Jazz-CD, Jazznews, tontraeger-review

Review: Kai Rüffer Fractal Band – New Hope

Kai Rüffel - Fractal Band Cover

Exo CD-001

„New Hope“ der „Fractal Band“ ist den Freunden der Musiker in Syrien gewidmet.

Kein Wunder also, dass das Quartett mit dem Bassisten und Leader Kai Rüffer, dem Pianisten/Keyboarder Winfried Rimbach-Sator, dem Gitarristen Justin Hombach und dem Schlagzeuger Steffen Uhrhan mit östlichen Klangfarben anhebt. Doch bereits in diesem Opener zupft Kai Rüffer seinen Bass als Solo-Instrument und hebt ihn über die reine Begleitung hinaus. Dem Künstler gelingt dabei der ständige Wechsel zwischen tragenden Grooves, Akkordbegleitungen, Leadstimme und Improvisation. Mit ihren bluesigen Sounds, den poppigen Harmonien, den rockigen Rhythmen, den orientalischen Klängen sowie den traditionellen Spielweisen deckt die Formation die Hörgewohnheiten der Konsumenten weitgehend ab. Die „Fractal Band“ spielt auf dieser Debut-CD eine gelungene Mischung aus komplexen und energiereichen Kompositionen des Bassisten und Leaders.

Vor allem Justin Hombach verrät bereits im ersten Stück seine Herkunft aus dem Rock, kann aber auch einfühlsam und sensibel die Saiten zupfen – wie bei „Mindless“ im Duo mit dem Pianisten Winfried Rimbach-Sator. In „Valse“ bestimmt der Keyboarder den Sound, der stets eingängig, dicht und melodiös einherschreitet – egal ob komponiert oder improvisiert. „You´re gone“ lebt von einem Piano-Solo, das immer wieder von Tutti unterbrochen wird, „Spanish Etude“ überzeugt durch seine Kaffeehaus-Atmosphäre sowie durch das selbstbewusste Bass-Spiel und die filigranen Gitarrenlinien.

Die Übergänge zwischen den Stilen sind hin und wieder sehr abrupt, folgen aber einer inneren Logik, die in der Regel nachvollziehbar bleibt, und trotzdem überrascht. Die Formation pendelt – nicht immer einleuchtend – zwischen Orient, Blues, Latin, Rock und Jazz. Insgesamt aber ist ihre Verbindung zwischen modernem Jazz und der Kraft von virtuosem Jazzrock das Markenzeichen dieses Quartetts. Zwar ist die Gesamt-Spielzeit der CD nur etwa 35 Minuten, doch die Musik ist stets kurzweilig und spannend.

Jazzpages Logo