Am Sonntag, den 18. Januar 2026, zeigt die Filmreihe cine:ort um 20 Uhr den Dokumentarfilm „Schritte ins Freie. Der Kulturarbeiter Dieter Fränzel“. Der rund 50-minütige Film von Andreas Macat, 2025 in Wuppertal entstanden, wird im Anschluss durch ein Gespräch ergänzt.
Kaum eine andere Person ist mit der Jazzgeschichte Wuppertals so eng verbunden wie Dieter Fränzel. Über einen Zeitraum von rund sieben Jahrzehnten organisierte er Konzerte, initiierte Begegnungen und wirkte als Vermittler zwischen Musikern, Veranstaltungsorten und Publikum. Bereits in den 1950er Jahren war er in den frühen Clubs und sogenannten Jazz-Katakomben aktiv, später prägte er die Entwicklung der Szene bis hin zu den Klangart-Konzerten im Skulpturenpark, die er für Tony Cragg realisierte.
Fränzel brachte internationale Jazzgrößen nach Wuppertal und war maßgeblich daran beteiligt, prägende Figuren des Free Jazz miteinander zu vernetzen. Die Zusammenführung von Peter Kowald und Peter Brötzmann zählt ebenso zu seinem Wirken wie die langjährige Zusammenarbeit mit Musikern, die sich bewusst jenseits etablierter Formen bewegten. Dazu gehörten unter anderem Willem Breuker, Gunter Hampel, Alexander von Schlippenbach, Carla Bley und Irène Schweizer. In dieser Phase wurde Wuppertal zeitweise als ein Zentrum des Free Jazz wahrgenommen, nicht zuletzt durch Orte wie den von Fränzel initiierten Club Impuls, der sich zu einem wichtigen Treffpunkt der Jazzavantgarde entwickelte.
Sein Engagement beschränkte sich jedoch nicht auf den Jazz. Mit dem Ende der 1960er Jahre gegründeten Aktionszentrum Impuls schuf Fränzel eine Struktur, die bundesweit als Vorbild für soziokulturelle Zentren wirkte. Auch an der Gründung der Börse war er beteiligt und stand dieser Einrichtung über viele Jahre beratend zur Seite. Eine enge Verbindung bestand zudem zur Peter Kowald Gesellschaft/ort e.V., der Fränzel seit der Gründung angehörte. Als Sprecher des Beirats und bis 2023 als Kurator der Filmreihe cine:ort, gemeinsam mit Helmut Steidler, prägte er deren inhaltliche Ausrichtung maßgeblich.
Der Filmabend bietet die Gelegenheit, dieses außergewöhnliche kulturvermittelnde Wirken in konzentrierter Form nachzuzeichnen und im anschließenden Gespräch zu vertiefen. Aufgrund der hohen Nachfrage gibt es am Veranstaltungstag zwei Vorstellungen; der Termin um 18 Uhr ist bereits ausgebucht. 0-Euro-Tickets für die 20 Uhr-Vorstellung gibt es (noch) bei www.wuppertal-live.de.
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© 1997 – today | ISSN 2751-4099
