Jazz-CD, tontraeger-review

Review: Jubilee-Edition 2013 -2018: Studio-Konzert, Unreleased Recordings

NLP 4200 (Neuklang)

Katharina Maschmeyer ist eine kraftvolle und stilsichere Saxophonistin. Egal ob  sie nun Coltranes „Love Supreme“ oder mit ihrem „Kama Quartet“ auf dem Bauer-Sampler „Early Bird“ interpretiert.

Sie ist ebenso hörenswert wie die Pianistin und Sängerin Olivia Trummer mit ihrem „Sunny Days Ahead“ oder der Auszug „Fein sein, beinanda bleibn“ des Tiroler Folklore-Trio „Jütz“. Auf der Vinyl-Doppel-Langspielpatte zum fünfjährigen Bestehen der Analog-Reihe „Studio Konzert“ sind zwar nur jeweils eine Aufnahme von 14 Gruppen und Künstlern zuhören, doch es reicht, um die Gehörgänge für die unterschiedlichsten Stile des Pop, Jazz und der Folkmusik zu öffnen. Da ist Jazz-Fusion neben Modern Jazz, Traditional, Latin und Vokalem in buntem Mischmasch zu vernehmen.

Hochachtung vor den Musikern, den Tongenieuren und Produzenten, die die Konzerte der schwarzen Reihe ohne Korrekturen in purem Analog-Klang konservierten. Denn nachträgliche Arbeiten sind bei diesem „Live-Direct-To-2 Track“ nicht möglich. Die Aufnahme muss „sitzen“, wenn sie einmal auf dem Band „steht“. Die Künstler müssen ihre Professionalität und ihr technisches Können in Anlauf unter Beweis stellen.

Daneben sind im Studio erfahrende Tonmeister mit jazzaffinen Ohren notwendig, die die akustische Brillanz mit hochwertiger Technik dirigieren. Die Live to Zwei-Spur-Aufnahme war vor der Mehrspurtechnik die einzig mögliche Stereo-Direkteinspielung.

Vor fünf Jahren hatte das renommierte Bauer-Studio in Ludwigsburg die Idee, Live-Konzerte mit Publikum anzubieten und mitzuschneiden. Inzwischen ist die Veröffentlichung auf fast 40 Studio-Konzerte angewachsen – eine komplett analog aufgenommene Konzertreihe, für die ein exklusiver Sampler wirbt. Die informativ gestalteten 180-Gramm-Pressungen sind handnummeriert und limitiert.

Diese Vinyl-Doppelplatte enthält bislang unveröffentlichte Werke seit dem Jahr 2013, die zwar eingespielt wurden, aber aus Platzgründen (so der Verlag) nicht für die Original-Vinyls ausgewählt wurden.

Die beiden Platten bieten einen Überblick über die vielfältige Bandbreite, sollen die Zuhörer aber keineswegs abschrecken. Zu hören sind neben anderen das Helmut Eisel und Sebastian Voltz-Trio, Wolfgang Lackerschmids Brazilian-Trio, das Duo Raphael Schwab und Julian Soro, das Richie Beirach European Quartet, das Duo-Project Jaurena-Ruf und das Martin Sasse-Trio.

 

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