Das Jazzprogramm im Juli bietet Magazine, Konzertmitschnitte, Porträts und thematische Sendungen aus dem ARD-Jazzangebot sowie aus dem ARD Radiofestival 2026.
Sa 01.08. 09:04 – 10:00 UHR
Musikstunde. Jazz global
Iran zwischen Erinnerung und Exil
Von Babette Michel
Musiker mit iranischen Wurzeln, die meisten im Exil, erleben beim Gedanken an den Iran intensive Emotionen, die auch ihre Musik prägen. Babette Michel erzählt, wie sie aus der Verbindung von Tradition und Improvisation neue Musikwelten schaffen. Mit dabei: Mahan Mirarab mit Doppelhalsgitarre und neuem Album „Unspoken“; Cymin Samawatie aus Berlin, bekannt für persischen Kammermusikjazz und trans-traditionelle Experimente; der Tar-Spieler Hamed Sadeghi, der in Australien mit dem Eishan Ensemble neue Musik schafft; die Vokalistin Elana Sasson, die ihre kurdisch-iranischen Wurzeln feiert.
Sa 01.08. 18:20 – 19:00 UHR
Jazz
Bossa Nova Darlings – Weiche Stimmen, Cool Jazz und Samba-Rhythmen
Von Maxi Broecking
Im August sind einige der schönsten Aufnahmen des Bossa Nova zu hören. Von den Legenden João und Astrud Gilberto, Antônio Carlos Jobim und Stan Getz bis zu Baden Powell, Elis Regina und Quincy Jones. Musik für einen Sommerabend mit entspanntem Jazz.
Sa 01.08. 23:03 – 24:00 UHR
ARD Radiofestival. Jazz
On the Edge – Jazz im Ausnahmezustand
Von Ralf Dorschel
In den Biografien vieler Jazz-Größen gibt es Brüche. Diese Sendung schaut auf Musik, die entstanden ist, nachdem die Künstler die Kontrolle verloren hatten durch Drogen, Entzug, Rassismus, Verfolgung oder Inhaftierung. Beispiel Charlie Parker: Der soll am 29. Juli 1946 bei den Aufnahmen zu „Lover Man“ auf dem Boden des Studios gelegen haben, kaum Herr seiner Sinne. Später versuchte der Saxofonist die Veröffentlichung der Bänder zu verhindern – vergeblich. Heute gilt die Aufnahme als Klassiker, gerade wegen der Patzer und Aussetzer, aus denen Parker erschütternde Kunst machte.
Hinweis: Wegen Überlänge der vorherigen Live-Übertragung von den Bayreuther Festspielen wird diese Sendung nicht im linearen Programm zu hören sein, sondern nur in ARD Sounds.
So 02.08. 01:00 – 06:00 Uhr
ARD Jazz. Die Nacht
Joachim Kühn beim Deutschen Jazzfestival – Eine Langzeitbeziehung
Von Martin Kersten
1968 war Joachim Kühn erstmals zu Gast beim Deutschen Jazzfestival. Damals im Quartett mit seinem Bruder Rolf. Seitdem ist der gebürtige Leipziger immer wieder gerne zurückgekehrt. Um Weggefährten wie Ornette Coleman oder Albert Mangelsdorff zu huldigen, Projekte mit der hr-Bigband zu realisieren oder eigene Formationen vorzustellen, wie zuletzt sein French Trio. Legendär auch die Duo-Performance mit Archie Shepp in Frankfurt 2011. Die Sendung streift durch einige Stationen dieser langen Beziehung zwischen Joachim Kühn und dem ältesten kontinuierlich stattfindenden Jazzfestival der Welt.
So 02.08. 19:44 – 20:00 UHR
Big Time Jazz
Jazz-Orchester, Big Band, Oktett – hier geht es um Musik mit großen Besetzungen. Big Time Jazz versammelt Klänge großer Ensembles aus dem Jazz und der improvisierten Musik, mit Archivaufnahmen ebenso wie mit Neuveröffentlichungen.
Mo 03.08. 23:03 – 24:00 UHR
ARD Radiofestival. Jazz
Eine Reise nach Peitz
Von Wolf Kampmann
Die Jazzwerkstatt Peitz zählt zu den ältesten Jazz-Festivals im Osten Deutschlands und strahlt mit ihrer wechselvollen Geschichte weit über Brandenburg hinaus. Vom 16. bis zum 18. August findet die 63. Ausgabe statt. Wie in den vergangenen Jahren werden auch in diesem Sommer wieder Liebhaber von Jazz-Avantgarde und freier Improvisation aus der ganzen Welt in das kleine Städtchen im Spreewald strömen. Mit Interviews der Festivalleiterin Marie Blobel und dem diesjährigen Improviser in Residence Wanja Slawin stellt die Sendung das reichhaltige Festivalprogramm vor.
Di 04.08. 23:03 – 24:00 UHR
ARD Radiofestival. Jazz
Der junge Satchmo – Zum 125. Geburtstag von Louis Armstrong
Von Marcus Woelfle
„Du kannst nichts spielen, was Louis nicht bereits gespielt hat“, meinte Miles Davis einmal über ihn: Louis Armstrong, der Trompeter mit der heiseren Stimme und dem weißen Taschentuch, geboren am 4. August 1901 in New Orleans, war nicht nur ein beliebter Entertainer, sondern für viele die einflussreichste Persönlichkeit des Jazz. Wegweisend wirkten vor allem seine frühen Meisterwerke aus den 20er-Jahren. Vorgestellt in dieser Sendung von Marcus A. Woelfle, gesprochen von Benedikt Schregle.
Mi 05.08. 23:03 – 24:00 UHR
ARD Jazz. Das Magazin
Von Beatrix Gillmann
Das wöchentliche Jazz-Update bietet in den Sommerwochen vor allem aktuelle Musik und Neuveröffentlichungen aller Spielarten des Jazz. Das Spektrum reicht von internationalen Stars bis zu weniger bekannten regionalen Acts, von Funk bis Free, von traditionell bis experimentell.
Do 06.08. 23:03 – 24:00 UHR
ARD Radiofestival. Jazz
Wie Fürsorge den Takt bestimmt – Jazz und Carearbeit
Von Sophie-Emilie Beha
Care-Arbeit hält die Gesellschaft zusammen – und prägt auch das Leben vieler Musiker. Doch wie lassen sich Elternschaft, Pflegeverantwortung und eine Karriere in einer Branche vereinbaren, die von Mobilität und ständiger Verfügbarkeit lebt? Die Sendung beleuchtet Erfahrungen von Jazzmusikern zwischen Bühnen und Fürsorge. Persönliche Geschichten, aktuelle Studien und gesellschaftliche Debatten zeigen, wie Care-Arbeit die Jazzszene beeinflusst – als strukturelle Herausforderung, aber auch als Quelle neuer künstlerischer Perspektiven.
Fr 07.08. 23:03 – 24:00 UHR
ARD Radiofestival. Jazz
Ende einer Ära – Marsalis verlässt Lincoln
Von Thomas Mau
Eine Ära geht zu Ende, wenn im nächsten Jahr der Trompeter Wynton Marsalis als künstlerischer Leiter des Instituts „Jazz at Lincoln Center“ zurücktritt. Über vierzig Jahre lang hat er die von ihm gegründete Einrichtung im Lincoln Center for the Performing Arts in New York zu einer Institution entwickelt. Jetzt hat er angekündigt, im nächsten Sommer als künstlerischer Leiter zurückzutreten. In seiner letzten Spielzeit dreht er aber noch einmal richtig auf. Zum Beispiel hat er die Reihe „Jazzcall for Freedom“ gegründet, ein Appell für Demokratie. Wer seine Nachfolge übernimmt, ist noch offen.
Sa 08.08. 18:20 – 19:00 UHR
Jazz
Jazzclub Stories – Große Momente in kleinen Clubs
Von Henry Altmann
Kleine Clubs, große Momente, manchmal ein Abend, manchmal Kulmination einer Entwicklung: Sam Wooding 1925 in Berlin, die Basie Band oder Billie Holidays „Strange Fruit“ im New York der 1930er-Jahre, das Debüt des klavierlosen Quartetts von Gerry Mulligan/Chet Baker 1952 in Los Angeles, das von Cannonball Adderley 1955 im Café Bohemia oder das von Ornette Coleman im Five Spot zwei Jahre später, Dexter Gordons Konzert 1976 und das des Thad Jones/Mel Lewis Orchestra 1967 im Vanguard – all das hatte Folgen, für die Musiker im Speziellen, für den Jazz insgesamt, und wurde Teil der Jazzgeschichte.
Sa 08.08. 23:03 – 24:00 UHR
ARD Radiofestival. Jazz
Hören wir Gutes und Reden drüber
Von Ulrich Habersetzer, Beate Sampson, Roland Spiegel
„Eine Sendung wie eine Insel. Draußen herrscht hoher Seegang, aber was im Hier und Jetzt zählt, das sind handverlesene Töne, die in die Ohren des Publikums tropfen“. Das schrieb 2022 die Grimme-Jury in ihrer Begründung, warum „Hören wir Gutes und reden darüber“ mit dem Deutschen Radiopreis als „Beste Sendung“ ausgezeichnet wurde. Das Prinzip der Sendung: Jeder der Beteiligten stellt ein neues Jazzalbum vor, ohne den anderen zu verraten, worum es sich handelt. Hören, rätseln, reden – darum geht es bei „Hören wir Gutes“.
So 09.08. 19:16 – 20:00 UHR
Big Time Jazz
Jazz-Orchester, Big Band, Oktett – hier geht es um Musik mit großen Besetzungen. Big Time Jazz versammelt Klänge großer Ensembles aus dem Jazz und der improvisierten Musik, mit Archivaufnahmen ebenso wie mit Neuveröffentlichungen.
Mo 10.08. 23:03 – 24:00 UHR
ARD Radiofestival. Jazz
Saints & Strikers – Als der Jazz die britische Arbeiterklasse mitriss
Von Ralf Dorschel
Im Sommer 1948 tobten „Jazz Riots“ rund um Londons Leicester Square: auf der einen Seite die Traditionalisten, Fans von Humphrey Lyttelton und Ken Colyer – auf der anderen Seite die Modernisten mit Bebop-Idolen wie Charlie Parker. Am Ende behielten Lytteltons Fans die Oberhand – auch, weil sie bereit waren, den Bebop-Schnöseln notfalls auch mit starker Hand vom Platz zu helfen. Diese jungen Leute nahmen den Jazz persönlich und nichts lag ihnen dabei ferner als die in ihren Augen intellektuelle Verrücktheit des Bebop. Jazz wurde zu einem Massenphänomen vornehmlich der Working Class.
Di 11.08. 23:03 – 24:00 UHR
ARD Radiofestival. Jazz
Der Berliner Gitarrist Christian Kögel
Von Eva Garthe
Christian Kögel ist kein Unbekannter auf dem Pflaster der europäischen Jazzgitarre. Vor allem mit Sängerin Britta-Ann Flechsenhar in deren Band Flexkögel und mit seinem Wood & Steel Trio hat er einige Jazzpreise bekommen. Er musiziert, produziert, lehrt im Spannungsfeld zwischen Jazz, freier Improvisation, arabischer Musik und Kammermusik. Sein aktuelles Album mit etwa Kalle Kalima und Bassist Paul Kleber hat sich von Olivier Messiaen inspirieren lassen. So ist „M“ mehr als ein Gitarrenalbum geworden – es ist ein hypnotisches Manifest.
Mi 12.08. 23:03 – 24:00 UHR
ARD Jazz. Das Magazin
Jazz und weiteres: 40 Jahre Kölner Stadtgarten
Von Anja Buchmann
Am 4. September 1986 wurde der Konzertsaal des Kölner Stadtgartens eröffnet. Gestartet als visionäres Projekt der „Initiative Kölner Jazz Haus“, hat sich die Location an der Venloer Straße zu einem international renommierten Zentrum für Jazz und aktuelle Musik entwickelt. Mit jährlich über 400 Veranstaltungen auf mehreren Bühnen bietet das Kulturzentrum ein sehr diverses Programm – 36 Jahre unter der künstlerischen Leitung von Reiner Michalke, 2022 gab es den Wechsel zu Kornelia Vossebein. Diese führt das vielfältige Programm weiter und begleitet den Club 2026 auch beim Neubau des Konzertsaals.
Do 13.08. 23:03 – 24:00 UHR
ARD Radiofestival. Jazz
Balkan, Swing und krumme Taktarten – Der Akkordeonist Nino Deda
Von Karsten Neuschwender
Aus seiner Heimat hat Nino Deda die Leidenschaft für den orientalisch-exotischen Charme ungerader und tanzbarer Taktarten mitgebracht. Gerne mischt er diese mit anderen Musikstilen. Swing zum Beispiel. Oder den Polyphonien von Johann Sebastian Bach. Nino Deda kam vor vielen Jahren aus Albanien ins Saarland, wo er seitdem als Kirchenmusiker arbeitet. Außerdem ist er einer der umtriebigsten Komponisten und Akkordeonisten der Saar-Lor-Lux-Region.
Fr 14.08. 23:03 – 24:00 UHR
ARD Radiofestival. Jazz
Turn on! SWR NEWJazz Meeting 1966 bis 2026
Von Julia Neupert
1966 hat Joachim-Ernst Berendt das NEWJazz Meeting in Baden-Baden gegründet – damals noch unter dem Titel „Free Jazz Meeting“. Die Grundidee der Veranstaltung ist seitdem unverändert: Musiker erhalten eine Plattform, um Neues auszuprobieren. Mehrere Tage lang können sie in den Rundfunkstudios des SWR experimentieren, am Ende wird das Projekt in der Öffentlichkeit präsentiert. In den sechs Jahrzehnten seines Bestehens war das NEWJazz Meeting immer ein Spiegel aktueller Entwicklungen in der improvisierten Musik. Die Sendung präsentiert Höhepunkte aus seiner Geschichte.
Sa 15.08. 18:20 – 19:00 UHR
Jazz
Gewundenes Blech – Das Horn im Jazz
Von Nina Polaschegg
„Horn“ – da denkt man an Jagdhorn, Naturhorn, an Anton Bruckner oder György Ligeti, aber an Jazz? Doch es gibt Musiker, die auf dem Horn improvisieren und mit ihrem Instrument experimentieren. Als „Vater des Jazzhorns“ gilt Julius Watkins, der in den 1940er-Jahren das Instrument in den Jazz einführte. Nahm es in frühen Jazzorchestern eher eine unterstützende Funktion ein, wurde das Horn später immer mehr zum gleichwertigen (Solo-)Instrument. Musiker wie Gunter Schuller, Arkady Shilkloper oder Sharon Freeman sind einige, die in der Sendung zu hören sein werden.
So 16.08. 19:52 – 20:00 UHR
Big Time Jazz
Jazz-Orchester, Big Band, Oktett – hier geht es um Musik mit großen Besetzungen. Big Time Jazz versammelt Klänge großer Ensembles aus dem Jazz und der improvisierten Musik, mit Archivaufnahmen ebenso wie mit Neuveröffentlichungen.
Mo 17.08. 23:03 – 24:00 UHR
ARD Radiofestival. Jazz
Porträt des amerikanischen Pianisten Lex Korten
Von Ssirus W. Pakzad
Der New Yorker Lex Korten nahm schon den Klavierstuhl in den Bands des Schlagzeugers Tyshawn Sorey, des Vibrafonisten Simon Moullier oder des Saxofonisten Alex Hitchcock ein. Diese Größen schätzen die Reaktionsschnelligkeit, die Wandelbarkeit und das großartige Handwerk des 32-Jährigen, der in der Corona-Zeit einen wichtigen Klavier-Wettbewerb in Südafrika gewann. Für sein genreübergreifendes Debüt „Canopy“ wurde er in der Presse mit Hymnen gefeiert. Das Album enthält eine so plausible wie zündende Mixtur aus Jazz, Progrock und Indie-Sound.
Di 18.08. 23:03 – 24:00 UHR
ARD Radiofestival. Jazz
Zarte Gewächse – Lilly Loefflers Inflorescence im SWR Studio Tübingen
Von Konrad Bott
Das junge Mannheimer Trio „Inflorescence“ tritt hinter die eigene Musik zurück und lässt sie vor den Augen und Ohren des Publikums zu einem bunten Geflecht heranwachsen. In den musikalisch verzweigten Blütenständen finden sich Eigenkompositionen und vertonte Gedichte, aber auch Jazzstandards. Die Musik lässt Akkordknospen aufplatzen und Melodielinien sich verzweigen. Mit Lilly Loeffler am Gesangsmikrofon, Juliana Saib am Klavier und Thierry Lahyr an der Gitarre.
Mi 19.08. 23:03 – 24:00 UHR
ARD Jazz. Das Magazin
Von Anja Buchmann
Das wöchentliche Jazz-Update bietet in den Sommerwochen vor allem aktuelle Musik und Neuveröffentlichungen aller Spielarten des Jazz. Das Spektrum reicht von internationalen Stars bis zu weniger bekannten regionalen Acts, von Funk bis Free, von traditionell bis experimentell.
Do 20.08. 23:03 – 24:00 UHR
ARD Radiofestival. Jazz
Pianist of the Caribbean – Eine Begegnung mit Grégory Privat
Von Karsten Neuschwender
Seine Heimat Martinique hat er nie vergessen. Aber richtig präsent wurde sie, als Grégory Privat seine Existenz als Ingenieur mit dem Leben als Pianist eintauschte und eine charakteristische Mischung aus karibischer Musik, Jazz und Klassik schuf. Im Mittelpunkt: klangliche Farbigkeit, ruhige, fast meditative Einkehr und hoch vitales rhythmisches Feeling. Grégory Privat ist ein musikalischer Erzähler voller warmer, vielschichtiger Klangpoesie, mit der er beim internationalen Jazzfestival fill in in Saarbrücken zu Gast war.
Fr 21.08. 23:03 – 24:00 UHR
ARD Radiofestival. Jazz
Atlantiksturm am Schwarzwaldrand – Die Maria João Group 1986 in Pforzheim
Von Konrad Bott
Wenn Spätzünder zünden, zünden sie richtig – so könnte man den Karriereanfang von Maria João beschreiben. Die portugiesische Sängerin hat erst im Alter von 25 Jahren angefangen, ihre Stimme ernsthaft auszubilden. Das war 1983. Drei Jahre später schon hat sie die Herzen von Laien und Experten im Sturm erobert. Die Sendung führt zurück nach Pforzheim und zu den stürmischen Anfängen der wahrscheinlich stimmgewaltigsten portugiesischen Jazzsängerin unserer Zeit.
Sa 22.08. 18:20 – 19:00 UHR
Jazz
Kühn wie Jazz, tief wie Folk, schön wie Pop – Die Sängerin Lauren Kinsella
Von Odilo Clausnitzer
Die irische, in London lebende Sängerin Lauren Kinsella besetzt einen ganz eigenen Platz in der zeitgenössischen Gesangsszene. Sie hat eine persönliche Art der Improvisation mit Silben und Worten entwickelt, abstrakt und experimentierfreudig. Aber mit dem Duo-Projekt „Snowpoet“ oder dem Trio „Shadowlands“ macht sie auch ganz unmittelbar ergreifende Songs, die von Leben, Liebe und Tod erzählen. Ihre Einflüsse und Interessen reichen vom britischen Folk bis zur zeitgenössischen Neuen Musik. Mit dem deutschen Vokalquartett „Of Cabbages And Kings“ hat sie eine EP veröffentlicht.
Sa 22.08. 23:03 – 24:00 UHR
ARD Radiofestival. Jazz
String News – Vielseitiges und Viel-Saitiges
Von Hennig Sieverts
Streicher im Jazz – das ist heute nicht mehr so exotisch wie es einmal war: Die „String News“ sind vielseitig und viel-saitig, mit immer neuen Wegen für eine Verbindung von klassischem Instrumentarium und improvisierten Klängen. Diese Sendung präsentiert Alpenländisches mit der österreichischen Bratscherin Marie-Theres Härtel, Brasilianisches mit dem Kölner Cellisten Gunther Tiedemann, Jazziges mit dem Berliner Cellisten Johannes Fink und feinen Kammerjazz mit dem „MOVE String Quartet“ um die Berliner Cellistin Susanne Paul.
Mo 24.08. 23:03 – 24:00 UHR
ARD Radiofestival. Jazz
Miles & Gil – Die hr-Bigband ehrt ein Dreamteam
Von Karmen Mikovic
„Miles Ahead“ – ein Meilenstein des Jazz – ist 1957 Miles Davis‘ erstes Album mit dem Gil Evans Orchestra. Oboe, Horn und Tuba führen den Jazzklang ins Impressionistische. Mit den Alben „Porgy & Bess“ und „Sketches of Spain“ setzen Trompeter und Arrangeur ihre erfolgreiche Arbeit fort. Unter der Leitung von Miho Hazama spielte die hr-Bigband an Miles Davis‘ 100. Geburtstag alle drei Werke an einem Abend. Als Solisten waren drei der erlesensten Trompeter der aktuellen Szene dabei: Paolo Fresu, Axel Schlosser und Arve Henriksen.
Di 25.08. 23:03 – 24:00 UHR
ARD Radiofestival. Jazz
„Faces of Night“ – David Helbock & Julia Hofer in der Saarbrücker Kettenfabrik
Von Gabi Szarvas
Bei Stefan Raab hat sie gespielt, ebenso auf Tour mit den No Angels: die Cellistin und E-Bassistin Julia Hofer. Seit Anfang dieses Jahres erforscht sie in einem neuen Duo-Projekt mit dem österreichischen Pianisten David Helbock die Gesichter der Nacht, „Faces of Night“. Mal verträumt und sphärisch, mal ganz irdisch und groovig. Dabei verbinden die beiden gekonnt und virtuos Stücke und Songs aus Klassik, Jazz und Pop – von Schumann bis Prince. Aufgenommen im Ambiente der Kettenfabrik in Saarbrücken-St. Arnual.
Mi 26.08. 23:03 – 24:00 UHR
ARD Jazz. Das Magazin
Von Niklas Wandt
Das wöchentliche Jazz-Update bietet in den Sommerwochen vor allem aktuelle Musik und Neuveröffentlichungen aller Spielarten des Jazz. Das Spektrum reicht von internationalen Stars bis zu weniger bekannten regionalen Acts, von Funk bis Free, von traditionell bis experimentell.
Do 27.08. 23:03 – 24:00 UHR
ARD Radiofestival. Jazz
Gnawa-Jazz von Essaouira bis New York
Von Babette Michel
Nicht nur der Pianist Randy Weston wusste um die spirituelle Kraft der Gnawa-Musik, die in Zeremonien von Nachfahren Schwarzer Sklaven in Nordafrika gespielt wird. Begegnungen zwischen Gnawa-Trance und Jazz-Impro sind auch für Musiker wie Omar Sosa, Saha Gnawa oder Majid Bekkas interessant. Hautnah lässt sich die Mischung unter anderem in Essaouira in Marokko beim jährlichen Gnaoua Festival erleben.
Fr 28.08. 23:03 – 24:00 UHR
ARD Radiofestival. Jazz
Free Jazz mit Humor – Hal Russell 100
Von Henry Altmann
Mit einem Free-Jazz-Album auf Platz 5 im People Magazine – Hal Russell machte ernste Musik mit Humor und sie damit populär. In den 1950er-Jahren trommelte er für die Größen Miles Davis, John Coltrane, Duke Ellington und Billie Holiday. Um 1960 war er einer der ersten Free-Spieler: zahllos, aber nicht wahllos waren seine Instrumente und Ausdrucksformen. Der Erfolg kam spät, aber war anhaltend: Der 1992 verstorbene Multi-Instrumentalist legte die Grundlagen für den „Creative Jazz“ und die Free-Szene Chicagos. Die Sendung unternimmt einen Streifzug durch sein Musikuniversum zu Russells 100. Geburtstag.
Sa 29.08. 18:20 – 19:00 UHR
Jazz
Me and My Music – Andreas Schaerer
Von Fanny Opitz
Jazz-Gesang, Beatboxen, Sprechkunst und zwischendurch ein herzhafter Jodler: Das ist die Welt des Sängers Andreas Schaerer. Der Schweizer Vokalartist singt vornehmlich in erfundenen Sprachen und stellt sich damit in die Tradition der Avantgardebewegung Dadaismus, die Anfang des 20. Jahrhunderts von Zürich aus die Welt eroberte. Als innovativer Bandleader erforscht er die Schnittstellen zwischen Sprache, Klang, Rhythmus und Melodie. Am 3. September wird Andreas Schaerer beim mosel musikfestival mit dem JTI Jazz Award ausgezeichnet. (Wiederholung vom 19.7.2025)
Sa 29.08. 23:03 – 24:00 UHR
ARD Radiofestival. Jazz
Jacob Mann – Meister der kurzen Töne
Von Julian Camargo
Die Notenblätter von Jacob Manns Kompositionen für seine Bigband sind voller Staccato-Punkte. Er liebt kurze Töne. Sie verleihen seiner Musik einen Groove, zu dem man sich bewegen und breit grinsen muss – auch Humor ist ihr eingeschrieben. Um 2016 ging er als Student mit seinen ironischen YouTube-Videos „One Minute Jazz Lessons“ viral. Heute ist er 34, zählt zu den prägenden Musikern der Jazz-Szene von Los Angeles und kooperiert mit Künstlern wie Sam Wilkes, Knower, Louis Cole oder Cory Wong. Immer den Schalk im Nacken schreibt Jacob Mann Musik, die innovativ, eigen und sehr unterhaltsam ist.
Mo 31.08. 23:03 – 24:00 UHR
ARD Radiofestival. Jazz
Florian Willeitner – Maximale Freiheit und Lebendigkeit
Von Beatrix Gillmann
Andere Musikkulturen lernt Florian Willeitner kennen, indem er mit Geige und Rucksack in verschiedene Länder reist. Zuhause baut er die musikalischen Souvenirs. Seit 2021 ist Willeitner Geiger im vision string quartet, schreibt aber auch für unterschiedliche Besetzungen: etwa eine „Silent Opera“ für die Salzburger Mozartwoche, „Violin Road Stories“ als Solist mit dem Stuttgarter Kammerorchester und songbetonten Jazz, der bisweilen von irischen Sounds oder westafrikanischen Grooves inspiriert ist. Eine Stunde mit Geigentönen von enormer Bandbreite.
Montag bis Samstag, 17:50 – 18:00 UHR
Jazz vor sechs
Ob historische Dixie-Band oder Trip-Hop-Newcomer – „Jazz vor sechs“ bietet handverlesenen Jazz zum entspannten Zuhören oder Mittanzen.
Hinweis
Vom 11. Juli bis zum 18. September findet das ARD Radiofestival 2026 statt. In dieser Zeit entfallen viele reguläre Sendungen. Dafür steht fast jeden Abend in der Stunde vor Mitternacht ein Jazzprogramm auf dem Programm, abwechselnd gestaltet von den verschiedenen Kulturprogrammen der ARD und anschließend in der ARD Sounds-App abrufbar.
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© 1997 – today | ISSN 2751-4099
