Abdullah Ibrahim 1934–2026 | Fotos von Hans Kumpf und Manfred Rinderspacher

Der südafrikanische Pianist und Komponist Abdullah Ibrahim ist im Alter von 91 Jahren in Prien am Chiemsee gestorben. Geboren wurde er 1934 in Kapstadt als Adolph Johannes Brand, bekannt wurde er zunächst unter dem Namen Dollar Brand. Mit seiner Musik verband er Jazz, Gospel, afrikanische Traditionen und die Klangwelt Kapstadts zu einer unverwechselbaren Sprache.

Schon früh gehörte Ibrahim zu den prägenden Figuren des südafrikanischen Jazz. Mit den Jazz Epistles um Musiker wie Hugh Masekela, Kippie Moeketsi und Jonas Gwangwa schrieb er Musikgeschichte; „Jazz Epistle Verse 1“ gilt als eine der Schlüsselaufnahmen des südafrikanischen Jazz. Später führte ihn sein Weg ins Exil, nach Europa und in die USA. Eine zentrale Rolle spielte dabei die Sängerin Sathima Bea Benjamin, seine spätere Frau, die in Zürich Duke Ellington auf ihn aufmerksam machte. Daraus entstand 1964 das Album „Duke Ellington Presents the Dollar Brand Trio“ – ein wichtiger Beschleuniger für seine internationale Karriere.

In den USA bewegte sich Ibrahim im Umfeld großer Musiker des modernen Jazz, darunter Ornette Coleman, John Coltrane, Archie Shepp, Pharoah Sanders, Cecil Taylor und Elvin Jones. Später entstanden markante Begegnungen wie „Streams of Consciousness“ mit Max Roach. Zugleich blieb Ibrahim als Komponist und Bandleader ganz bei seiner eigenen Sprache: melodisch, spirituell, rhythmisch erdig und von einer tiefen Verbindung zu Südafrika geprägt.

Zu seinen wichtigen Veröffentlichungen zählen seine Solo-Einspielung „African Piano“ und Veröffenltichungen wie „Mannenberg – Is Where It’s Happening“, „African Marketplace“, „Water from an Ancient Well“ mit seiner Band Ekaya sowie spätere Arbeiten wie „African Suite“ und „The Balance“. Mit „Mannenberg“ wurde Ibrahims Musik auch zu einem klingenden Symbol des Widerstands gegen die Apartheid.

Fotografien von Manfred Rinderspacher

Fotografien von Hans Kumpf

| Hans Kumpfs Kolumne zum Auftritt von Abdullah Ibrahim bei den „Jazznights“ im Stuttgarter Theaterhaus 2005

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© 1997 – today | ISSN 2751-4099

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