Review: Volker Engelberth – Prismatic Colours

UTR 4858

Träumen ist erlaubt bei Volker Engelberth. Dem Tastkünstler mit dem verspielten Piano gelingt mit „Prismatic Colours“ eine würdige und nahtlose Fortführung seines vorhergehende Albums „Jigsaw Puzzles“.

Die neue Scheibe ist insgesamt als eine Einheit zu sehen, die inspiriert wurde durch Moses Harris´ Bild, „The natural system of colours“.

„Prismatic colours“ sei angelegt als dreiteilige Suite mit jeweils drei Abschnitten, erklärt der Komponist und Pianist. Die drei Hauptfarben „red, yellow, blue“ und ihre Abarten prägen das zumeist leichtfüßige und eingängige Spiel von Volker Engelberth am Piano, dem Trompeter/Flügelhornisten Bastian Stein, dem Tenorsaxophonisten Alexander „Sandi“ Kuhn, dem Bassisten Arne Huber und dem Schlagzeuger Silvio Morger. In zahlreichen Konzerten hat sich das Quintett zu einer spannenden und eingespielten Formation entwickelt. Ständige Interaktionen und sensibles Zusammenpiel kennzeichnen ihre Musik.

In Abschnitt eins werden „red“, „red-orange“ und „orange“, im zweiten Teil „orange-yellow“, „yellow“ und „green“ sowie in Abschnitt drei „blue“, „purple“ und „purple-red“ musikalisch ungesetzt.

Es entstehen – wie das Cover verrät – Klangflächen verschwimmender Farben, polyphone Texturen und Überlagerungen. Die neun musikalische Passagen auf „Prismatic Colours“ sind zusammenhängende Teile einer die gesamte CD überspannenden Idee und eines Bogens, die nur manchmal kurz unterbrochen werden. Vorherrschend ist eine leise, fast melancholische Grundstimmung, einer Meditation ähnlich. Dennoch werden immer einzelne notierte Motive sowie Harmonien in den verschiedenen Sätzen aufgegriffen und variiert.

Trotz des hohen kompositorischen Anteils und zahlreicher festgelegten Passagen überwiegen improvisatorische Elemente für die Künstler, kommentiert Engelberth. Jedes Solo ist bestens auf den jeweiligen Instrumentalisten abgestimmt und bietet größtmöglichen Raum für dessen Entfaltung. Der Bandleader bleibt seiner Tradition treu: die Musik verrät den modernen europäischen Jazz ebenso wie klassische Musik und Folklore mit starken Melodien sowie komplexen Harmonien und flexiblen Rhythmen. Man muss die CD „Prismatic Colours“ von Volker Engelberth und seinen zumeist gleichberechtigten Partnern mehrfach hören, um immer wieder neue Nuancen zu entdecken. Es lohnt sich.

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