SWR2 – Jazz-Programm Januar 2022

Samstag, 01. Januar, 0:03 – 2:00 Uhr
SWR2 Jazz: Jahreswechsel mit SWR2 – Swingin‘ into the New Year
Von Henry Altmann

Nicht nur etwas für Hopper und Trotter, Hipster, für Party Smarties und Coach Potatoes, Hoochie Coochies, Zooties und Hotsy Totsies, sondern auch für alle anderen, die dem Neuen Jahr per Triole „Hallo“ sagen wollen. Swing und Latin aus aller Welt und quer durch die Zeiten, von Artie Shaw zu den Squirrel Nut Zippers, von Nino Rotas „Nostalgico Swing“ zum New-Orleans-Guns n‘ Roses-Cover – Mischen is Possible, zwei Stunden zum Tanzen, Träumen und Die-Seele-Baumeln-Lassen. Swingend, klingend, Freilauf für die Beine. Nur die Drinks muss man sich selbst besorgen!


Samstag, 01. Januar, 16:05 – 17:00 Uhr
SWR2 Jazztime: Porgy And Bess – Ein legendäres Album von Miles Davis
Von Hans-Jürgen Schaal

„Er ist der beste Arrangeur, den ich kenne“, sagte der Trompeter Miles Davis über Gil Evans. Ihre Freundschaft begann 1947 – damals war Miles noch im Bebop-Quintett von Charlie Parker, und Gil Evans arrangierte für das Swing-Orchester von Claude Thornhill. Aus der Kooperation der beiden entstanden von 1957 bis 1963 vier bedeutende Alben für Columbia. Eines davon war „Porgy And Bess“, eine innovative Umdeutung der Melodien der Gershwin-Oper. Die individuelle Trompetenstimme von Miles Davis trifft auf die brillanten Orchestervisionen von Gil Evans.

Dienstag, 04. Januar, 20:05 – 21:00 Uhr
SWR2 Jazz Session: Homezone – Jazz in Südwest. Die Vokalistin Lauren Newton
Von Bert Noglik

Mit ihrer Stimme gelingen ihr gänzlich eigene Klangkreationen. Die Amerikanerin Lauren Newton, aufgewachsen in Oregon, kam Mitte der siebziger Jahre zum Studium nach Stuttgart und fand in Tübingen ihre Wahlheimat. Zu Hause ist sie in der grenzenlosen Welt der improvisierten Musik. Mit ungebremster Lust an vokalen Abenteuern und facettenreichem Ausdruck streift sie durch die Schnittbereiche der Genres zwischen Performance, Tanz, Literatur und Radiokunst. Die einzigartige Vokalistin wurde am 2. Dezember 2021 mit dem Sonderpreis des Landesjazzpreises Baden-Württemberg für ihr Lebenswerk geehrt.

Mittwoch, 05. Januar, 21:05 – 22:00 Uhr
SWR2 NOWJazz: Gold Box – Die besten Jazz-Alben 2021
Von Günther Huesmann

Zeit für eine kleine Auslese. Was waren die gelungensten und spannendsten Jazz-Aufnahmen des Jahres 2021?, fragen wir heute. Welche Produktionen ragen aus der Flut der Neuerscheinungen heraus? Wie heißen die lohnenswerten aktuellen Jazzalben, welche die Szene besonders beschäftigt und geprägt haben? Und: Welche historischen Reissue-Projekte haben im vergangenen Jahr besonders begeistert? Ein Jahres-Rundblick über alle stilistische Felder hinweg – ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Samstag, 08. Januar, 22:03 – 23:00 Uhr
SWR2 Jazztime: Inner Mountain Flame – John McLaughlin zum 80. Geburtstag
Von Michael Rüsenberg

Mit Amerika, wo seine Karriere 1969 richtig in Fahrt kam, hat er 2017 abgeschlossen. Er wohnt in Monaco, in Europa tourt er noch; in wenigen Wochen wird sich einer der einflussreichsten und stilbildenden Gitarristen des Jazz auch auf deutschen Bühnen aus dem Glückwunsch-Konfetti zu seinem Achtzigsten (4. Januar 2022) freispielen. Die innere Flamme, sie lodert nämlich noch, um mit dem Albumtitel „The Inner Mounting Flame“ (1971) seines Mahavishnu Orchestra zu sprechen.

Dienstag, 11. Januar, 20:05 – 21:00 Uhr
SWR2 Jazz Session: #zusammenspielen – Russudan Meipariani Solo
Von Julia Neupert

Flügel, Toy Piano und Synthesizer: Das waren die Arbeits-, oder vielleicht eher Spielgeräte von Russudan Meipariani für #zusammenpielen. 2021 stand diese Reihe zur Unterstützung der freien Musikszene in Corona-Zeiten unter dem Motto „Mut“. Die in Stuttgart lebende Pianistin, Sängerin und Komponistin ist eine mutige Klang- und Melodiefantastin, die für ihre Musik immer neue Quellen sucht: Die Gesänge ihrer georgischen Heimat spielen dabei genauso eine Rolle wie Gedichte und kompositorische Konzepte der Neuen Musik.

Mittwoch, 12. Januar, 21:05 – 22:00 Uhr
SWR2 NOWJazz: Sonic Wilderness Spezial – Favoriten 2021     
Von Ulrich Kriest, Thomas Loewner und Julia Neupert

Sonic Wilderness – diese Sendereihe unternimmt regelmäßig Streifzüge durch die Randgebiete des Jazz: Improv, Electronica, Klangkunst, Noise, Ambient oder Rock. Hier kommen Neuveröffentlichungen und Entdeckungen zu Gehör. In einer Spezialausgabe präsentieren wir nun am Anfang des neuen Jahres unsere wilden Lieblinge aus den vergangenen zwölf Monaten.


Samstag, 15. Januar, 22:03 – 23:00 Uhr
SWR2 Jazztime: Der Vater der Jazzflöte – Herausragende Aufnahmen von Herbie Mann
Von Hans-Jürgen Schaal

Weil es in New York ein Überangebot an Cool-Jazz-Saxofonisten gibt, weicht Herbie Mann 1953 auf ein anderes Instrument aus – und wird zum Vater der Jazzflöte. Der Klarinettist Tony Scott bescheinigte ihm später „den wärmsten Sound aller Flötisten“. Nicht nur in Bebop und Cool Jazz mischt Mann mit, auch Afro-Kubanisches, Nahöstliches, Brasilianisches und Beat-Songs adaptiert er für die Querflöte. Er war einer der wichtigsten Pioniere des World-, Soul- und Fusion-Jazz, zeitweise erfolgreich wie ein Popstar: „Mein Publikum hört nicht mit dem Intellekt, sondern mit dem Gefühl.“

Sonntag, 16. Januar, 19:23 – 20:00 Uhr
SWR2 Jazz: Kontrabass-Ass aus Hellas – Petros Klampanis
Von Ssirus W. Pakzad

Der Bassist Petros Klampanis wurde auf Zakynthos, einer Insel im Ionischen Meer geboren. Er wuchs sowohl mit heimischer Folklore als auch mit Balkan-Klängen auf, bevor er sich für Jazz, Pop und klassische Musik zu interessieren begann. Klampanis hat erst in Amsterdam und dann in New York studiert, wo er noch heute seinen Lebensmittelpunkt hat. Der heute 40-Jährige hat durch seine kreative Zusammenarbeit mit Greg Osby, Snarky Puppy oder Shai Maestro auf sich aufmerksam gemacht. Besondere Strahlkraft haben seine eigenen Projekte, die seine zahlreichen musikalischen Interessen widerspiegeln.

Dienstag, 18. Januar, 20:05 – 21:00 Uhr
SWR2 Jazz Session: Artlessly Falling – Mary Halvorson’s Code Girl beim Jazzfest Berlin 2021
Von Niklas Wandt

Mary Halvorson zählt zu den umtriebigsten Gitarristinnen und Komponistinnen der experimentellen New Yorker Szene. Beim Jazzfest Berlin 2021 war sie im Silent Green live mit ihrer Band Code Girl zu hören – ein Sextett, dessen Besetzung zunächst wie eine Jazzcombo wirkt. Musikalisch verwischen allerdings die Grenzen zwischen Avantgarde und komplexem Songwriting. Ergebnis ist ein höchst eigentümlicher Genre-Hybrid. Karg, existentialistisch, undurchdringlich und doch merkwürdig berührend.

Mittwoch, 19. Januar, 21:05 – 22:05 Uhr
SWR2 NOWJazz: Sensible Saitengeflechte – Der dänische Gitarrist Jakob Bro
Von Bert Noglik

Er fasziniert mit Entschleunigung und der Fokussierung aufs Melodische. Die Musik von Jakob Bro, aufgewachsen in Kopenhagen, ist europäisch geprägt und zugleich auch jazzmusikalisch fundiert. Im Prozess des Improvisierens und in dichter Interaktion mit den ihn umgebenden Mitspielern gelingt es ihm, Sounds zu kreieren, die kunstvoll schwebenden Mobiles gleichen. Den Weg dazu wiesen ihm die Großen, die ihm in ihrem Kontexten Raum zur Entfaltung gaben, Musiker wie Paul Motian und Tomasz Stanko. Mit einem Pool von Gleichgesinnten findet Jakob Bro vor allem im Trio- und Quartettformat zu einer eigenen Klangsprache.

Samstag, 22. Januar, 22:03 – 23:00 Uhr
SWR2 Jazztime: #zusammenspielen – Das Christoph Neuhaus Trio im Studio 2 in Baden-Baden
Von Henry Altmann

„Zusammen spielen“ muss ein Gitarrist erst mal mit sich selbst, sechs Saiten und zehn Finger lassen da viele Möglichkeiten. Weil Christoph Neuhaus das auf bislang fünf eigenen und über 60 Alben aber auch mit anderen zusammen extrem gut kann, hat er 2021 den Landesjazzpreis Baden-Württemberg erhalten. Am 13. Juni vernähte er beim #zusammenspielen im Studio 2 des SWR in Baden-Baden die Schnittstellen von Jazz, Blues und Folk, im klassischen Trio mit Martin Meixners brodelndem Hammond-B3-Sound und den satten Grooves von Daniel Mudrack am Schlagzeug.


Sonntag, 23. Januar, 19:21 – 20:00 Uhr
SWR2 Jazz: The Spirit of the Streets – Eine Paris-Hommage der Komponistin Rebecca Trescher
Von Thomas Loewner

Seit fast 10 Jahren leitet die Nürnberger Komponistin, Klarinettistin und Bandleaderin Rebecca Trescher ihr eigenes Large Ensemble. Mit dem Tentett hat Trescher einen erfrischenden, modernen Klang zwischen Jazz und Klassik entwickelt. Für ihre künstlerische Arbeit wurde sie bereits mehrfach ausgezeichnet, u. a. war sie 2019 ein Jahr lang Artist in Residence an der Pariser Cité Internationale des Arts. Während dieser Zeit spazierte Rebecca Trescher viel durch die Straßen der Stadt und ließ sich von ihrer Atmosphäre und ihrem Spirit zu einer vierteiligen Suite inspirieren, die im Zentrum ihres neuen Albums steht.

Dienstag, 25. Januar, 20:05 – 21:00 Uhr
SWR2 Jazz Session: Ghost Caravan – Ståle Storløkken beim Jazzfest Berlin 2021
Von Franziska Buhre

Ståle Storløkken, geboren 1969, spielt Orgel seit er zwölf Jahre alt ist. Beim Musikstudium am Musikkonservatorium in Trondheim spezialisierte er sich auf elektronische Instrumente in Jazz und improvisierter Musik. Storløkken tritt solistisch auf, ist Mitglied der Band Supersilent, spielt in Projekten des Trondheim Jazz Orchestra ebenso wie mit den Trondheim Solistene, dem Spitzenensemble klassischer Musik. In Mittelnorwegen saß Storløkken schon an einigen Orgelbänken, beim Jazzfest Berlin spielte er im vergangenen November nun zum ersten Mal die Orgel in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche.

Mittwoch, 26. Januar, 21:05 – 22:00 Uhr
SWR2 NOWJazz: Charlotte Hug – Reflexionen zum Klimawandel
Von Nina Polaschegg

Seit 1998 improvisiert Charlotte Hug im Rhonegletscher. Jedes Jahr wird dort ein Stollen neu ins Eis getrieben und immer wieder verkürzt sich dieser während des Sommers um viele Meter. Es ist ein deutlich sichtbares Zeichen der Gletscherschmelze – des menschengemachten und beschleunigten Klimawandels. Die Schweizer Bratschistin und Bildende Künstlerin Charlotte Hug setzt sich in mehreren Projekten intensiv mit dieser Thematik auseinander. Die heutige NOWJazz Sendung stellt sie vor.

Samstag, 29. Januar, 22:03 – 23:00 Uhr
SWR2 Jazztime: Das Phänomen – Erinnerungen an den Gitarristen Pat Martino
Von Karsten Mützelfeldt

Am 1. November 2021 starb mit Pat Martino einer der einflussreichsten Gitarristen des Modern Jazz. Er wurde 77 Jahre alt. SWR2 Jazztime erinnert an einen in mehrerlei Hinsicht außergewöhnlichen Musiker. Unter Kollegen genoss er mit seiner spielerischen Intelligenz den Ruf eines Großmeisters. Nach Notoperationen an einem Aneuyrisma erlitt Martino einen fast kompletten Gedächtnisverlust. Nur wenig später kam er als Gitarrist zurück, was ihn auch für Mediziner zu einem Phänomen machte. In der Sendung kommt Pat Martino selbst zu Wort – und mit ihm ein nicht nur musikalisch höchst eloquenter Künstler.


Sonntag, 30. Januar, 19:28 – 20:00 Uhr
SWR2 Jazz: Die Stimme des Cool – Chet Bakers legendäre Vokalaufnahmen
Von Robert Summerfield

Chet Baker war nicht nur als Trompeter eine Größe des Cool Jazz, sondern auch als Vokalist. Lyrik stellte er über Lautstärke. Für ihn zählte Natürlichkeit bis zum letzten Ton. Mit seinen fragilen Vokalaufnahmen formte er ein Gesamtwerk, das den Gesangs-Stereotypen seiner Zeit widersprach. Als Mann der 1950-er Jahre sang er über Liebe und Leid, über verronnenes Glück, oft auch selbstironisch über die Wahrnehmung seiner eigenen Existenz an der amerikanischen Westküste. Kaum eine Interpretation im Vokal-Jazz beweist dies eindringlicher als seine Version des Klassikers „My Funny Valentine“. Baker suchte nach Sinn und sich selbst in unaufdringlichen, eleganten Zeilen, die er sang.

Fast alle Jazz-Sendungen von SWR2 können als Audio on Demand im Internet 7 Tage online nachgehört werden. Auf www.swr2.de/jazz finden sich auch Playlists und und weitere Informationen zum Programm.

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