Jazz, RIP

Joseph Jarman ist gestorben

Joseph Jarman - Photo: Kumpf

Der Flötist, Saxophonist, Perkussionist und Spieler vieler weiterer Instrumente, verstarb am 9. Januar 2019 im Alter von 81 Jahren im „Lillian Booth Actors Home“ in Englewood, New Jersey.

Jarman war vor allem durch seine Präsenz im Art Ensemble of Chicago bekannt, dem er von den 1960er Jahren angehörte und mit dem er – nach Unterbrechungen – Anfang der 2000er Jahre auch wieder auftrat.

Neben den weiteren bekannten Musikern der Formation (Trompeter Lester Bowie, Saxophonist Roscoe Mitchell, Bassist Malachi Favors, und Don Moye am Schlagzeug) war Joseph Jarman das augenscheinlich afrikanischste Gesicht der Band. Im wörtlichen Sinne, mit schamanisch wirkender Bemalung und traditioneller afrikanischer Kleidung. Er brachte auch einen theatralischen Aspekt in die Performances der Band, mit visuellen Effekten, spoken word Elementen und seinem Sammelsurium an „kleinen“ Instrumenten.

Jarman war auch mit vielen eigenen Projekten, oft mit Kollegen aus dem Art Ensemble, auf internationalen Bühnen präsent. Er nahm mit Don Moye mehrere Alben auf und spielte im Trio mit dem Schlagzeuger Thurman Barker und der Pianistin Amina Claudine Myers. 1996 nahm er im Duo mit Marilyn Crispell das Album Connecting Spirits auf.

Ende der 1970er Jahre trat er mit Roscoe Mitchell und Anthony Braxton beim New Jazz Festival Moers auf. Er war häufig in Europa präsent und lebte eine Zeitlang in Paris.

In den vergangenen 20 Jahren hatte sich Jarman von der Musikszene weitgehend zurück gezogen und sich dem Buddhismus zugewandt.

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