanntesten Festivals für Free Jazz, improvisierter und experimenteller Musik, den „Nickelsdorfer Konfrontationen“. Bei der 39. Ausgabe, waren die vier Festivaltage im Juli mit bis zu fünf Konzerten pro Abend reich bestückt. Neben etlichen Großensembles konnte man alte Bekannte erleben, die Kurator Hans Falb seit vielen Jahren begleitet, aber auch jüngere Musikerinnen und Musiker. Highlights waren ein Tentett der Blockflötistin und Elektronikerin Angélica Castelló, das Trio „J77D13x442“ mit Reeds, Turntables und Tonband sowie das Quartett „Up Umeå“ des britischen Vokalartisten Phil Minton.

Samstag, 12. Januar, 22.03 – 23.00 Uhr
Jazztime: Bass-Perspektiven Südwest (5/5) Thomas Stabenow und Dieter Ilg
Dienen oder dominieren?

Jürgen Arndt im Gespräch mit Günther Huesmann

Fast ist es so, als müsste man vom einer neuen geologischen Formation reden: vom „süddeutschen Bass-Graben“. So auffallend viele Kontrabassisten aus dem Südwesten haben im deutschen Nachkriegs-Jazz die improvisierte Musik mitbestimmt. Die monatliche Sendereihe „Bass-Perspektiven Südwest“ stellt in chronologischer Folge fünf Meister des Tieftöner-Faches vor: Wir erleben in SWR2 wie vielstimmig Bassisten wie Günter Lenz, Eberhard Weber, Peter Trunk, Dieter Ilg und Thomas Stabenow den europäischen Jazz mitgeprägt haben und mitprägen. In den fünf Folgen dieser Reihe zeigt Jürgen Arndt, Professor für Musikgeschichte an der Musikhochschule Mannheim, wie fundamental diese Bassisten bei der Neu- und Weiterentwicklung des Jazz geholfen haben und weiterhelfen.

Dienstag, 15. Januar, 21.03 – 22.00 Uhr
SWR2 Jazz Session: Schlussakkord
Erinnerung an die verstorbenen JazzmusikerInnen des Jahres 2018
Von Harry Lachner

Die Pianisten Cecil Taylor und Randy Weston, die beiden stilistisch so unterschiedlichen Trompeter Hugh Masekela und Roy Hargrove – das sind nur vier von zahlreichen bekannten Musikern des Jazz, die 2018 verstarben; und sie zählten zu den bekanntesten. Diese Sendung erinnert aber auch an jene im vergangenen Jahr verstorbenen Jazzmusiker, die vielleicht weniger Erfolg hatten, aber dennoch eine große Bedeutung für die Entwicklung des Jazz und seiner vielen Stil-Aspekte besaßen – wie etwa Tomasz Stańko, Sonny Fortune, Reggie Lucas, Coco Schumann oder Jerry González.

Freitag, 18. Januar, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: The Newest Sound Around
Erinnerungen an die Vokalistin, Poetin und Komponistin Jeanne Lee
Von Julia Neupert

Stimme-Tanz-Poesie: Das waren die drei Pole, die Jeanne Lee in ihrem künstlerischen Leben am meisten interessierten. Geboren am 29. Januar 1939 in New York, erkundete sie im Duo mit dem Pianisten Ran Blake die improvisatorischen Freiheiten innerhalb traditioneller Songstrukturen. „The Newest Sound Around“ heißt ihr erstes gemeinsames Album von 1961. Auch als musikalische Partnerin von Peter Kowald, Cecil Taylor, Anthony Braxton, Andrew Cyrille, Urszula Dudziak und vor allem ihrem späteren Ehemann Gunter Hampel war Jeanne Lee immer an den neuesten Sounds, der Verbindung von Klängen mit Worten und Bewegung interessiert und entwickelte als Performerin eine höchst originelle eigene Kunst – kraftvoll und poetisch.

Samstag, 19. Januar, 22.03 – 23.00 Uhr
Jazztime: Keeper Of The Flame
Der Tenorsaxofonist George Coleman
Von Gerd Filtgen

Bei einem Blick in die Diskografie des auch noch im hohen Alter aktiven Tenorsaxofonisten George Coleman – er wurde 1935 in der Blues-Stadt Memphis geboren – gerät man leicht ins Schwärmen. Seine flüssige, vom Blues inspirierte, mit spannenden Akkordfolgen erweiterte Spielweise bewährt sich in Balladen genauso wie in schnellen Stücken. Dieses Talent bescherte Coleman Engagements in den Bands von Modern Jazz-Giganten wie Max Roach, Miles Davis und Charles Mingus. Als Bandleader glänzt George Coleman auf vielen eigenen Alben, die fast alle der Maxime seiner aktuellen CD folgen: „A Master Speaks“.

Sonntag, 20. Januar, 19.31 – 20.00 Uhr (nach dem Hörspiel)
Geschichte eines Jazzstandards (18)
Goodbye Pork Pie Hat
Von Hans-Jürgen Schaal

Als Lester Young, der Vater des „kühlen“ Saxofonspiels, 1959 starb, improvisierten die Musiker im New Yorker Club „Half Note“ einen Blues zu seinen Ehren. Der Bassist bei dieser Jam Session, Charles Mingus, machte daraus ein Stück, das halb Blues, halb Trauerballade ist: „Goodbye Pork Pie Hat“. Der Pork Pie Hat war das Erkennungszeichen Lester Youngs gewesen – ein runder Filzhut in der Form einer Torte oder Pastete. Mehrfach hat Charles Mingus dieses Stück aufgenommen, und zwar in ganz verschiedenen Arrangements und Stilistiken. Mehrfach wurde das Stück auch betextet. Der musikalische Nachruf auf Lester Young ist zu einem Jazz-Standard geworden, an dem Sängerinnen, Rock-Gitarristen und Big Bands gleichermaßen Gefallen finden.

Dienstag, 22. Januar, 21.03 – 22.00 Uhr
SWR2 Jazz Session: My Favorite Discs
Von Bert Noglik

Persönliche Lieblingsalben aus der älteren oder jüngeren Jazzgeschichte werden in der Reihe „My Favorite Discs“ regelmäßig vorgestellt: von den Autorinnen und Autoren unserer SWR2-Jazzredaktion. Legendäre Klassiker oder weniger bekannte Favoriten – warum gerade ein bestimmtes Album sie so beeindruckt hat, erklären sie in dieser Sendung.

Donnerstag, 24. Januar, 23.13 – 24.00 Uhr
NOWJazz: Tasten Prisma
Der Mannheimer Pianist Volker Engelberth
Von Odilo Clausnitzer

„Prismatic Colours“ – so nennt Volker Engelberth seine jüngste CD. Ein Konzeptalbum: Idee dahinter ist die musikalische Darstellung eines Farbkreises – einschließlich seiner Übergänge und Zwischentöne – in Suitenform. Das Idiom seiner Wahl ist für Engelberth dabei ein geschliffener, melodiestarker, kunst- und gehaltvoller Post-Bop. Nach seinem Studium in Mannheim gründete der Pianist 2010 sein Trio mit Arne Huber, Bass und Silvio Morger, Schlagzeug. 2015 erweiterte er es um den Trompeter Bastian Stein und den Saxofonisten Sandi Kuhn zum Quintett. Kurz darauf wurde er mit dem Jazzpreis des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet. „Prismatic Colours“ ist Engelberths zweite Quintett-CD. In der Sendung spricht er unter anderem über die Anlage und Konzeption des Albums.

Freitag, 25. Januar, 23.30 – 24.00 Uhr
NOWJazz Update: Sonic Wilderness
Von Thomas Loewner

Diese Reihe auf dem freitäglichen NOWJazz Update Sendeplatz führt in abenteuerliche Zwischenwelten des Jazz. Ob Improv, Electronica, Klangkunst, Noise oder Rock – für die atmosphärischen Mixes gibt es nur eine Regel: Die Lust am musikalischen Abenteuer muss hörbar sein.

Samstag, 26. Januar, 22.03 – 23.00 Uhr
Jazztime: Ich erfand den Jazz
Der Pianist Jelly Roll Morton
Von Hans-Jürgen Schaal

Allen Ernstes behauptete Jelly Roll Morton (1885-1941), er habe im Alleingang den Jazz erfunden. Indem er am Klavier den Ragtime mit dem Blues versöhnte, angeregt von der Parademusik von New Orleans. „Ich benutzte den Begriff ‚Jazz‘ schon 1902, um den Leuten den Unterschied zum Ragtime zu verdeutlichen“, behauptete Morton. Mit den Red Hot Peppers machte er seine anspruchsvollsten Aufnahmen. Während sein „King Porter Stomp“ in der Swing-Ära zum Hit wurde, predigte Morton selbst weiterhin den „echten“ Jazz von New Orleans.

Sonntag, 27.Januar, 19.09 – 20.00 Uhr
Fake oder Fakt?
Wie im Jazz getrickst wird
Von Henry Altmann

Bei Pop-Produktionen ist klar: Was wir hören, ist nicht unbedingt das, was bei Aufnahme oder Konzert stattfindet. Im Jazz aber, der Zusammenspielmusik par excellence? Auch da gilt: Je Technik, desto Verlockung. In fast 100 Jahren Fake und Fakt im Jazz wurde Louis Armstrong Opfer seiner Einzigartigkeit, musste sich Illinois Jacquet sein eigenes Studiosolo herunterhören, waren bei legendären Aufnahmen nicht ein Miles, sondern sechs „Miles Davisse“ im Studio, hätte Chet Bakers Karriere ohne die damals neue Schneidetechnik nicht stattgefunden, wurden legendäre Live-Aufnahmen in Wirklichkeit im Studio simuliert und erscheinen Musiker gemeinsam auf Aufnahmen, die sich dafür nie gesehen haben.

Dienstag, 29. Januar, 21.03 – 22.00 Uhr
SWR2 Jazz Session: Bewusst stillos
Höhepunkte vom 44. Jazz Festival Willisau. Mit dem Silvan Schmid Quintet, Magda Mayas & Tony Buck, The Young Mothers und anderen
Am Mikrofon: Julia Neupert

Seit den 1960er- Jahren ist die Kleinstadt Willisau im Luzerner Hinterland Austragungsort eines der wichtigsten und ältesten europäischen Festivals für avancierten Jazz – und auch in der 44. Ausgabe blieb die Veranstaltung ihrem Anspruch treu: an den fünf Sommertagen Ende August ohne stilistische Vorgaben „beseelte, engagierte und kritische“ improvisierte Musik auf die vier Bühnen zu bringen – Nachwuchsbands aus der Schweiz genauso wie internationale Neuentdeckungen.

Donnerstag, 31. Januar, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz Session: Interaktionsreich
Der SWR-Jazzpreis-Gewinner 2018 Sebastian Gille mit dem Trio Gille/Aaron/Black und dem Quartett Gille’s Art beim Preisträgerkonzert in Ludwigshafen
Am Mikrofon: Günther Huesmann

Sebastian Gille, der Gewinner des gemeinsam vom Land Rheinland-Pfalz und dem Südwestrundfunk vergebenen SWR-Jazzpreises 2018, hat eine ganz eigene Kunst darin entwickelt, den Sound des Tenorsaxofons zu personalisieren und zu erneuern. Wir bringen heute Ausschnitte aus dem Preisträgerkonzert, das Gille mit zwei Bands im Rahmen des Festivals Enjoy Jazz im Ludwigshafener Kulturzentrum „dasHaus“ gegeben hat.

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