Perry Robinson † 2. Dezember 2018

Per­ry Mor­ris Robin­son (* 17. Sep­tem­ber 1938 in New York City; † 2. Dezem­ber 2018) war ein US-ame­ri­ka­ni­scher Jazz­kla­ri­net­tist. Sei­ne Musi­zi­er­hal­tung ver­band Ele­men­te der abs­trak­ten Impro­vi­sa­ti­on und der Jazz­tra­di­ti­on mit dem Klez­mer und Volks­lied­haf­ten.

Per­ry Robin­son war der Sohn des Folk­sän­gers und Kom­po­nis­ten Earl Robin­son. Er wuchs teil­wei­se in Hol­ly­wood auf, um dann ab 1953 die High School of Music and Art in New York zu besu­chen; in die­ser Zeit wur­de er durch Tony Scott, mit dem er jamm­te, und James Col­lis geprägt. Nach sei­nem Musik­stu­di­um besuch­te er 1959 die Lenox School of Jazz. Dort durch Ornet­te Cole­man und Don Cher­ry beein­flusst, gehör­te er nach einem Spa­ni­en­auf­ent­halt, wo er 1961 zur Grup­pe von Tete Mon­to­liu gehör­te, zur ers­ten Wel­le der Free Jazz-Avant­gar­de und spiel­te mit Bill Dixon, Archie Shepp, Paul Bley, Hen­ry Gri­mes und Sun­ny Mur­ray. Wäh­rend sei­nes Wehr­diens­tes (1963 bis 1965 in Pana­ma) bil­de­te er ein Trio mit Bill Fol­well und Tom Pri­ce, mit dem er anschlie­ßend in New York auf­trat. Ende der 1960er war er an Car­la Bleys Esca­la­tor over the Hill und Char­lie Hadens Libe­ra­ti­on Music Orches­tra betei­ligt. Die 1972 begon­ne­ne, bis heu­te andau­ern­de Zusam­men­ar­beit mit Gun­ter Ham­pel hat ihn nach­hal­tig geprägt. Mit­te der 1970er spiel­te er mit Dave Bru­beck und des­sen Söh­nen in der Band Two Genera­ti­ons of Bru­beck. Von 1975 bis 1977 arbei­te­te Robin­son in Deutsch­land mit der Kla­ri­net­ten­grup­pe Cla­ri­net Con­trast zusam­men, die das Inter­es­se für die Kla­ri­net­te in der zeit­ge­nös­si­schen Jazz­sze­ne auf­le­ben ließ.

Mit Mike Mor­gen­stern grün­de­te er Mit­te der 1980er in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten die eben­falls durch das Zusam­men­spiel meh­re­rer Kla­ri­net­ten gepräg­te Lico­ri­ce Fac­to­ry. In den spä­ten 1980er Jah­ren hat­te er Sonn­tags­mit­tags eine Show Jazz­Ma­gic im Blue Note, in der er neben Musik auch Zau­ber­tricks prä­sen­tier­te.

Dane­ben hat Robin­son mit eige­nen Grup­pen, aber auch mit der New Yor­ker Unter­ground­sze­ne (z. B. Allen Gins­berg, Tuli Kup­fer­berg und The Fugs), Rozan­ne Levi­nes Chris­tal Cla­ri­nets und mit Bur­ton Gree­nes Grup­pe Klez­mo­kum gear­bei­tet. 2009 fand in New York mit ihm als Solis­ten die Urauf­füh­rung von Gary M. Schnei­ders Con­cer­to for Jazz Cla­ri­net & String Orches­tra mit dem Hobo­ken Cham­ber Orches­tra statt.

Zwi­schen 1967 und 1984 errang er im Kri­ti­ker­poll des US-ame­ri­ka­ni­schen Musik­ma­ga­zins Down Beat als Kla­ri­net­tist, der mehr Beach­tung ver­die­ne, acht Mal Platz 1.

Seit 1990 war Per­ry Robin­son auf dem Zelt-Musik-Fes­ti­val in Frei­burg Dau­er­gast, er war bis zu sei­nem Tod im Jahr 2018 ins­ge­samt 29 Mal dabei. Im Jah­re 2014 wur­de er zu sei­nem 75. Geburts­tag mit der Gala­nacht des Fes­ti­vals geehrt.

LPs mit Hans Kumpf (cl)
◾„Free Blacks – Cla­ri­net Duos“ (1975)
feat. Per­ry Robin­son (+ W. Dau­ner, Ring­mo­du­la­ti­on)
(AKM 002)
◾„In Time“ (1977)
feat. Theo Jör­gens­mann, Bernd Kon­rad, Per­ry Robin­son
(AKM 003)

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Text und Foto­gra­fie von Hans KumpfKumpfs Kolum­nen

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