Finkenbach Festival 2018 – Rückschau & Fotos

Finkenbach Festival Flyer

Voll wie sel­ten war es beim Fin­ken­bach Fes­ti­val 2018, und die alten Recken spiel­ten drauf los, als geben es kein Mor­gen. Die Abend­kas­se war bei hells­tem Son­nen­schein schon geplün­dert und unter den Wage­mu­ti­gen, die sich ohne Ticket nach Fin­ken­bach auf­ge­macht hat­ten, gab es

weni­ge glück­li­che Gesich­ter bei jenen, die doch noch von irgend jeman­dem eine Kar­te ergat­tern konn­ten. Und eini­ge, die ent­täuscht wie­der abzie­hen muss­ten. Oder Zaun­gäs­te blie­ben: beim Guru Guru Kon­zert war der Sicht­schutz am Zaun sogar ver­schwun­den, und der Sound ließ sich eh nicht auf dem Fin­ken­ba­cher Sport­platz ein­sper­ren.

Es war eine gewohn­te Fin­ken­bach Fes­ti­val Mischung: son­ni­ge Tage, die Näch­te kühl, eben­so das Bier. Der Kuchen der Kuch­bä­cke­rin­nen und ‑bäcker aus dem Ort lecker, wie immer. Und der Sound­track dazu: in die­sem Jahr wie­der mit einem Gut­teil der seit Jahr­zehn­ten akti­ven Bands aus dem deut­schen Rock­be­reich, der sich Ende der 1960er Jah­re und Anfang der 1970er Jah­re eta­blier­te: ver­se­hen mit dem hart­nä­ckig kle­ben­den Label „Kraut­rock”, auf­ge­pappt von der bri­ti­schen Insel­pres­se für die damals auf­flam­men­de eigen­stän­di­ge Rock­sze­ne in Deutsch­land.

Nicht immer stan­den noch Grün­dungs­mit­glie­der der Bands auf der Büh­ne in Fin­ken­bach, bei den meis­ten Bands aber schon – eini­ge davon schon gut im Ren­ten­al­ter. Beson­ders gefei­ert wur­de in die­sem Jahr Kra­an. Nicht nur, weil in die­ser Band tat­säch­lich auch nach Jahr­zehn­ten noch das Ori­gi­nal­t­rio mit Jan Fri­de am Schlag­zeug, Peter Wol­brandt an der Gitar­re und Hell­mut Hat­tler am Bass zu hören war. Es war auch Hell­mut Hat­tlers ers­ter grö­ße­rer Gig nach einer mona­te­lan­gen, krank­heits­be­ding­ten, Pau­se  – den er und die Band mit Bra­vour meis­ter­ten. Die vie­len Kra­an-Fans waren begeis­tert, auch wegen des für Herbst ange­kün­dig­ten Ton­trä­gers mit Live­mit­schnit­ten aus dem Archiv der Band.

Guru Guru at its best

Im Publi­kum gab es vie­le, die die Hits ihrer Lieb­lings­bands mit­sin­gen konn­ten und auch das Pro­gramm der „Haus­band” Guru Guru konn­te natür­lich nicht die Klas­si­ker unter die Büh­ne fal­len las­sen. „Living in the woods”, „Ooga Boo­ga” und natür­lich zum krö­nen­den Abschluss der „Elek­tro­lurch” – aber auch zwei Titel ihrer ganz aktu­el­len LP / CD „Rota­te!” waren zu erlau­schen. Guru Guru ist ein Musik­phä­no­men des­sen Kris­tal­la­ti­ons­kern der Schlag­zeu­ger – und Fin­ken­bach­fes­ti­val-Erfin­der – Mani Neu­mei­er ist. In die­sem Jahr fei­ert Guru Guru das 50-jäh­ri­ge Bestehen. In der aktu­el­len Beset­zung mit Roland Scha­ef­fer (sx, gt, Nadaswa­ram), Jan Lind­qvist (gt, sli­de-gt) und Peter Kühmstedt (b).

Auch bei Guru Guru gab es im Lau­fe der Jah­re ein Kom­men, Gehen und Wie­der­kom­men. Die ohne­hin begeis­tern­de Spiel­lau­ne der Band wur­de noch ein­mal gestei­gert durch zwei Gäs­te aus frü­he­ren Tagen. Der Gitar­rist Ax Gen­rich war zwar kein Grün­dungs­mit­glied, aber er war mit sei­ner psy­che­de­li­schen Gitar­re schon auf der ers­ten Guru Guru LP „Ufo” zu hören. Und der zwei­te Gast­gi­tar­rist, Lui­gi Archet­ti, war zur Freu­de der jaz­zaf­fi­nen Hörer eben­falls bei eini­gen Titeln auf der Fin­ken­bach­büh­ne.

Jung und frisch gab’s auch

Geht das über­haupt, bei einer Band, die auf dem Papier auch schon fast 50 Jah­re auf dem Buckel hat? Bei Embryo geht das schon. Um die 400 Musi­ker waren in die­ser Band schon zugan­ge, dar­un­ter eini­ge Jazz­grö­ßen wie Char­lie Maria­no und Tri­lok Gur­tu. Mit dem groß­ar­ti­gen Pia­nis­ten Mal Wald­ron spiel­te die Band eben­so. Der Kopf der Band, Chris­ti­an Bur­chard – vor eini­gen Jah­ren mit Embryo in Fin­ken­bach  – ist lei­der Anfang des Jah­res ver­stor­ben. Er hat das musi­ka­li­sche Feld aller­dings früh­zei­tig bestellt, und Musik und Band leben wei­ter mit sei­ner Toch­ter Mar­ja Bur­chard. Die spielt wie ihr Vater vie­le Instru­men­te und ist vor allem an Marim­ba und Vibra­phon eine ganz außer­or­dent­li­che Solis­tin. In Fin­ken­bach gab es von Embryo das „jaz­zigs­te” Kon­zert und es scheint, als ob Mar­ja Bur­chard und ihre ver­jüng­ten „Embry­os” die Band nicht nur am Leben erhal­ten kön­nen, son­dern sie auch mit neu­em musi­ka­li­schem Leben erfül­len. Ger­ne auf ein Wie­der­hö­ren in Fin­ken­bach.

Urhe­ber­recht alle Fotos: Frank Schin­del­beck

Kom­plet­tes Line-up Fin­ken­bach Fes­ti­val 2018: Guru Guru * Amon Düül II * Kra­an * Jane * Epi­taph * Birth Con­trol * Embryo * Dis­si­den­ten * Marble­wood * Vibra­vo­id

| Mani Neu­mei­er
| Die Fes­ti­val Web­site
Vie­le Fotos von  Fin­ken­bach Fes­ti­val Aus­ga­ben der ver­gan­gen Jah­re! 
Zum Bei­spiel mit Embryo 2011…

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6 Gedanken zu „Finkenbach Festival 2018 – Rückschau & Fotos“

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