SWR 2 – Jazz-Programm Oktober 2019

Fast alle Jazz-Sendungen von SWR2 können als Audio on Demand im Internet 7 Tage online nachgehört werden. Auf www.swr2.de/jazz finden sich auch Playlists und und weitere Informationen zum Programm.

Dienstag, 1. Oktober, 21.03 – 22.00 Uhr
SWR2 Jazz Session: My Favorite Discs
Sidsel Endresen und Bugge Wesseltoft – Duplex RideMit Julia Neupert

Persönliche Lieblingsalben aus der älteren oder jüngeren Jazzgeschichte werden in der Reihe „My Favorite Discs“ regelmäßig vorgestellt: von den Autorinnen und Autoren unserer SWR2-Jazzredaktion. Legendäre Klassiker oder weniger bekannte Favoriten – warum gerade ein bestimmtes Album sie so beeindruckt hat, erklären sie in dieser Sendung.

Freitag, 4. Oktober, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: Istanbul – Berlin
Die Sängerin Ayşe Cansu Tanrıkulu
Mit Thomas Loewner

Seit die türkische Sängerin Ayşe Cansu Tanrıkulu in Berlin lebt, hat sie sich in der Improvisations-Szene der Stadt fest etabliert und tritt in unterschiedlichen Ensembles auf – als Bandmitglied genauso wie als Leiterin eigener Projekte. Tanrıkulu beherrscht ein weites Spektrum von Gesangstechniken und erweitert ihre Möglichkeiten zusätzlich durch Electronics. Als Komponistin schreibt sie für verschiedene Besetzungen und lässt dabei auch politische oder unbequeme Themen nicht aus. So hat sie etwa Fragen vertont, denen Vergewaltigungsopfer während der Ermittlungen ausgesetzt waren.

Samstag, 5. Oktober, 09.05 – 10.00 Uhr
SWR2 Musikstunde
Jazz across the Border
Mit Günther Huesmann

Der wohl auffallendste Trend im aktuellen Jazz ist seine fortschreitende Globalisierung. Entstanden um 1900 in den USA als hybride Musik, ist der Jazz durch die Idee groß geworden, dass es sich immer lohnt, wenn man sich auch mit etwas Anderem beschäftigt als nur mit sich selbst. Die in der Improvisation angelegte Idee des Dialogs erleichtert es Jazzmusikern, sich anderen Stilen und Musikkulturen zu öffnen. So ist Jazz zu einer „global language“ geworden. „Jazz across the Border“ hört auf unterhaltsam-informative Weise hin.

Samstag, 5. Oktober, 22.03 – 23.00 Uhr
Jazztime: Singin‘ And Swingin‘
Zum 100. Geburtstag von Anita O’Day
Mit Bert Noglik

Sie sang mit Verve und Eleganz, ohne Vibrato, mit rhythmischer Souveränität und einer an Instrumenten orientierten Stimmführung. Anita O’Day feierte ihre ersten großen Erfolge bereits Anfang der 1940-er Jahre als Vokalistin in der Band von Gene Krupa. Sie zählte zu den wenigen weißen Jazzsängerinnen, die den großen schwarzen Stimmen ebenbürtig erschienen. Der Kritiker Will Friedwald verglich Anita O’Day mit einer Hochseilartistin, die ihr Publikum mit aufs Seil nimmt.

Dienstag, 8. Oktober, 21.03 – 22.00 Uhr
SWR2 Jazz Session: Homezone – Jazz in Südwest
50 Jahre Jazzclub Karlsruhe
Mit Julia Neupert

Die monatliche Sendereihe „Homezone“ führt regelmäßig an die vielen verschiedenen Orte, an denen der Jazz im Südwesten zu Hause ist. Neben Konzertaufnahmen aus unserem Archiv und aktuellen Studioproduktionen gibt es immer auch einen thematischen Schwerpunkt. In dieser „Homezone“-Ausgabe“ geht es für das 50. Jubiläum einer der aktivsten süddeutschen Jazzclubs nach Karlsruhe.

Donnerstag, 10. Oktober, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: Graz, New York, San Francisco, Frankfurt
Die polyglotte Welt des Kontrabassisten Hans Glawischnig
Mit Michael Rüsenberg

Die Karriere von Hans Glawischnig ist bemerkenswert für einen europäischen Jazzmusiker: Geboren 1970 in der Steiermark; geht er zum Studium nach Boston und New York. Sein Einstieg in die Jazzwelt erfolgt Ende der Neunzigerjahre über Ray Barretto – ein Österreicher im Latin Jazz! Mit ihm spielt der Bassist immer noch; außerdem ist er Mitglied im Latin-Jazz-Quartett von Miguel Zenón. Seit 2018 gehört Glawischnig zur hr-Bigband und pendelt zwischen Frankfurt, New York, seinem Wohnort San Francisco – und Graz. Dort lebt sein Vater, der berühmte Big-Band-Leiter Dieter Glawischnig.

Freitag, 11. Oktober, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: freejazzblog on air
The Song does not remain the same – Songs im Free Jazz
Julia Neupert im Gespräch mit Martin Schray

In der Improvisierten Musik und im Free Jazz galten Songs lange als geradezu verpönt, gerade in Europa war die „Kaputtspielphase“ (ein Begriff, der auf Peter Kowald zurückgeht) in den 1960ern und 70ern sehr angesagt. Doch in den letzten Jahren scheinen viele MusikerInnen der völlig freien Improvisation etwas müde geworden zu sein und sie finden neue Anreize in der Auseinandersetzung mit festen Strukturen. Julia Neupert und ihr Gast Martin Schray vom freejazzblog stellen in der heutigen Sendung aktuelle Alben vor, die Songformate gezielt mit improvisierter Musik zu verbinden versuchen.

Samstag, 12. Oktober, 22.03 – 22.00 Uhr
Jazztime: Der Beat-Beseeler.
Zum 100. Geburtstag von Art Blakey
Mit Hans-Jürgen Schaal

Der Schlagzeuger Art Blakey war ein Meister des Spannungsaufbaus und der dynamischen Energie. Beinahe 40 Jahre lang pushte und beseelte er vom Drumset aus seine Band, die Jazz Messengers, und machte sie zum Inbegriff eines zeitlosen Hardbop. Zu den Talenten, die Blakeys „Schule“ durchliefen, gehörten die Trompeter Freddie Hubbard, Wynton Marsalis, Lee Morgan und Wallace Roney oder die Saxofonisten Kenny Garrett, Johnny Griffin, Jackie McLean, Wayne Shorter und Bobby Watson. „Teach the kids how to play“ – so beschrieb Art Blakey seine Hauptaufgabe als Bandleader und Energielieferant.

Dienstag, 15. Oktober, 21.03 – 22.00 Uhr
SWR2 Jazz Session. Aus dem Archiv: Bitte rauchen Sie nicht mehr!
Der Jazz ist 1954 zum ersten Mal bei den Donaueschinger Musiktagen
Mit Julia Neupert

Nicht Milhaud, Strawinsky, nicht Cage: Rolf Liebermann war der Star der „Donaueschinger Musiktage für zeitgenössische Tonkunst“ 1954! Sein Concerto for Jazzband and Orchestra wurde als Schlager des Festivals gefeiert, uraufgeführt zusammen vom Orchester Kurt Edelhagen und dem Südwestfunkorchester. War das der lang ersehnte Ritterschlag für den Jazz aus den Reihen der Neuen Musik? In dieser Sendung stellen wir außerdem noch Aufnahmen vom ebenfalls swingenden fürstlichen Festival-Empfang im Schloss und einer direkt an die Musiktage anschließenden Jazztime vor.

Donnerstag, 17. Oktober, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: Neue Energie für Big-Bands
Die Komponistin und Orchester-Leiterin Miho Hazama
Mit Günther Huesmann

Die aus Japan stammende, derzeit in New York lebende Komponistin und Arrangeurin Miho Hazama zählt zu den spannendsten Big-Band-Stimmen der Gegenwart. Wobei Miho Hazama selbst nur ungern das Wort „Big Band“ im Munde führt. Ihre schillernden, chamäleonartig die Farben wechselnden Charts sollen nach dem Willen der Komponistin die Frische, Beweglichkeit und Spontaneität kleiner Gruppen bewahren. Was der neuen japanischen weiblichen Kraft unter den Jazzorchester-LeiterInnen auf manchmal frappierende Weise gelingt.

Freitag, 18. Oktober, 23.30 – 24.00 Uhr
NOWJazz Update: Entzünden, brennen, verlöschen
Das Duo Rdeča Raketa mit Maja Osojnik und Matija Schellander
Mit Nina Polaschegg

Rote Rakete heißt übersetzt: Rdeča Raketa. Maja Osojnik stammt aus Slowenien, Matija Schellander ist Kärntner Slowene. Beide leben in Wien und arbeiten seit vielen Jahren als Duo zusammen. Elektronik, Noise, ihre Stimmen. Zusammenarbeit mit LiteratInnen oder mit der Videokünstlerin Billy Roisz. Alle drei sind zentrale Mitglieder der Wiener Experimentalszene. Eigene Texte, Sprache, analoge wie digitale Klänge, Fieldrecordings – all dies fließt ein in ihre Musik. Diese folgt klaren Konzepten, die in gemeinsamer Probenarbeit erarbeitet werden.

Samstag, 19. Oktober, 20.03 – 22.30 Uhr
Donaueschinger Musiktage – Live
NOWJazz Session: Visionen und Utopien
Mit Rdeča Raketa und Christian Lillingers Open Form for SocietyMit Julia Neupert

So wie die Rote Rakete im Gedicht des Lyrikers Srečko Kosovel ist die Musik von Rdeča Raketa auf glühender Missionen ins Unbekannte. Das Duo von Maja Osojnik und Matija Schellander improvisiert mit elektronischen und analogen Klangquellen, Field Recordings, Beats, Spoken Word und in Donaueschingen auch mit der Videokunst von Billy Roisz. Christian Lillingers Komposition „Open Form for Society“ ist angeregt von den Ideen des Philosophen Karl Popper für eine „Offene Gesellschaft“. Entstanden ist ein Werk mit konzeptuellen und klangästhetischen Einflüssen aus Jazz, Popkultur und Neuer Musik. Bei den Musiktagen wird OFFS zum ersten Mal live zu erleben sein.

Dienstag, 22. Oktober, 21.03 – 22.00 Uhr
SWR2 Jazz Session. Aus dem Archiv: Gratulation!
Zum 50. Deutschen Jazzfestival Frankfurt
Mit Gerd Filtgen

Mit den German All Stars startete im Mai 1953 das erste Deutsche Jazz Festival Frankfurt. Vermutlich rechnete damals niemand damit, dass damit die Weichen für eines der ältesten – manchmal in zweijährigen Intervallen – stattfindenden Jazz-Ereignisse gestellt wurden. Ursprünglich wurden die Konzerte fast ausschließlich von deutschen Musikern bestritten. In der Folgezeit bereicherten aber auch internationale Interpreten das Programm. Dieses Jahr findet das Festival zum 50. Mal statt. Ein Anlass mehr das Jubiläum mit Kostproben aus Traditional- und Modern Jazz, Avantgarde und Weltmusik zu feiern.

Donnerstag, 24. Oktober, 23.10 – 24.00 Uhr
NOWJazz: Zwischen Techno und Lederhose
Neues von der Münchner Szene mit der Jazzrausch Big Band, LBT und Ark Noir
Mit Thomas Loewner

Von wegen Biergarten-Seligkeit. Seit einiger Zeit dringen neue Jazztöne aus der bayrischen Hauptstadt in den Rest der Republik, die denkbar wenig zu tun haben mit Blaskapellen-Gaudi oder Assoziationen zur alpenländischen Musiktradition. Die Blaupause für den neuen Münchner Sound liefert stattdessen: Techno. Mal im XXL-Format wie bei der Jazzrausch Big Band, oder unter dem Deckmantel des klassischen Jazzpiano-Trios wie im Falle des Leo Betzl Trios, kurz LBT. Während die drei ausschließlich akustisch spielen, greift das Quintett Ark Noir schon mal gern und tief in die Elektronik-Kiste.

Freitag, 25. Oktober, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz Session: Klangmaschine Harfe
Zeena Parkins bei den Klangspuren Schwaz
Mit Nina Polaschegg

Seit diesem Jahr ist der ehemalige SWR-Jazzredakteur Reinhard Kager neuer künstlerischer Leiter der Klangspuren Schwaz. Zusätzlich zum traditionellen Composer in Residence hatte er zu seinem Festivalantritt erstmals eine Improviser in Residence eingeladen: die amerikanische Harfenistin Zeena Parkins. Sie arbeitete in Tirol mit Studierenden der Ensemble Modern Akademie und gab mehrere Konzerte – zunächst solistisch, dann im in einem Doppel-Duo. Ihr eigenes Duo mit dem Perkussionisten William Winant traf da auf die Saxofonistin Ingrid Laubrock und ihren Partner an den Drums, Tom Rainey.

Samstag, 26. Oktober, 22.03 – 23.00 Uhr
Jazztime: Female Jazz Piano (2)
mit Shirley Scott, Alice Coltrane, Carla Bley
Mit Anke Helfrich

In dieser zweiten Folge der SWR2 Reihe „Female Jazz Piano“ stellen wir weitere Pionierinnen des Jazzpiano vor, die sich mutig und selbstbewusst über Konventionen hinweggesetzt, und damit anderen Jazzmusikerinnen und Jazzmusikern den Weg bereitet haben. Die ausgewählten Aufnahmen von Shirley Scott, Blossom Dearie, Pat Moran, Carla Bley, Alice Coltrane, Joanne Brackeen und anderen, zeigen die ganze musikalische Bandbreite und das überwältigende Talent dieser legendären Künstlerinnen.

Dienstag, 29. Oktober, 21.03 – 22.00 Uhr
SWR2 Jazz Session: Parallele Gegensätze

Der Pianist Elias Stemeseder und das Trio Heinz Herbert beim Jazzfest Berlin 2018
Am Jazzfest-Eröffnungsabend 2018 musste man sich entscheiden: lauscht man einem der seltenen Solo-Konzerte von Elias Stemeseder oder dem Berlin-Debüt der Brüder Dominic und Ramon Landolt mit dem Berliner Schlagzeuger Moritz Baumgärtner? Der Pianist aus dem Salzburger Land entdeckte schon früh die Welt des Jazz in New York für sich, die beiden Landolts auf Gitarre und Klavier aus der Ostschweiz erobern den Weltraum heute von Zürich aus. Erstaunte und beglückte BesucherInnen kamen aus beiden Konzerten. Krach und Spätromantik, Improvisation und Tonkompression finden in dieser Sendung zusammen.

Donnerstag, 31. Oktober, 23.10 – 24.00 Uhr
SWR2 NOWJazz Session: Celebrating Art Blakey
Terence Blanchards E-Collective bei den Jazzopen Stuttgart

Mit Günther Huesmann „Dem Schlagzeuger und Bandleader Art Blakey verdanke ich alles“. Der das sagt, gehört heute zu den führenden aktuellen Jazztrompetern: der aus New Orleans stammende Terence Blanchard, der seine kometenhafte Karriere in den 1980er Jahre in Art Blakeys Band, den Jazz Messengers, begann. Anlässlich von Blakeys anstehendem 100. Geburtstag inszenierte Blanchard bei den Stuttgarter Jazzopen eine prickelnde zeitgenössische Hommage an seinen einstigen Mentor. Mit dabei: einer der vitalsten Schlagzeuger der zeitgenössischen Szene: Jeff „Tain“ Watts.

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