SWR 2 – Jazz-Programm Juni 2019

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Fast alle Jazz-Sen­dun­gen von SWR2 kön­nen als Audio on Demand im Inter­net 7 Tage online nach­ge­hört wer­den. Auf www.swr2.de/jazz fin­den sich auch Play­lists und und wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum Pro­gramm.

Sams­tag, 1. Juni, 9.05 – 10.00 Uhr
SWR2 Musik­stun­de: Jazz Across The Bor­der
Von Gün­ther Hues­mann

Der wohl auf­fal­lends­te Trend im aktu­el­len Jazz ist sei­ne fort­schrei­ten­de Glo­ba­li­sie­rung. Ent­stan­den um 1900 in den USA als hybri­de Musik, ist der Jazz durch die Idee groß gewor­den, dass es sich immer lohnt, wenn man sich auch mit etwas Ande­rem beschäf­tigt als nur mit sich selbst. Die in der Impro­vi­sa­ti­on ange­leg­te Idee des Dia­logs erleich­tert es Jazz­mu­si­kern, sich ande­ren Sti­len und Musik­kul­tu­ren zu öff­nen. So ist Jazz zu einer „glo­bal lan­guage” gewor­den. „Jazz across the bor­der” hört auf unter­halt­sam-infor­ma­ti­ve Wei­se hin.

Sams­tag, 1. Juni, 22.03 – 23.00 Uhr
Jazz­ti­me: Play Bach
Die Anfän­ge des Jac­ques Lous­sier Tri­os­Von Hans-Jür­gen Schaal

Schon als Kind hat­te Jac­ques Lous­sier (1934 – 2019) sei­ne Lie­be zur Musik von Johann Sebas­ti­an Bach ent­deckt. Wäh­rend sei­nes klas­si­schen Kla­vier­stu­di­ums am Pari­ser Kon­ser­va­to­ri­um erwach­te aber auch sein Inter­es­se am ame­ri­ka­ni­schen Cool Jazz. „Damals habe ich ange­fan­gen, mit Bachs Stü­cken zu expe­ri­men­tie­ren. Bachs Musik eig­net sich ja sehr gut zur Impro­vi­sa­ti­on. Ich habe immer gesagt: Der ers­te Jazz­mu­si­ker der Welt war Bach.” Mit Pierre Miche­lot (Kon­tra­bass) und Chris­ti­an Gar­ros (Schlag­zeug), zwei erfah­re­nen Jaz­zern, grün­de­te Lous­sier 1959 ein Trio und ent­wi­ckel­te die Stra­te­gie für sein Erfolgs-Album „Play Bach”.

Sonn­tag, 2. Juni, 19.37 ‑20.00 Uhr (nach dem Hör­spiel)

Der die Fen­der-Tele­cas­ter zähm­te

Ed Bickert, Jazz­gi­tar­rist aus Kana­da

Von Hen­ry Alt­mann

Aus einer fau­chen­den Rock­gi­tar­re wur­de unter sei­nen Hän­den ein schnur­ren­des Kätz­chen. Wirk­lich bekannt wur­de Ed Bickert nie, aber unter Gitar­ris­ten sind sei­ne melo­di­schen Ide­en, sei­ne Reh­ar­mo­ni­sie­run­gen und Cross-Rhyth­men legen­där. Wenn er spiel­te, war es, als ob jemand das schwers­te Kreuz­wort­rät­sel der Welt in der New York Times löse; und zwar nicht nur ein­mal, son­dern mit jedem Cho­rus neu und per­fekt. Im Jahr 2000 häng­te der Kana­di­er sei­ne Gitar­re an den Nagel wie ande­re ihren Arbeits­kit­tel und rühr­te sie bis zu sei­nem Tod Ende Febru­ar nie wie­der an. SWR2 Jazz erin­nert an einen Meis­ter des Under­state­ments.

Diens­tag, 4. Juni, 21.03 – 22.00 Uhr
SWR2 Jazz Ses­si­on: Melan­cho­lic Gui­tars

Bill Fri­sell und Kim Myhr beim Jazz­fest Ber­lin 2018Am Mikro­fon: Julia Neu­pert

Die Gitar­re war die iko­ni­sche Beglei­te­rin des frü­hen Blues, der von Sehn­süch­ten, Träu­men, Hoff­nun­gen erzählt und mit dem sie bis heu­te ein gewis­ser Hang zur Melan­cho­lie ver­bin­det. Unter dem Mot­to „Melan­cho­lic Sunday” war der Final­abend beim letzt­jäh­ri­gen Jazz­fest Ber­lin die­sem Instru­ment gewid­met – ein viel-sai­ti­ger Abend, in mehr­fa­cher Hin­sicht. Der Nor­we­ger Kim Myhr brach­te für sei­ne insis­tie­ren­de „Strum­ming Music” noch drei wei­ter Gitar­ris­ten mit auf die Büh­ne, wäh­rend Alt­meis­ter Bill Fri­sell solis­tisch einen Rück­blick auf sein viel­schich­ti­ges (bis­he­ri­ges) Lebens­werk gab.

Don­ners­tag, 6. Juni, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: Maga­zin
Von Tho­mas Loew­ner

Neu­es aus der Welt des Jazz wird im NOWJazz Maga­zin von SWR2 regel­mä­ßig prä­sen­tiert. Wie immer erwar­ten Sie in die­ser Sen­dung Infor­ma­tio­nen über bevor­ste­hen­de Events, Rezen­sio­nen über Fes­ti­vals, Buch­be­spre­chun­gen und jede Men­ge brand­neu­er Alben. Wir berich­ten u.a. vom Jazz­fes­ti­val Schaff­hau­sen, das vor kur­zem zum 30. Mal über die Büh­ne ging.

Frei­tag, 7. Juni, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: Beharr­li­cher Wan­del als Kon­stan­te
Das Art Ensem­ble Of Chi­ca­go im 21. Jahr­hun­dert
Von Ulrich Kriest

In Reak­ti­on auf den frü­hen Tod Les­ter Bowies 1999 und nach einem aus­ge­dehn­ten Sab­ba­ti­cal Joseph Jar­mans begann das 21. Jahr­hun­dert für das Art Ensem­ble of Chi­ca­go als Trio. In der Fol­ge expe­ri­men­tier­te man mit wech­seln­den Beset­zun­gen und prä­sen­tier­te sich mal als Quar­tett, mal als Quin­tett. Den 50. Geburts­tag des Ensem­bles zele­brier­ten Roscoe Mit­chell und Don Moye dann über­ra­schend mit 13 Musiker*Innen und zwei Voka­lis­tIn­nen als veri­ta­bles Orches­ter, doku­men­tiert auf dem Ende April erschie­nen Album „We are on the Edge”.

Sams­tag, 8. Juni, 22.03 – 23.00 Uhr
Jazz­ti­me: Gen­tle­man des Swing
Zum 100. Geburts­tag des Big-Band-Lei­ters Erwin Lehn
Von Gün­ther Hues­mann

Der „Gen­tle­man of Swing” wur­de er auch genannt. Erwin Lehn gilt neben Kurt Edel­ha­gen als der ein­fluss­reichs­te Big-Band-Lei­ter des deut­schen Nach­kriegs-Jazz. 1951 grün­de­te er das Süd­funk-Tanz­or­ches­ter des Süd­deut­schen Rund­funks, dass er in Stutt­gart bis 1992 lei­te­te. Obwohl die­ses Orches­ter stets auch „leich­te Unter­hal­tungs­mu­sik” zu pro­du­zie­ren hat­te, schaff­te Lehn es, swin­gen­de Big-Band-Auf­nah­men von gro­ßer Ver­bind­lich­keit und künst­le­ri­scher Qua­li­tät zu machen. Inter­na­tio­na­le Jazz-Stars wie Miles Davis, Chet Baker und Arturo San­do­val dank­ten es ihm mit bril­lan­ten Gast­auf­trit­ten.

Sonn­tag, 9. Juni, 19.37 – 20.00 Uhr (nach dem Hör­spiel)
Pres & Count
Les­ter Young mit der Count Basie Band
Von Odi­lo Claus­nit­zer

„Pres”, kurz für „Pre­si­dent”, war der Spitz­na­me des Saxo­fo­nis­ten Les­ter Young. „Count”, „der Graf”, wur­de der Band­lea­der Wil­liam Basie genannt. Young war einer der größ­ten Solis­ten der Jazz­ge­schich­te, Basie lei­te­te das swin­gends­te Orches­ter der Big Band-Ära. Zusam­men mach­ten sie Auf­nah­men, die für die Ewig­keit zu gel­ten schei­nen. SWR2 Jazz stellt eine Aus­wahl vor.

Diens­tag, 11. Juni, 21.03 – 22.00 Uhr
SWR2 Jazz Ses­si­on: Play­ground Euro­pe
Nubya Gar­cia und Tania Gian­nouli beim Jaz­fest Ber­lin 2018 Mikro­fon: Nina Pola­schegg

Es groovt. Man hört Pulspat­tern, mal in rasen­dem Tem­po, mal in ruhig-frei­em Fluss. Dar­in ein­ge­floch­ten sind kur­ze abs­trak­te Pas­sa­gen, afri­ka­ni­sche Mus­ter. All dies wird raf­fi­niert kom­bi­niert in der Musik der Saxo­fo­nis­tin Nuba­ya Gar­cia und ihres Lon­do­ner Trio mit Ber­li­ner Gäs­ten. Repe­ti­tio­nen ganz ande­rer Art prä­sen­tiert das Trio der Pia­nis­tin Tanio Gian­nouli: Ruhig, lyrisch, vom Raum getra­gen. Gemein­sam mit dem Trom­pe­ter Andre­as Poly­zo­go­pou­los und dem Oud-Spie­ler Kyria­kos Tapa­kis unter­nimmt sie Wan­de­run­gen durch Grenz­ge­bie­te west-öst­li­cher Klang­wel­ten.

Don­ners­tag, 13. Juni, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: Ben­ding New Cor­ners
Der Trom­pe­ter Erik Truf­faz
Von Bert Noglik

Sein Weg führ­te ihn vom klas­sisch moder­nen Jazz zu Drum ’n« Bass, Elec­tro­ni­ca und Ambi­ent Sounds, durch­zo­gen von sei­ner melan­cho­li­schen Trom­pe­ten­stim­me. Der Fran­zo­se Erik Truf­faz, der bereits Ende der 90er-Jah­re mit sei­nen Plat­ten für Blue Note auf­hor­chen ließ, schrei­tet mit sei­nem Schaf­fen ein brei­tes Spek­trum aus und bleibt dabei unver­wech­sel­bar. Sei­ne Ein­spie­lun­gen rei­chen vom akus­ti­schen Jazz bis zu Fusi­on-Abste­chern, von der Zusam­men­ar­beit mit Rap­pern, Sän­ge­rin­nen und Sän­gern bis zu welt­mu­si­ka­li­schen Exkur­sen und eigen­wil­lig fas­zi­nie­ren­den Klang­ta­bleaus.

Frei­tag, 14. Juni, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: Raus aus dem Dorf!
Jan Kla­re und das Label Umland Records  
Von Tho­mas Loew­ner

Im Jahr 2006 ver­sam­mel­te der Müns­te­ra­ner Saxo­fo­nist Jan Kla­re erst­mals eine Schar von Impro­vi­sa­to­ren der Ruhr­ge­biets-Sze­ne, um mit ihnen gemein­sam Musik zu machen. Man traf sich im Dort­mun­der Jazz­club Domi­zil, nann­te die neu gegrün­de­te Big Band The Dorf, und aus einem Kon­zert wur­de schnell eine regel­mä­ßi­ge Kon­zert­se­rie, die bis heu­te andau­ert. Inzwi­schen bil­det The Dorf den Kern einer weit ver­zweig­ten musi­ka­li­schen Infra­struk­tur. Die zahl­rei­chen Akti­vi­tä­ten rund um das Orches­ter wer­den vom Label Umland Records doku­men­tiert.

Sams­tag, 15. Juni, 22.03 – 23.00 Uhr
Jazz­ti­me: Mara­thon-Mann
Der Tenor­sa­xo­fo­nist Paul Gon­s­al­ves
Von Gerd Filt­gen

Beim New­port Jazz Fes­ti­val 1956 sorg­te Paul Gon­s­al­ves (1920 – 1974) für eine Sen­sa­ti­on: Mit sei­nem furio­sen, sich über 27 Cho­rus­se erstre­cken­den Solo über Duke Elling­tons „Dimi­nu­en­do In Blue/Crescendo In Blue” riss der Tenor­sa­xo­fo­nist die Besu­cher zu Begeis­te­rungs­stür­men hin. Aber nicht nur in schnel­len Stü­cken demons­trier­te Gon­s­al­ves sei­ne Meis­ter­schaft. Mit sen­si­bler Bal­la­den­ge­stal­tung brach­te er eine wei­te­re Klang­far­be in Elling­tons Orches­ter. Als Lea­der eige­ner Bands glänz­te Gon­s­al­ves eben­so über­zeu­gend mit Swing- als auch mit Modern-Jazz-Musi­kern.

Sonn­tag, 16. Juni, 19.31 – 20.00 Uhr (nach dem Hör­spiel)
Pfau­en­fe­dern
Die schil­lern­den Kom­po­si­tio­nen des Bas­sis­ten Gary Peacock
Von Micha­el Rüsen­berg

Seit Jahr­zehn­ten kennt man ihn als Beglei­ter, vor allem in bedeu­ten­den Pia­no-Tri­os: bei Paul Bley, bei Bill Evans, ins­be­son­de­re bei Keith Jar­rett. In all die­sen Jah­ren sind immer auch Kom­po­si­tio­nen des heu­te 84-jäh­ri­gen Gary Peacock auf­ge­grif­fen wor­den. Aber: Wel­chen Rang sie haben, wel­che „ver­steck­ten” Qua­li­tä­ten, das legt erst jetzt ein gleich­falls lang­jäh­ri­ger Part­ner offen, der Pia­nist Marc Cop­land, der aus­schließ­lich Solo-Ver­sio­nen davon spielt, aus­schließ­lich von ihm: von „Gary”.

Diens­tag, 18. Juni, 21.03 – 22.00 Uhr
SWR2 Jazz Ses­si­on

Home­zo­ne – Jazz in Süd­west
Der Laden­bur­ger Jazz­club Leicht und Selig­Von Julia Neu­pert

Die monat­li­che Sen­de­rei­he „Home­zo­ne” führt regel­mä­ßig an die vie­len ver­schie­de­nen Orte, an denen der Jazz im Süd­wes­ten zu Hau­se ist. Neben Kon­zert­auf­nah­men aus unse­rem Archiv und aktu­el­len Stu­dio­pro­duk­tio­nen gibt es immer auch einen the­ma­ti­schen Schwer­punkt. In die­ser „Homezone”-Ausgabe” besu­chen wir den Laden­bur­ger Kunst­raum Jazz­club „Leicht und Selig”.

Don­ners­tag, 20. Juni, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: 3D-Sound
Der iri­sche Tenor­sa­xo­fo­nist Mat­thew Hal­pin
Von Kars­ten Müt­zel­feldt

Der Ton macht die Musik. Erst recht in einer Aus­drucks­form, in der der „eige­ne Sound” so ent­schei­dend ist. Nur weni­ge ver­ste­hen den Ton so zu modu­lie­ren wie der iri­sche Saxo­fo­nist Mat­thew Hal­pin. Sei­nen Geschich­ten hört man gern zu. Hal­pin ist der viel­zi­tier­te „sto­ry­tel­ler par exel­lence”: Der Sound des gebür­ti­gen Dub­li­ners und heu­ti­gen Wahl-Köl­ners hat eine so star­ke voka­le Qua­li­tät, dass er den Hörer unmit­tel­bar anspricht – ganz gleich, in wel­chem Kon­text Hal­pin sich bewegt.

Frei­tag, 21. Juni, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz Ses­si­on: Threads Of Esto­nia
Maria Faust und Kara-Lis Cover­da­le beim Jazz­fest Ber­lin 2018
Am Mikro­fon: Fran­zis­ka Buh­re

Im Jahr 2018 fei­er­te Est­land sei­nen 100. Geburts­tag. Die rei­chen Gesangs­tra­di­tio­nen des Lan­des sind auch anders­wo beliebt. Dabei gerät jedoch leicht in den Hin­ter­grund, dass Musi­ke­rin­nen voka­le Aus­drucks­wei­sen auch auf ihre Instru­men­te über­tra­gen. Die Estin Maria Faust etwa stimm­te beim Jazz­fest 2018 in der Beset­zung mit Alt- und Tenor­sa­xo­fon, Kla­vier, Cel­lo und zwei Kon­tra­bäs­sen eben­so beweg­te wie unbe­schwer­te Lie­der an. Die Kana­die­rin mit est­ni­schen Wur­zeln Kara-Lis Cover­da­le ent­lock­te der Orgel in der Kai­ser-Wil­helm-Gedächt­nis­kir­che nuan­cen­rei­che Klän­ge von fast ozea­ni­scher Dimen­si­on.

Sams­tag, 22. Juni, 22.03 – 23.00 Uhr
Jazz­ti­me: Plug­ged In
Als das Holz­bla­sen elek­trisch wur­de
Von Odi­lo Claus­nit­zer

1966 brach­te die Fir­ma Sel­mer ein Gerät namens „Vari­to­ne” auf den Markt. Ein Ton­ab­neh­mer­sys­tem, das an ein Saxo­fon, eine Kla­ri­net­te oder eine Flö­te mon­tiert wer­den konn­te. Es erlaub­te die Kop­pe­lung mit Effek­ten wie Tre­mo­lo, Echo oder Oktav­ver­dop­pe­lung. Im Zeit­al­ter von E‑Gitarre, E‑Bass und E‑Piano war es nun auch Holz­blä­sern mög­lich, elek­tri­fi­zier­te Sounds zu pro­du­zie­ren. Beson­ders pro­mi­nent ein­ge­setzt wur­de das Vari­to­ne von Eddie Har­ris, aber auch Spie­ler wie Son­ny Stitt, Phil Woods und Lee Konitz expe­ri­men­tier­ten damit. Ein buch­stäb­lich elek­tri­sie­ren­der Rück­blick.

Sonn­tag, 23. Juni, 19.36 – 20.00 Uhr

Geschich­te eines Jazz­stan­dards (20)

Embrace­ab­le You

Von Hans-Jür­gen Schaal

Die Gershwin-Brü­der schrie­ben die­se ori­gi­nel­le „Love Bal­lad” schon 1928. Berühmt wur­de der Song zwei Jah­re spä­ter als eine der bes­ten Num­mern im erfolg­rei­chen Broad­way-Musi­cal „Girl Cra­zy”. In den 1940er-Jah­ren ent­deck­ten auch die Jazz­sän­ger die­se Bal­la­de, allen vor­an Nat King Cole, Frank Sina­tra und Bil­lie Holi­day. Im Modern Jazz dann mach­ten die Musi­ker aus „Embrace­ab­le You” häu­fig ein Uptem­po-Stück und ver­wen­de­ten sei­ne Har­mo­ni­en als Grund­la­ge für aus­ge­dehn­te Impro­vi­sa­tio­nen im Bop- und Cool-Stil. Als klas­si­scher Stan­dard ist „Embrace­ab­le You” bis heu­te im Reper­toire des Jazz geblie­ben.

Diens­tag, 25. Juni, 21.03 – 22.00 Uhr
SWR2 Jazz Ses­si­on: My Favo­ri­te Discs 

Von Tho­mas Loew­ner

Per­sön­li­che Lieb­lings­al­ben aus der älte­ren oder jün­ge­ren Jazz­ge­schich­te wer­den in der Rei­he „My Favo­ri­te Discs” regel­mä­ßig vor­ge­stellt: von den Autorin­nen und Autoren unse­rer SWR2-Jazz­re­dak­ti­on. Legen­dä­re Klas­si­ker oder weni­ger bekann­te Favo­ri­ten – war­um gera­de ein bestimm­tes Album sie so beein­druckt hat, erklä­ren sie in die­ser Sen­dung.

Don­ners­tag, 27. Juni, 23.03 – 24.00 Uhr

NOWJazz: Mas­ter of the Unex­pec­ted

Der Pia­nist Fred Hersch

Von Gün­ther Hues­mann

Das hat­te es im New Yor­ker Jazz­club „Vil­la­ge Van­guard” vor­her noch nicht gege­ben: Fred Hersch war 2013 der ers­te Solo-Pia­nist, der eine Woche lang in dem legen­dä­ren Jazz­club spiel­te. Der „Meis­ter der spon­ta­nen musi­ka­li­schen Prä­senz­kon­trol­le” (Ralf Dom­brow­ski) wur­de zehn Mal für einen Gram­my nomi­niert. Jazz, Klas­sik, Lyrik – Herschs Viel­sei­tig­keit spie­gelt sich in sei­nen wich­tigs­ten Ein­flüs­sen: Er ver­bin­det Bill Evans« impres­sio­nis­ti­sche Lyrik mit The­lo­nious Monks Meis­ter­schaft im Unkon­ven­tio­nel­len. Fred Hersch ist ein Kön­ner der musi­ka­li­schen Neu­gier­de und Über­ra­schung.

Frei­tag, 28. Juni, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: free­jazz­blog on air
Play it loud. Free Jazz und sozia­ler Pro­test

Julia Neu­pert im Gespräch mit Mar­tin Schray

Das Auf­kom­men des Free Jazz in den frü­hen 1960er-Jah­ren fiel zusam­men mit der afro­ame­ri­ka­ni­schen Bür­ger­rechts­be­we­gung. Die Musik reflek­tier­te gesell­schaft­li­che Bedin­gun­gen und war gleich­zei­tig auch Auf­ruf zum Pro­test. Mit der Wahl von Barack Oba­ma zum US-Prä­si­den­ten schien die­se Bewe­gung 2012 ober­fläch­lich abge­schlos­sen zu sein. Heu­te – rund 10 Jah­re spä­ter – ist die Musik wie­der offen poli­tisch. Julia Neu­pert und ihr Gast Mar­tin Schray stel­len in der heu­ti­gen Sen­dung aktu­el­le Alben aus dem Bereich des frei­en Jazz vor, die poli­ti­sche The­men ver­han­deln und musi­ka­lisch umzu­set­zen ver­su­chen.

Sams­tag, 29. Juni, 22.03 – 23.00 Uhr
Jazz­ti­me: Tra­di­tio­na­list und Neue­rer
Der Gitar­rist Pat Mar­ti­no
Von Ssi­rus W. Pak­zad

Pat Mar­ti­no gilt als einer der ein­fluss­reichs­ten Gitar­ris­ten des Nach­kriegs-Jazz. War er anfangs noch ein Geis­tes­ver­wand­ter von Grö­ßen wie Wes Mont­go­me­ry, Jim Hall oder Geor­ge Ben­son, zeig­te er sich in den 1970er-Jah­ren offen für neue Strö­mun­gen und expe­ri­men­tier­te etwa mit Gitar­ren­syn­the­si­zern und Fusi­on-Musik. Nach meh­re­ren Hirn-Aneu­rys­men ver­lor er sein musi­ka­li­sches Gedächt­nis und muss­te das Spie­len neu erler­nen. Mar­ti­no, der im August 75 wird, ist seit sei­ner Gene­sung wie­der aktiv. Er hat meh­re­re Alben ver­öf­fent­licht, auf denen er zu den von ihm gewohn­ten Qua­li­tä­ten wie­der­ge­fun­den hat.

Mon­tags-Sams­tags/ 17.50 – 18.00 Uhr

Jazz vor sechs

Ent­de­ckungs­freu­dig oder klas­sisch – täg­lich aktu­el­le Ver­öf­fent­li­chun­gen sowie Auf­nah­men aus dem SWR-Archiv.

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