Kumpfs Kolumnen

Kumpfs Kolumnen

Jazzjournalist Hans Kumpf schreibt – und bebildert – seit 1997 regelmäßig für die Jazzpages „Kumpfs Kolumnen“.

  • Die Priorität der absoluten Improvisation

    Esslingen. Ein intensives Aufeinanderhören, nie aufhörende Intensität – dies bestimmt das avantgardistische Improvisieren eines Trios mit Künstlern aus drei Ländern. Der deutsche Posaunist Johannes Bauer, die französische Vokalistin Annick Nozati und der belgische Pianist Fred van Hove zeigten bei ihrem Gastspiel im Esslinger Kulturzentrum „Dieselstraße 26“ keinerlei Verständigungsschwierigkeiten. Freilich: bei dem völlig von Noten und…

  • Jazz mit Alma-Ata-Atem

    Marbach (Neckar) – Vor zwanzig Jahren integrierte der Trompeter Yury Parfyonov mit seiner Gruppe „Boomerang“ mittelasiatische Sounds und Rhythmen in die sowjetische Jazzmusik. Das in Alma-Ata (Kasachstan) beheimatetes Kollektiv brachte so manchen klangfarblichen Tupfer auf Festivals und auf Platten der staatsmonopolistischen Firma „Melodyja“ ein. Eine ordentliche Portion Perkussives ließ damals die Band beispielsweise in dem…

  • Gute Jazz-Nachrichten aus Indonesien

    Esslingen – Asiatische Geigen-Schönheiten verzaubern die Musikwelt: im populistische Klassik-Genre erregt Vanessa-Mae beträchtliches Aufsehen, und im Jazz läßt Luluk Purwanto aufhorchen. Die indonesische Saitenkünstlerin hat sozusagen einen „alten Kolonialherrn“ geehelicht, nämlich den niederländischen Pianisten René van Helsdingen. Und dieser konnte mit dem Bassisten Henry Franklin und dem Schlagzeuger Donald Dean zweiversierte Amerikaner für sein Ensemble…

  • „Play Bach“ und mehr in der Staatsoper

    Stuttgart –  In den sechziger Jahren erregte Jacques Loussier mit seiner Vermengung von Johann Sebastian Bach und swingendem Jazz die Gemüter. Da empfand man das Tun des 1934 geborenen Pianisten als Protest gegen einen musealen Musikbetrieb – oder als Blasphemie wider die heilige Kuh der europäischen Kultur. Sogar im Fernsehen war es ein Diskussionsthema, ob…

  • Woodstock« bleibt ein Mythos

    WOODSTOCK/BETHEL. Beim Woodstock-Festival 1969 schien der Höhepunkt der Pop-Kultur und der Peace-Bewegung zu kulminieren. Ein Festival während des Vietnam-Debakels und ein paar Monate nach dem Mai 1968 – dies stand unter ganz besonderen gesellschaftspolitischen Vorzeichen. Mittlerweile spricht man von der »Woodstock-Generation« und vom »Woodstock-Mythos«. Jetzt ist wieder Anlass, die durch die »3 Days of Peace…

  • Vokalisten gaben den Ton an bei den LBBW JazzOpen Stuttgart 99

    Stuttgart – Dank vieler Begleit- und Vorab-Veranstaltungen in Clubs und auf der Killesberg-Freilichtbühne wird das Stuttgarter Sommer-Jazz-Festival zu einer wirklich ausgedehnten Angelegenheit – und berücksichtigt dabei intensiv die regionale Szene. Kulminationspunkt bleiben freilich die vom Fernsehen sorgfältig dokumentierten Darbietungen im Konzert- und Kongresszentrum Liederhalle. Gleich beim ersten Event die Leitlinie der diesjährigen Festivität offenbar: Gesang.…

  • Big-Band-Jazz mit Kultur und Ästhetik

    STUTTGART. In Deutschland wurden Big-Band-Dirigenten bekannt, die sich tänzelnd als „smiling“ Entertainer vor ihren Orchestern präsentierten, beispielsweise Kurt Edelhagen, Max Greger und Paul Kuhn. Erwin Lehn gab sich dagegen stets sachlich und nüchtern, auch wenn er anfangs als „The German Jazz Hurricane“ apostrophiert wurde: vierzig Jahre bestimmte er beim Süddeutschen Rundfunk die Big-Band-Musik, wobei er…

  • Vielfältige Grenzüberschreitungen bei den Theaterhaus-Jazztagen

    Stuttgart – Der musikalische Weltbürger Charlie Mariano bürgt stets für Qualität, wenn es um eine stimmige Fusion zwischen Jazz und asiatischen Kulturen geht. Der 1923 in Boston geborene Saxophonist hat die Verbindung zu dem südindischen Mridangam-Trommler T.A.S. Mani und dessen vokalakrobatischer Ehefrau Ramamani nie abbrechen lassen. In seinem Quintett „Bangalore“ dominierten nun die reizvollen rhythmisch-melodischen…

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