Georg Katzer † 7. Mai 2019

Georg Kat­zer (geb. 10. Janu­ar 1935 in Habel­schwer­dt, Schle­si­en; gest. 7. Mai 2019 in Ber­lin) war ein deut­scher Kom­po­nist. Er galt war als Pio­nier elek­tro­ni­scher Neu­er Musik in der vor­ma­li­gen DDR und arbei­te­te auch viel­fäl­tig mit Jazz­mu­si­kern zusam­men.

Kat­zer wur­de 1935 als Sohn eines Kon­di­tors in Nie­der­schle­si­en gebo­ren. Er leg­te sein Abitur an der Inter­nats­schu­le Schloss Wend­grä­ben ab. Er stu­dier­te zwi­schen 1953 und 1959 Kla­vier, Musik­theo­rie und Kom­po­si­ti­on bei Rudolf Wag­ner-Rége­ny und Ruth Zech­lin an der Ost-Ber­li­ner Hoch­schu­le für Musik. Von 1957 bis 1958 stu­dier­te er bei Karel Janáček an der Aka­de­mie der musi­schen Küns­te in Prag. Von 1961 bis 1963 war er Meis­ter­schü­ler von Hanns Eis­ler, Ruth Zech­lin und Leo Spies an der Deut­schen Aka­de­mie der Küns­te zu Ber­lin.

Seit 1963 war er frei­schaf­fen­der Kom­po­nist und Musi­ker in Ber­lin. Von 1966 bis 1967 war er Musik­dra­ma­turg am Erich-Wei­nert-Ensem­ble der NVA der DDR. Er arbei­te­te mit (Jazz-)Künstlern wie Johan­nes „Han­nes“ Bau­er, Wolf­gang Fuchs, Paul Lyt­ton, Phil Min­ton, Ernst-Lud­wig Petrow­sky, Radu Mal­fat­ti, Phil Wachs­mann und der Blä­ser­ver­ei­ni­gung Ber­lin zusam­men.
1976 hielt er sich im Stu­dio für elek­tro­ni­sche Musik in Bra­tis­la­va und 1977 in Bourges/Frankreich auf. 1978 wur­de er zum Mit­glied der Aka­de­mie der Küns­te in Ost­ber­lin gewählt. 1982 grün­de­te er das der Musik­ab­tei­lung der Aka­de­mie der Küns­te ange­glie­der­te Stu­dio für Elek­tro­akus­ti­sche Musik, des­sen künst­le­ri­scher Lei­ter er bis 2005 war.

1986 war er Gast­pro­fes­sor an der Michi­gan Sta­te Uni­ver­si­ty. 1987 wur­de er zum Pro­fes­sor ernannt und unter­rich­te­te in der Fol­ge eine Meis­ter­klas­se für Kom­po­si­ti­on an der Aka­de­mie der Küns­te. Er war Mit­glied der Aka­de­mie der Küns­te Ber­lin-Bran­den­burg, der Frei­en Aka­de­mie der Küns­te zu Leip­zig und der Aka­de­mie für Elek­tro­akus­ti­sche Musik in Bour­ges, Frank­reich.
Bis 1989 war er Vize­prä­si­dent des Ver­ban­des der Kom­po­nis­ten und Musik­wis­sen­schaft­ler der DDR. Von 1988 bis 1991 war er Prä­si­dent der deut­schen Sek­ti­on der C.I.M.E. (Inter­na­tio­na­le Ver­ei­ni­gung für elek­tro­akus­ti­sche Musik), 1990 Prä­si­dent des Musik­ra­tes der DDR und von 1990 bis 2001 Prä­si­di­ums­mit­glied des Deut­schen Musik­rats.

Zu Katzers Kom­po­si­tio­nen gehö­ren Wer­ke für Kam­mer­en­sem­bles, Orches­ter­wer­ke, Solo­kon­zer­te, Opern, Bal­let­te, Pup­pen­spie­le und ora­to­ri­sche Wer­ke. Sein Werk umfasst auch elek­tro­akus­ti­sche Stü­cke, Hör­spiel­mu­sik, Mul­ti­me­dia­pro­jek­te und Pro­jek­te mit impro­vi­sier­ter Musik. Neue Kom­po­si­tio­nen sind ver­legt bei der Edi­ti­on Gra­vis.

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Text und Foto­gra­fie von Hans KumpfKumpfs Kolum­nen

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