Finkenbach Festival 2019 – Fotos und Rückschau

Nachdem im vergangenen Jahr das Örtchen Finkenbach im Odenwald beim legendären Finkenbach Festival geradezu überrannt worden war – vielleicht auch mit einigen zusätzlichen Besuchern, deren benachbartes Festival in der Woche zuvor wegen Waldbrandgefahr abgesagt wurde – kehrte in diesem Jahr wieder Normalität ein. Und das bedeutet natürlich keineswegs Ruhe und praktisch ein volles Haus.

Die Mehrheit der Besucher: Stammgäste, teilweise seit Jahrzehnten. Aber auch erstaunlich viel junges Volk tummelt sich vor der Freiluftbühne auf dem umfunktionierten Sportplatz des Örtchens. Die Mischung aus alten Recken – allen voran natürlich die Band Guru Guru, rund um den Festivalgründer Mani Neumeier – jüngeren Bands mit Wurzeln im Rock und Psychedelic Rock (Sirkus) und weltmusikalischem Flair ist generationsübergreifend attraktiv. Wie eben auch ein gewisses Woodstockfeeling mit „Love & Peace auf der Finkiwies“.

Das Programm am Freitag begann rockig mit Rob Tognoni, der das Publikum flott im Griff hatte: Straight-Ahead Bluesrock – man kennt und schätzt sich in Finkenbach.

Das gilt auch für Leo Lyons und seine Band Hundred Seventy Split. 50 Jahre nach Woodstock und vier Jahre nach seinem letzten Auftritt in Finkenbach spielte der Bassist mit seiner aktuellen Band das damalige Programm von Ten Years After – er war seinerzeit Bassist der Band – vom legendären Konzert auf dem Festivalgelände nahe Bethel (und rund 70 Kilometer entfernt von Woodstock). Es macht einfach Spaß dem immer gut gelaunten Lyons zuzusehen und zu lauschen und die Performance, gemeinsam mit Sänger Joe Gooch und Drummer Damon Sawyer war ausgezeichnet. Eine bessere Vorband hätten sich die Bluesrocker von Nine Below Zero nicht wünschen können…

The Crazy World of Arthur Brown hat am Samstag gefehlt. Die Band hatte im Vorfeld des Festivals eine erheblich größere Tour in den USA ergattert, und natürlich gönnt man das dem großartigen Musiker und vermisst ihn doch erheblich. Die nachträglich eingebauten Dissidenten im Samstagsabendprogramm sind wahrlich keine schlechte Band aber haben doch nicht so recht in den Programmablauf gepasst. Die „Worldbeat“-Band tat sich etwas schwer in Schwung zu kommen und hätte vielleicht besser ins Nachmittagsprogramm gepasst. Da spielten allerdings schon Adesa ihre fröhlichen Afro-Beats und allzuviel Weltmusik auf einmal hätte dann auch wieder nicht gepasst.

So konnten am Samstag Nachmittag zwei andere Bands viele überraschen und überzeugen. Zum einen die Jungs von Sirkus, von Kritikern schon mal als „Psyche-Kraut-World-Extraklasse“ bezeichnet. Viele Titel aus eigener Feder und einige kreativ interpretierte Titel, sogar von Nina Simone war einer dabei. Aus Frankreich die Band Lazuli, die viele Festivalbesuchern als heimlichen Höhepunkt des Festivals feierten. Dynamischer Prog-Rock aus Frankreich, mit ungewöhnlichen Instrumenten (elektrisches Horn, Léode) – musikalisch einfallsreich, und mit einer kollektiven Marimba-Zugabe, die auch die letzten Zuhörer in Finkenbach betörte.

Zu Guru Guru muss man nicht viel schreiben. Sie gehören zum Inventar des Festivals und natürlich darf auf der Playlist „Living in the Woods“ oder der „Elektrolurch“ nicht fehlen. Dass Mani Neumeier, Roland Schaeffer, Jan Lindqvist und Peter Kühmstedt aber nicht nur auf der Nostalgiewelle surfen, zeigten sie mit den erstaunlich variablen Songs vom aktuellen Tonträger „Rotate!“.

Einen ausgezeichneten Abschluss des Festivals gab es mit Alex Auer and the Detroit Blackbirds. Heimspiel für die Band mit regionalen Größen. Singer-Songwriter Rockmusik mit Hitpotential – und Adax Dörsam war als Special Guest an der Slide-Guitar ein I-Tüpfelchen. Anscheinend haben sie gleich einen Doppel-Gig festgezurrt: im kommenden Jahr sind sie wieder mit dabei. Das Finkenbach Fesitival 2020 findet am 7. und 8. August statt.

| Mani Neumeier | Die Festival Website | Viele Fotos von  Finkenbach Festival Ausgaben der vergangen Jahre

Fotos Finkenbach Festival 2019

(Urheberrecht: Frank Schindelbeck)

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