Trompeter Benny Brown glänzte als Solist der Haller Big Band


Alle Photos auf dieser Seite: Hans Kumpf 

Purer Pomp und Power-Play – dieses Faible hegt und pflegt Armin Scheibeck mit seiner Big Band Schwäbisch Hall. Jetzt hatte der Posaunist den furiosen Trompeter Benny Brown als Gastsolisten eingeladen. Eine grandiose Einstimmung zum 7. Jazz-Art-Festival in der Hospitalkirche.

Zur Sonntagsmatinee strömten ganze Familien herbei. Und wer Benny Brown auf Flügelhorn und Trompete nicht schon bei der letztjährigen „Brass Academy“ von – dem ebenfalls wieder anwesenden – Enrique Crespo gehört hatte, der kam aus dem Staunen nicht heraus. Der nun in Hamburg wohnende Bläser zeigte sich als souveräner Strahlemann mit Spitzentönen. Respekt vor soviel Lippenstärke, Puste und Ausdauer. Da erinnerte der 29-jährige Brown an Maynard Ferguson (1928-2006) – der Kanadier gefiel sich als musikalischer Kraftprotz, der imposant in den höchsten Höhen zwitscherte und dabei auch Rock-Rhythmen vereinnahmte. Als dessen Paradenummer diente einst der von Adrian Drover arrangierte „MacArthur Park“. Nun profilierte sich darin Benny Brown bestens als gewissenhafter Notist und improvisierender Solist. 

Erfreulich ist auch, dass aus den Reihen des Orchesters inzwischen mehr engagierte Improvisationsbeiträge kommen. Zu nennen sind hier beispielsweise die Saxophonisten Achim Lutz, Fabio Kronmüller und Stefan Scheuermann.

Zum regulären Team von Armin Scheibeck gehört mittlerweile Gordana Kikic als Vokalistin – im Timbre mal rauchig, mal intensiv sonor. Ganz heiß her ging es erwatungsgemäß beim Balladen-Hit „Fever“, wo auch Benny Brown für erhöhte Temperatur sorgte.

Das Programm mit durchaus komplexen Stücken endete nach zwei Stunden mit einer bravourösen Zugabe. Bei „Gonna Fly Now“, der Titelmelodie des ersten „Rocky“-Film kam Frohwald Bauer, vormals ständig in Hall musikalisch aktiv, und trompete virtuos und beherzt drauf los. Da griff zu guter Letzt auch Armin Scheibeck zur Posaune und wurde gesangsmäßig und instrumental aktiv. 

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