Jazzsplitter – Neuigkeiten aus der Jazzwelt 210415

Freude in Berlin, und das zurecht: das Jazzfest Berlin wurde vom European Jazz Network (EJN) für sein Programm mit dem „Award for Adventurous Programming“ ausgezeichnet. Der Preis wurde zum 10. Mal verliehen und die Jury lobt: »Das Jazzfest Berlin war die perfekte Wahl für den 10. EJN Award for Adventurous Programming. Es ist eines der ältesten Jazzfestivals in Europa und hat es dennoch geschafft, sich zu erneuern und musikalische sowie kulturelle Grenzen zu durchbrechen: eine jüngere Generation von Veranstaltern und Künstler einzubeziehen, mit neuen Veranstaltungsräumen zu experimentieren und innovative Projekte in Auftrag zu geben. Vor drei Jahren wählte es – zum ersten Mal in seiner Geschichte – eine junge Frau als künstlerische Leiterin, und im Jahr der Pandemie präsentierte es ein fantastisches Programm an mehreren Orten, darunter eine ‘musikalische Brücke’ zwischen Berlin und New York. Dies hat uns an die Bedeutung von Zusammenarbeit und Austausch erinnert, in einer Zeit, in der wir so stark isoliert sind. Dies alles sind Merkmale eines Festivals, das sich nicht scheut, Risiken einzugehen und über seine Grenzen hinauszugehen – wie es Jazz und kreative Musik tun sollten!« Auch von den Jazzpages Gratulation an die Chefin Nadin Deventer und ihr Team, die im Coronajahr ein beeindruckendes Programm in Berlin auf die Beine stellten.

Sind wir gerade bei Festivalchefinnen? Na denn: Tina Heine (unter anderem Jazz & The City Salzburg, hoffentlich wieder in diesem Jahr) ist im Mai erneut in Österreich am Werk. Wo meine Generation spontan an Tschernobyl denkt, ist das Supergau ein Kunstfestival vom 14.-23. Mai im österreichischen Flachgau. Und da gibt’s:

1. interessante Jazzeinsprengsel (Almut Kühne, Carl-Ludwig Hübsch…)
2. ziemliche Coronasicherheit, weil alle Projekte im Freien stattfinden
3. eine schöne Karte mit allen Projekten – da lacht das Geographenherz

Und eine Website gibt’s dazu natürlich auch: https://www.supergau.org/

Darauf weise ich gern hin: die Reihe von NICA aus Köln. Dabei geht’s um eine Streaming-Reihe „NICA Magazin presents“ in der jeden Montag eine neue Folge mit Magazin-Beiträgen und bisher unveröffentlichten Konzertaufnahmen der NICA Artists publiziert wird. Jede der Sendungen besteht aus drei Teilen: Ein kurzes Interview, gefolgt von Konzertmitschnitten und „High Five“ mit spontanen Improvisationen. Am Montag mit der fantastischen Cellistin Elisabeth Coudoux. Der Link zum Livestream auf facebook.

Auch wenn es – wie beim soeben erwähnten Anlass – ganz hervorragende Livestreams gibt, den Begriff „Live-Streaming“ mag ich mittlerweile kaum lieber hören als Corona, Lockdown oder Astra Zeneca. Aber man kommt absehbar noch länger nicht drumrum. Eben dieser Tage kam die Meldung herein, dass der Jazzfrühling Kempten im Klecks auch als Streamingevent stattfindet, nachdem der letztjährige Jazzfrühling abgesagt werden musste. Wenn schon Streaming, dann kann man auch Bill Frisell aus New York, Kinga Glyk aus Warschau und Celine Rudolph aus Paris zuschalten und in den Stream integrieren. Mehr Infos dazu auf der Website des Kunstverein Klecks.

Der Herr Dirk Blümlein hat mir zwei CDs geschickt. Und die verbreiten – wie immer, wenn ich nur seinen Namen auf der Post lese – gute Laune. Das eine Werk ist mit Martin Meixner eingespielt und das Duo heißt „Lockdown Lounge“ – nach Selbstaussage: „Relax Ragout für alle. Zurücklehnen und geniessen. Ambient Music Deluxe. Chillout für den Hausarrest“.

Die zweite von Dirk, ebenso von unserem Nicht-Lieblingsthema inspiriert, trägt den kryptischen Titel „WLFZ“. Die Auflösung: „Was Leichtes für Zwischendurch“. Dirk konnte ich schon mehrfach bei Jazzology, der Jazzsendung im Bermudafunk begrüßen und die Einladung fürs nächste Date ist per Ansichtskarte schon raus.

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