Jazzpages Jazz News 200312 – Die Deutsche Jazzunion fordert Maßnahmen zur Unterstützung von Musikern im Zuge der Corona-Krise

Gestern noch hier angesprochen, heute kommt schon die entsprechende Presseerklärung der Deutschen Jazzunion. Im Folgenden der Wortlaut der Meldung (*):

Wirtschaftliche Existenz vieler Jazzmusiker durch Veranstaltungsabsagen wegen Coronavirus in Gefahr

„Abgesagte Messen, geschlossene Konzerthäuser und auf unbestimmte Zeit verschobene Veranstaltungen: Von den staatlichen Maßnahmen gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus CoVid-19 in Deutschland sind nicht nur Großveranstaltungen betroffen, sondern auch unzählige Jazzspielstätten wie Clubs und Kleinkunstbühnen.
 
Gerade die überwiegend freischaffenden Akteure der ohnehin unterfinanzierten Jazzszene geraten wie viele andere selbstständige Kunst- und Kulturschaffende durch absagebedingte Verdienstausfälle in wirtschaftliche Bedrängnis. Mehr als die Hälfte der Jazzmusiker in Deutschland verfügen laut der von der Bundesregierung finanzierten Jazzstudie 2016 über ein Jahresbruttoeinkommen von weniger als 12.500 €, sodass auch einzelne Gagenausfälle erhebliche Auswirkungen auf die wirtschaftliche Existenz haben können.
 
Nikolaus Neuser, Vorsitzender der Deutschen Jazzunion: „Die Verdienstausfälle durch staatlich angeordnete Veranstaltungsabsagen – deren Sinn wir ausdrücklich nicht in Frage stellen – sind für freischaffende Jazzmusiker kaum abzufangen. Angesichts der immer noch prekären Situation vieler selbstständiger Kunst- und Kulturschaffender bringen Gagenausfälle deren wirtschaftliche Existenz in große Gefahr. Bund und Länder sind gefragt, um den Betroffenen, die wichtige Beiträge für Kultur und Gesellschaft leisten, zu helfen.“
 
Die Deutsche Jazzunion teilt die Sorgen des Deutschen Kulturrats um die Situation freiberuflicher Künstler und unterstützt die Forderung nach staatlicher Kompensation z.B. in Form eines Notfallfonds. Die Aussagen von Kulturstaatsministerin Monika Grütters zum Stellenwert von Kultur sowie ihr Versprechen, Künstler und Kultureinrichtungen in dieser Notsituation nicht im Stich zu lassen, begrüßt die Deutsche Jazzunion und fordert konkrete Schritte der Bundesregierung. Gemeinsam mit der Allianz der Freien Künste wird derzeit eine Umfrage zu Verdienstausfällen vorbereitet. Bis dahin sollten Musiker sämtliche Einnahmeausfälle individuell dokumentieren.

| Deutsche Jazzunion

(*) Für eine bessere Lesbarkeit wurde der Text „degendered”.

Die Jazznews der Jazzpages sind kurze Hinweise und Meldungen zu Jazz, Musik und Allem drumherum, die bei den Jazzpages eintrudeln und einen größeren Kreis von Interessenten ansprechen könnten. Wir freuen uns über entsprechende Jazz-Kurznachrichten an jazz@jazzpages.com.

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