Klaus Mümpfer ist tot

Was für eine traurige Nachricht: am 17. April ist Klaus Mümpfer verstorben. Klaus Mümpfer war seit kurz nach der Jahrtausendwende ein aktiver Mitarbeiter der Jazzpages. Ein Glücksfall für mich, dass er „ohne Lohn“ bereit war an diesem Projekt nicht nur mitzuarbeiten, sondern es durch seine Texte und seine Fotografie zu etwas Besonderem zu machen. Seine eigene Rubrik „Mümpfers Jazznotizen“ waren und sind heute noch ein Magnet für die Besucher dieser Website, ebenso wie seine Jazzfotografien.

Klaus Mümpfers Jazzleidenschaft entstand schon früh; mit Anfang Zwanzig war er Mitbegründer des Jazzclubs „Tunnel 64“. Später war er – als gelernter Journalist – schreibend für Tageszeitungen tätig aber auch für das Jazz Podium und internationale Jazzmagazine. Seine Begabung als Fotograf war mehr als eine Ergänzung für die Artikel. Zahlreiche Fotoausstellungen und Publikationen zeugen von seinem interessierten Blick auf die Jazzszene, technisch brillant und mit jenem besonderen Zauber versehen, den die Leidenschaft für das Sujet mit sich brachte.

Die lebenslange Liebe für den Jazz zeigte sich in seinen vielseitigen Aktivitäten: er war Juror für verschiedene Jazzpreise, gestaltete Anfang der 1980er Jahre für einige Jahre als künstlerischer Leiter die Mainzer Jazzwoche und förderte den Jazz weiterhin aktiv, beispielsweise im Vorstand des Jazzclubs Rheinhessen. Sein Musikgeschmack war breit, er hörte und schrieb über Blues, die Barrelhouse Jazzband aber eben auch über junge Bands der Region, die er schreibend wohlwollend förderte, und über ganz aktuellen, zeitgenössischen Jazz.

Als Journalist war Klaus Mümpfer nicht nur im Jazzbereich tätig, sondern auch als Politikjournalist – er hatte Politikwissenschaft und Publizist studiert – für die Verlagsgruppe Rhein-Main, zuletzt bei der Allgemeinen Zeitung in Mainz. Der Ruhestand als Journalist blieb ein kreativer Unruhestand im Jazzbereich. Für mich und die Jazzpages natürlich ein Glücksfall, den man an der Vielzahl von Artikeln, Rezensionen und Bildern nachlesen und nachschauen kann. Im Jahr 2007 wurde Klaus Mümpfer die Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz verliehen:

„Klaus Mümpfer hat den Jazz und die Rezeption von Jazz in Rheinland-Pfalz mitgeprägt. Von seiner Vernetzung in der Szene, seiner Kenntnis der Akteure auf und hinter der Bühne hat die Allgemeinheit profitiert. Klaus Mümpfer hat das kulturelle Leben unseres Landes bereichert.“ 

Sein ehrenamtliches Engagement wurde 2012 mit der silbernen Ehrennadel des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV) gewürdigt.

Persönlich getroffen habe ich Klaus erst viele Jahre nachdem wir uns im virtuellen Leben kennengelernt hatten. Es wurden weitaus mehr Worte per E-Mail gewechselt als im „richtigen Leben“. Als ich ihn dann gelegentlich bei Konzerten in der Jazzfabrik Rüsselsheim traf, waren das immer sehr nette Begegnungen, eingebettet in unsere Themen Jazz und Fotografie. Vor einigen Jahren bekam Klaus leider gesundheitliche Probleme und im Jahr 2018 hat er mir mitgeteilt, dass er nicht mehr für die Jazzpages schreiben kann. Was bleibt ist meine persönliche Dankbarkeit und gewiss die der Jazzszene, die er jahrelang begleitet und gefördert hat.

| Klaus Mümpfers Jazznotizen
| Klaus Mümpfers Jazzfotografie auf den Jazzpages

3 Gedanken zu „Klaus Mümpfer ist tot“

  1. Lieber Klaus,
    danke für Deine Liebe und Leidenschaft für den Jazz, für Deine Offenheit allen alten und neuen Facetten gegenüber, für Dein Engagement im Organisieren und für Deine Unterstützung durch Artikel über neue und junge Bands. – Ich hoffe, dass Du jetzt in den ganz anderen Gefilden die schönste Musik hören kannst, die es gibt!
    Mit tiefem Respekt für Dein Lebenswerk –
    Ruhe in Frieden – möge Deine Seele Befreiung finden!
    Andreas

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  2. Ein sachkundiger Kenner der Jazzszene und aktives ehemaliges Vorstandsmitglied des Jazzclubs Rhein-Hessen e.V. hat die Jazzwelt zu früh verlassen. Alle Jazzfreunde vor allem in Rheinhessen denken an ihn und behalten ihn in angenehmer Erinnerung.
    Peter Burkard, Wiesbaden im April 2021

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