Bassgitarrist Jack Bruce verstarb 71-jährig

Kommunikationsfreudig, innovativ und offen für den Jazz

Jack Bruce - Photo: Hans Kumpf

Suffolk. Vor fast einem halben Jahrhundert sprengte die britische Gruppe „Cream“ die bis damals geltenden pop-musikalischen Grenzen, als sie halbstündige von virtuosen Improvisationen getragene Stücke auf Platte herausbrachte. Diese Band bestand zwar nur knappe drei Jahre (von 1966 bis 1968), doch die Erinnerung an das Trio des Gitarristen Eric Clapton, des Bassgitarristen Jack Bruce und des Drummers Ginger Baker ist immer noch unauslöschlich. Mit ihren langen und technisch äußerst versierten Improvisationen ging „Cream“ in die Pop-Annalen ein. Zu ihrer Lebzeiten hatte die „Supergroup“ beträchtliche kommerzielle Erfolge – mit ihren Platten schafften die drei Virtuosen mühelos Umsätze von einigen Millionen Dollars. Die Hallen, einschließlich dem „Madison Square Garden“ in New York, waren stets ausverkauft.

Als Bassgitarrist des erfolgreichen Trios agierte der 1943 im schottischen Bishopsbriggs geborene Jack Bruce, und dieser revolutionierte das Bassspiel im Rock, indem er auf seinem Instrument – vom Jazz inspirierte – eigenständige melodische Begleitfiguren einbrachte. So wurde er in den 1970er Jahren folgerichtig wiederholt bei Umfragen zum weltbesten Bassgitarristen gewählt.

Es geriet stets zu einem unvergesslichen Erlebnis, wenn man Jack Bruce beobachtete, wie er auf seinem bundfreien Bass raffiniert zwischen mit dem Schlagzeug gekoppelten Rhythmus, Basslinien und emanzipiertem melodischem Einsatz wechselte oder alles gar in einen stimmigen Einklang zu bringen vermochte. Freude an der Kommunikation und Spaß am Spielen gerieten zur Grundlage eines spannungsreichen Musizierens. Bruce betätigte sich gekonnt als sonorer Sänger (beispielsweise mit „Sunshine of your Love“ oder auch mal mit dem Spiritual „Wade in the Water“), außerdem griff er gerne zur Mundharmonika.

Immer wieder kooperierte Jack Bruce mit Jazzmusikern – beispielsweise mit Miles Davis, Billy Cobham, Didier Lockwood und dem deutschen Saxophonisten Bernd Konrad. Am 25. Oktober 2014 verstarb Jack Bruce infolge eines Leberleidens in Suffolk (England).

| Kumpfs Kolumnen

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