Axel Schlosser- Ein Interview, geführt von Klaus Mümpfer

Axel Schlosser - Foto: MümpferOli­ver Leichts Elec­tric Cla­ri­net flirrt, Rai­ner Böhm legt mit dem Fen­der Rho­des einen Tep­pich unter die Melo­die, Chris­ti­an Jaks­jø bläst sonor das Tenor­horn. Axel Schlos­ser hat sich in dem Arran­ge­ment für die hr-Big­band des tra­di­tio­nel­len Volks­lie­des von der „Schwä­bi­schen Eisen­bahn“ ange­nom­men. Die Musik drängt vor­an und pul­siert. Alt­meis­ter Emil Man­gels­dorff ist begeis­tert von die­sem Kon­zert, in dem die Big­band fast aus­schließ­lich Kom­po­si­tio­nen und Arran­ge­ments des Trom­pe­ters spielt. „Schlos­ser ist ein Musi­ker, dem der Jazz in die Wie­ge gelegt wor­den sein muss“, lobt der Seni­or.

Der Trom­pe­ter und Kom­po­nist Axel Schlos­ser wur­de am 18. Sep­tem­ber 1976 in Aalen gebo­ren. Er wuchs in Ober­ko­chen auf und wur­de sehr früh durch sei­nen zehn Jah­re älte­ren Cou­sin zur Musik gebracht. Die­ser spiel­te Kla­ri­net­te und Saxo­phon im ört­li­chen Musik­ver­ein sowie in einer Dixie­land-Band. Daher beschäf­tig­te sich Schlos­ser, des­sen Eltern zwar die Musik lieb­ten, aber selbst kei­ne Musi­ker waren,  bereits im Kin­des­al­ter mit New Orleans Jazz und Blas­mu­sik. „Ich bin in einem Haus­halt groß gewor­den, in dem die Musik kei­ne beherr­schen­de Rol­le spiel­te“, erklärt Axel Schlos­ser im Gespräch mit Klaus Mümp­fer für die „jazz­pa­ges“.

Zunächst erhielt er mit sechs Jah­ren Unter­richt auf der Block­flö­te; spä­ter kam die Kla­ri­net­te hin­zu. Im Alter von 12 Jah­ren wech­sel­te er zum Flü­gel­horn, auf das er sich dann kon­zen­trier­te. „Mei­ne Eltern haben mich schon als Kind zu Kon­zer­ten in die Stadt­hal­le Aalen geschleppt, wo die Bands von Chris Bar­ber oder Char­ly Anto­li­ni spiel­ten.“

1994 wur­de der inzwi­schen 17-Jäh­ri­ge Mit­glied des Bun­des­jazz­or­ches­ters (Bujaz­zo) unter Peter Her­bolz­hei­mer, dem er bis 1998 ange­hör­te; par­al­lel spiel­te er auch in dem von Bernd Kon­rad gelei­te­tem Jugend­jazz­or­ches­ter Baden-Würt­tem­berg. Nach dem Abitur mit Musik­preis am Gym­na­si­um stu­dier­te er von 1997 bis 2001 Jazz an der Hoch­schu­le für Musik und Dar­stel­len­de Kunst Mann­heim. Wäh­rend des Stu­di­ums gehör­te er als Lead-Trom­pe­ter dem von Albert Man­gels­dorff gelei­te­ten Deutsch-Fran­zö­si­schen Jazz Ensem­ble an.

„Mei­ne Eltern haben mich sehr unter­stützt“, erin­nert sich Schlos­ser. „Sie zeig­ten Ver­ständ­nis für das gro­ße Inter­es­se und akzep­tier­ten mei­nen Ehr­geiz, der nicht zu brem­sen war.“

Axel Schlos­ser lern­te zwar Noten zu lesen, aber beein­flusst durch sei­nen Cou­sin und durch das Zusam­men­spiel mit älte­ren Musi­kern spiel­te er auch nach Gehör. „Man ist da auf eine Art frei­er. Zudem schärft es die Gabe, Musik schnell zu ver­ste­hen.“ Man kommt nach Schlos­sers Mei­nung zwar nicht unbe­dingt schnel­ler zum Impro­vi­sie­ren, aber er glaubt, dass jemand Vor­tei­le dar­aus zieht, wenn er extrem gut hört. Aller­dings warnt der Trom­pe­ter zugleich davor, sich aus­schließ­lich dar­auf zu ver­las­sen. „Sonst gerät man irgend­wann in eine Sack­gas­se.“

Nach dem Stu­di­um arbei­te­te Schlos­ser zwei Jah­re lang an der Her­mann-Frieb-Real­schu­le in Mün­chen als Trom­pe­ten­leh­rer und Blas­or­ches­ter-Coach – eine Real­schu­le mit musi­ka­li­schen Schwer­punkt. Dane­ben war er als Mit­grün­der und Mit­glied des Quin­tetts L 14, 16 tätig, dem auch Saxo­pho­nist Stef­fen Weber, Pia­nist Rai­ner Böhm, Bas­sist Arne Huber und Schlag­zeu­ger Lars Bin­der ange­hö­ren. Die ers­ten bei­den Alben der For­ma­ti­on wur­den jeweils mit dem Vier­tel­jah­res­preis der deut­schen Schall­plat­ten­kri­tik aus­ge­zeich­net. Seit 2002 ist der Solo-Trom­pe­ter Mit­glied der hr-Big­band. Ein hal­bes Jahr spä­ter wur­de er als Dozent für Jazz-Trom­pe­te und Ensem­ble an die Musik­hoch­schu­le der Main­zer Uni­ver­si­tät beru­fen und dort 2012 zum Hono­rar­pro­fes­sor ernannt. Der­zeit lei­tet er eige­ne Grup­pen – so ein Quar­tett, das sich Lou­is Arm­strong und Duke Elling­ton ver­pflich­tet fühlt, ein ande­res mit schwe­di­schen Part­nern, sowie zwei Duo-Pro­jek­te mit dem Pia­nis­ten Olaf Pol­ziehn und dem Trom­pe­ter Sava Stoia­nov vom Ensem­ble Modern. In den letz­ten Jah­ren kon­zen­trier­te er sich ver­stärkt auf Kom­po­si­ti­on und Arran­ge­ment.

Fra­ge: Die Stü­cke oder Arran­ge­ments, die Du schreibst, sind die mehr­heit­lich notiert oder las­sen sie über­wie­gend Raum zum Impro­vi­sie­ren?

Schlos­ser: Das ist von Stück zu Stück ver­schie­den. Ich schrei­be zum Bei­spiel gera­de einen Kon­zert-Ope­ner für die hr-Big­band, den wir im Juli spie­len. Da ist gar nichts impro­vi­siert. Doch das ist eher sel­ten. Die Com­bo-Stü­cke sind in der Regel frei­er ange­legt. Aber selbst da gibt es Unter­schie­de. Man­che sind rhyth­misch kom­plex oder die Lini­en der Melo­diein­stru­men­te sind mit dem Arran­ge­ment der Rhyth­mus­grup­pe ver­zahnt. Das wird natür­lich aus­no­tiert, weil die Koor­di­na­ti­on stim­men muss. Aber bei den impro­vi­sier­ten Parts ist alles frei­er.

Fra­ge: Akin­mu­si­re brei­tet im Kon­zert immer wie­der Noten­blät­ter aus. Er spielt dann offen­sicht­lich vom Blatt, räumt sich aber den­noch Platz zum Impro­vi­sie­ren ein. Ist das bei Dir auch so?

Schlos­ser: Im Prin­zip ja. Im Ide­al­fall ler­ne ich aber mei­ne Stü­cke aus­wen­dig. Wenn man sie selbst geschrie­ben hat, geht dies meis­tens schnell. Aber ich muss mich den­noch hin­set­zen und sie üben. Ich fin­de es von Vor­teil, wenn man nicht durch das Noten lesen abge­lenkt wird. Aber wenn ich ein neu­es Pro­gramm erar­bei­te, dann ist es durch­aus so wie bei Akin­mu­si­re.

Fra­ge: Wenn Du Stü­cke kom­po­nierst, heißt dies, dass du sie bereits vor­her ganz oder teil­wei­se im Kopf hast, oder ent­wi­ckelt sich das Stück qua­si wäh­rend des Schrei­bens?

Schlos­ser: Die Idee ist meis­tens schon Tage oder gar Wochen im Vor­aus gebo­ren.

Fra­ge: Das gan­ze Stück oder nur ein The­ma oder ein Melo­die­frag­ment?

Schlos­ser: Das ist auch ver­schie­den. Manch­mal sind es Frag­men­te, dann wie­der Klang­far­ben oder Akkord­fol­gen. Manch­mal fällt mir ein Stück in sei­ner gan­zen Form ein. Und ich kann nicht sagen, wo es her kommt. Natür­lich kann ich es nicht direkt in den Com­pu­ter schrei­ben, son­dern nur in der Roh­form.

Fra­ge: Spielst Du eigent­lich Kla­vier?

Schlos­ser: Jein.

Fra­ge: Die Fra­ge zielt dar­auf, dass man Ide­en auf dem Kla­vier tes­ten kann. Geht dies eigent­lich auch auf der Trom­pe­te?

Schlos­ser: Bedingt ja. Aber ich pro­bie­re vie­les auf dem Kla­vier aus, an dem ich expe­ri­men­tie­re. Meis­tens mache ich mir Noti­zen auf Papier, brin­ge sie in eine rei­ne­re Form und begin­ne dann, sie auf den Com­pu­ter zu über­tra­gen. Also ich tüft­le und samm­le Ide­en tat­säch­lich am Kla­vier.

Fra­ge: Gibt es Musi­ker, die Dich beein­flusst haben?

Schlos­ser: Gibt es vie­le. Wo fan­ge ich an?

Fra­ge: Am bes­ten bei den Trom­pe­tern.

Schlos­ser: Ein Trom­pe­ter, der mich von Anfang an in sei­nen Bann gezo­gen hat, obwohl ich ihn nie live erleb­te und nur von der Plat­te her kann­te, war Fred­die Hub­bard.

Fra­ge: Er war ja ein Künst­ler der kraft­voll spiel­te und die High-Notes beherrsch­te. Ist dies eine Wei­se, die Dir ent­ge­gen kam? Dei­ne Kom­po­si­tio­nen auf dem neu­en Vinyl-Album Northbound/Southbound sind ja mehr­heit­lich getra­gen.

Schlos­ser: Ich mag an Hub­bard, dass er ein ener­gie­ge­la­de­ner Spie­ler ist, der vehe­ment auf die Tube drü­cken kann. Er kre­iert aber auch unheim­lich schö­ne Bal­la­den, die anrüh­ren. Ich ken­ne Auf­nah­men von ihm, die sind wahn­sin­nig emo­tio­nal. Dann spielt er vir­tu­os, wenn auch nicht unbe­dingt schnell oder hoch. Hub­bard hat­te in jeder Gat­tung etwas zu sagen und das bewun­de­re ich. Ich mag Musi­ker, wenn sie wand­lungs­fä­hig sind. Zwei­tes Vor­bild – wenn auch nicht an zwei­ter Stel­le, denn ich nen­ne sie in zwang­lo­ser Rei­hen­fol­ge -, ist Lou­is Arm­strong. Mei­ne Begeis­te­rung für ihn kam etwas spä­ter, hat sich aber über die Jah­re immer mehr ver­tieft, weil er für mich ähn­lich voll­kom­men wie Hub­bard ist. Man muss beden­ken, zu der Zeit in der er leb­te, hat­te er vie­le Kol­le­gen in New Orleans, Chi­ca­go oder sonst­wo, aber er war in dem, was er mach­te, immer Vor­rei­ter. Davor gab es kei­nen, der so gespielt hat. Das hal­te ich, in die heu­ti­ge Zeit über­tra­gen, für ein Phä­no­men. Wenn man zum Bei­spiel an sei­ne Ein­lei­tung zu „West End Blues“ denkt, so etwas hat es bis zu jener Zeit noch nicht gege­ben. Auf Arm­strong ste­he ich unheim­lich. Bei der Ver­bin­dung aus bei­den lan­det man sehr schnell in einer Ecke mit Wyn­ton Mar­sa­lis oder Nicho­las Pay­ton – also Zeit­ge­nos­sen, die mich eben­falls beein­flusst haben. Als „Gegen­pol“ begeis­tern mich aber auch Ken­ny Whee­ler und Don Cher­ry. Ich ver­su­che, mir über­all etwas zu holen, was mei­nem Spiel nützt. Dabei  inter­es­siert mich das Gan­ze, denn ich suche nach einem ganz­heit­li­chen Kon­zept.

Fra­ge: Was macht eigent­lich mehr Spaß: das Arran­gie­ren für eine Big­band, das Spie­len mit einer eige­nen Grup­pe oder das Impro­vi­sie­ren als Solist? Was ist die grö­ße­re Her­aus­for­de­rung?

Schlos­ser: Im Moment ist die grö­ße­re Her­aus­for­de­rung das Schrei­ben für die Big­band. Weil ich das noch nicht so lan­ge mache, samm­le ich hier jede Men­ge Erfah­rung. Eine solch umfang­rei­che Arbeit nimmt viel Zeit in Anspruch. Die­se Auf­ga­be for­dert mich im Moment sehr. Das Spie­len als Solist berei­tet mir immer einen Rie­sen­spaß. Da blü­he ich so rich­tig auf. Ich beschäf­ti­ge mich sehr ger­ne mit Musik, wenn ich weiß, was kommt und ich mich ent­spre­chend tief­grün­dig dar­auf vor­be­rei­ten kann. Ich könn­te also nicht sagen, dass es für mich Arbeit ist.

Fra­ge: Wel­che Mög­lich­kei­ten hast Du denn beim Schrei­ben für Big­bands, wenn die ein­zel­nen Stim­men geschrie­ben wer­den müs­sen? Wie­viel Frei­heit kannst den Instru­men­ta­lis­ten las­sen oder muss alles notiert wer­den? Ver­wen­dest Du auch gra­fi­sche Nota­ti­on?

Schlos­ser: Man hat da schon Mög­lich­kei­ten. Man kann bei­spiels­wei­se für gan­ze Ensem­bles nur Klang­far­ben fest­le­gen oder nur Rhyth­men. Oder man kann Töne aus­su­chen und die­se die Musi­ker in belie­bi­ger Rei­hen­fol­ge selbst kom­bi­nie­ren las­sen. Gra­fisch notie­re ich eigent­lich nichts. Das habe ich noch nie gemacht. Ande­rer­seits kann ich gewis­se Unschär­fen ein­flie­ßen las­sen, indem ich es den Musi­kern über­las­se, ob sie bestimm­te Töne frü­her oder spä­ter spie­len. Das sind klei­ne Frei­hei­ten, die dann am Ende ein Klang­bild erge­ben, das frei klingt, aber den­noch eine Form besitzt. Bild­lich for­mu­liert, ich kann ein Klang­bild erzeu­gen, das wie ein bro­deln­der Koch­topf klingt, obwohl alles weit­ge­hend notiert ist.

Fra­ge: Wie sieht es beim Kom­po­nie­ren für eine Com­bo, ein Quin­tett oder Quar­tett aus?

Schlos­ser: Da ist meis­tens der aus­no­tier­te Anteil nicht so groß. Die Musi­ker haben mehr Frei­hei­ten – logi­scher­wei­se -, aber da mache ich mir den­noch vie­le Gedan­ken über die kon­kre­ten Voi­cings, die der Pia­nist spielt. Manch­mal notie­re ich auch die Bass­li­ni­en und ‑figu­ren. Ich lie­be es, wenn die Blä­ser­läu­fe mit der Rhyth­mus­grup­pe ver­zahnt sind und alles zu einem Grup­pen­so­und ver­schmilzt.

Fra­ge: Ich habe in Dei­nen Kom­po­si­tio­nen mehr­fach Mehr­stim­mig­keit und orches­tra­len Sound regis­triert. Wie macht man das?

Schlos­ser: Ich glau­be, wenn eine klei­ne Grup­pe orches­tral klingt, dann liegt es vor allem an den Voi­cings des Pia­nis­ten und an den Inter­val­len der Blä­ser – bestimm­te Inter­val­le, die groß klin­gen. Zum Bei­spiel Quin­ten, die einen nach oben offe­nen Sound ver­mit­teln. Das fin­det man mit der Zeit her­aus.

Fra­ge: Vie­le Musi­ker bau­en Span­nungs­bö­gen mit Osti­na­ti und Har­mo­nie­va­ria­tio­nen auf. Das habe ich bei Dir sel­te­ner gehört.

Schlos­ser: Ich habe dies frü­her oft genutzt und mag es immer noch. Aber ich habe  das Gefühl, dass man sich frü­her oder spä­ter in Osti­na­ti ver­fan­gen kann. Und irgend­wann woll­te ich davon weg. Ich hat­te einst die Visi­on, Musik für eine Grup­pe zu schrei­ben, die an einem Punkt anfängt und an einem ande­ren endet, ohne dass sich etwas wie­der­holt. Es gibt dann auch kei­ne Cho­rus­se. Das habe ich teils mit mei­ner Band Secrecy vor sechs oder sie­ben Jah­ren prak­ti­ziert. Es wie­der­hol­te sich so gut wie nichts, aber man hat­te am Schluss ein Pro­blem, das Stück zu defi­nie­ren.

Fra­ge: Wel­che Knif­fe nutzt Du?

Schlos­ser: Ich mag Vamps, weil man dar­über viel ent­wi­ckeln kann und sie gleich­zei­tig eine far­ben­rei­che Kom­po­si­ti­on an bestimm­ten Punk­ten set­teln kön­nen.

Fra­ge: Zurück zur CD mit der hr-Big­band. Bis auf eine Aus­nah­me stam­men die Kom­po­si­tio­nen und die Arran­ge­ments von Dir. Ist das eine Sache, um die man sich bewirbt?

Schlos­ser: Schon seit eini­gen Jah­ren gibt man Mit­glie­dern oder Arran­geu­ren aus der Band die Chan­ce, für das Orches­ter zu schrei­ben und es zu lei­ten. Eine Rei­he der Musi­ker wie Oli­ver Leicht oder Man­fred Honet­schlä­ger haben die­se Gele­gen­heit  schon ergrif­fen. Irgend­wann hat­te ich auch Lust dazu und dies dem Orches­ter­vor­stand vor­ge­tra­gen. Als es dann spruch­reif wur­de, hat­te ich noch ein Jahr Zeit für die Arbeit. Man sag­te mir: „Mach´ es“ und ich habe mich in die Arbeit gestürzt.

Fra­ge: Ein Bekann­ter hat die­ses Kon­zert, bei dem die CD ent­stan­den ist, gehört und war begeis­tert. Wie haben die Kol­le­gen der Big­band reagiert?

Schlos­ser: Die waren Gott sei Dank extrem posi­tiv ein­ge­stellt. Ich glau­be, es hat ihnen gut gefal­len. Alle haben an einem Strang gezo­gen. Ich habe ein gutes Feed­back bekom­men. Beim Kom­po­nie­ren für die Big­band ist Duke Elling­ton ein Vor­bild, denn er hat die Cha­rak­te­re der Musi­ker berück­sich­tigt und ihnen Parts auf den Leib geschrie­ben. Das habe ich auch ver­sucht, so gut ich konn­te. Ich habe mir vor­ge­stellt, wer könn­te die­se oder jene Line am bes­ten spie­len – und das haben die Musi­ker gemerkt.

Fra­ge: Zum Schluss die Fra­ge: Was gibt es an per­sön­li­chen Pro­jek­ten für die Zukunft?

Schlos­ser: Das Herz­blut steckt immer in dem, was ich gera­de mache. Es ste­hen in nächs­ter Zeit zwei kam­mer­mu­si­ka­li­sche Pro­jek­te an. Das eine exis­tiert bereits. Es ist ein Abend fül­len­des Pro­gramm für zwei Trom­pe­ten mit Sava Stoia­nov. In die­sem Duo steht jeder auch mal allein auf der Büh­ne. Ich habe bei­spiels­wei­se ein fast 20 minü­ti­ges Solo. In die­ses Pro­jekt inves­tie­re ich viel Ener­gie. Dann zieht noch ein zwei­tes Pro­jekt am Hori­zont auf – ein Duo mit dem Pia­nis­ten Olaf Pol­ziehn. In bei­den Duo-Pro­jek­ten ver­wen­den wir kei­ner­lei Elek­tro­nik. Vom Letz­te­ren möch­te ich im kom­men­den Jahr ger­ne eine CD auf­neh­men. Von Northbound/Southbound, einem deutsch-schwe­di­schen Quin­tett, das ich zusam­men mit Jean Paul Höch­städ­ter lei­te, erscheint in Kür­ze ein neu­es Vinyl-Album bei Edi­ti­on Long­play. Die­se LP wer­den wir bei Jazz­Bal­ti­ca prä­sen­tie­ren. Ich schrei­be aber nach wie vor auch Big­band-Kom­po­si­tio­nen. Die hr-Big­band steht nun mal im Zen­trum mei­nes musi­ka­li­schen Lebens. Das ist eine durch­ge­hen­de Sache, die mich an meh­re­ren Tagen in der Woche for­dert. Das bedeu­tet, dass ich sozu­sa­gen in mei­ner „Frei­zeit“ stän­dig übe, ja üben muss. Es liegt mir dar­an, alles was ich mache, so gut wie mög­lich auf die Büh­ne zu brin­gen. Wie gesagt, ich sehe dies alles als ganz­heit­li­ches Kon­zept. Ich habe das Gefühl, man lernt bei allem für die ande­ren Din­ge im Leben.

Dis­co­gra­fie: (Aus­zug)

Axel Schlos­ser: Tales From The South (Dou­ble Moon Records DMCHR 71130)
Secrecy (Jazz4ever  Records JAE 4792)
Sounds From My World (Jazz4ever Records JAE 4780)
Tou­ch­ing The Moon (Jazz4ever Records JAE 4775)
Axel Schlos­ser & hr-Big­band: Into The Macke­rel Sky (Dou­ble Moon Records DMCHR 71148)
Neu­erschei­nung am 1.6.2015:
Northbound/Southbound – Schlos­ser, Alm­qvist, Böhm, Huber, Höch­städ­ter (Edi­ti­on Long­play 13)

 

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