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SWR 2 – Jazz-Programm März 2019

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Fast alle Jazz-Sendungen von SWR2 können als Audio on Demand im Internet 7 Tage online nachgehört werden. Auf www.swr2.de/jazz finden sich auch Playlists und und weitere Informationen zum Programm.

Freitag, 1. März, 23.30 – 24.00 Uhr
NOWJazz Update
Sonic Wilderness
Von Thomas Loewner

Diese Reihe auf dem freitäglichen NOWJazz Update Sendeplatz führt in abenteuerliche Zwischenwelten des Jazz. Ob Improv, Electronica, Klangkunst, Noise oder Rock – für die atmosphärischen Mixes gibt es nur eine Regel: Die Lust am musikalischen Abenteuer muss hörbar sein.

Samstag, 2. März, 9.05 – 10.00 Uhr
Musikstunde: Jazz Across The Border
Von Günther Huesmann

Der wohl auffallendste Trend im aktuellen Jazz ist seine fortschreitende Globalisierung. Entstanden um 1900 in den USA als hybride Musik, ist der Jazz durch die Idee groß geworden, dass es sich immer lohnt, wenn man sich auch mit etwas Anderem beschäftigt als nur mit sich selbst. Die in der Improvisation angelegte Idee des Dialogs erleichtert es Jazzmusikern, sich anderen Stilen und Musikkulturen zu öffnen. So ist Jazz zu einer „global language“ geworden. „Jazz Across The Border“ hört auf unterhaltsam-informative Weise hin.

Samstag, 2. März, 22.03 – 23.00 Uhr
Jazztime: Meine erste Jazzplatte (5)
Mit Peter Erskine, Gerry Hemingway und Lukas Kranzelbinder
Von Michael Rüsenberg

Manche Jazzmusiker begnügen sich nicht mit einer knappen Antwort auf die Frage nach ihrer ersten Jazzplatte, sondern kommen ins Sinnieren, ja ins Erzählen. Sollte man dann das Mikrofon abschalten? Es entgingen uns wunderbare Geschichten und Anekdoten, beispielsweise von Schlagzeuger Peter Erskine, der so nebenbei verrät, was er kann – und was er nicht kann. Sein Kollege Gerry Hemingway erzählt, wie er in den Besitz einer 25-Lp-Box geriet. Und noch niemals haben wir das Wort „unfassbar“ so mitreißend intoniert gehört wie vom österreichischen Bassisten Lukas Kranzelbinder, wenn er (nicht über seine erste Jazzplatte) sondern über seine „erste richtig große“ Konzerterfahrung schwärmt.

Dienstag, 5. März, 21.03 – 22.00 Uhr
SWR2 Jazz Session: Homezone
Jazz in Südwest
Der Jazzclub Heidelberg
Von Julia Neupert

Die monatliche Sendereihe „Homezone“ führt regelmäßig an die vielen verschiedenen Orte, an denen der Jazz im Südwesten zu Hause ist. Neben Konzertaufnahmen aus unserem Archiv und aktuellen Studioproduktionen gibt es immer auch einen thematischen Schwerpunkt. In dieser „Homezone“-Ausgabe geht es um den Jazzclub Heidelberg – für sein exzellentes Konzertprogramm im vergangenen Jahr ausgezeichnet mit dem bundesweiten Spielstättenpreis „Applaus“.

Donnerstag, 7. März, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz Magazin
Von Günther Huesmann

Neues aus der Welt des Jazz wird im NOWJazz Magazin von SWR2 regelmäßig präsentiert. Wie immer erwarten Sie in dieser Sendung Informationen über bevorstehende Events, Rezensionen über Festivals, Buchbesprechungen und jede Menge brandneuer Alben.

Freitag, 8. März, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: Neue Anschläge
Wie junge PianistInnen ihren Ausdruck auf dem Klavier finden. Mit Elias Stemeseder, Magda Mayas, Fee Stracke und anderen
Von Franziska Buhre

Vielleicht ist das Pianotrio nicht mehr die passende Maßeinheit für Musik, die sich aus dem Jazz ableitet und Freiheit atmet. Zeitgenössische PianistInnen jedenfalls begeben sich oft in andere Konstellationen, um ihre eigene Sprache zu finden. Elias Stemeseder bannt mühelos den Konzertflügel und die Aufmerksamkeit um sich herum in einem Solokonzert, Fee Stracke entlockt ikonischen Stühlen des 20. Jahrhunderts die Musik für ihr Quartett, Clara Haberkamp komponiert Lieder mit eigenen Texten für ihre Stimme und ihr Klavierspiel. Magda Mayas spielt Klavier und Clavinet und hat gemeinsam mit dem Schlagzeuger Tony Buck in Kalifornien ein Album aufgenommen, andere PianistInnen schlagen mit Vorliebe sanfte Töne an und experimentieren auch auf dem Synthesizer.

Samstag, 9. März, 22.03 – 23.00 Uhr
Jazztime: The Face Of The Bass
Die Karriere des Kontrabassisten Charlie Haden
Von Hans-Jürgen Schaal

Charlie Haden spielte eine wichtige Rolle in der Entwicklung des neueren Jazz. Als Mitglied des „klassischen“ ersten Ornette-Coleman-Quartetts war er einer der ersten Bassisten, die mit spontan fluktuierenden Harmonien umzugehen wussten. Mit seiner reduzierten, unerschütterlichen Art, den Bass zu spielen, und seiner Nähe zur amerikanischen Folk Music prägte Charlie Haden ebenso die frühen Formationen des Pianisten Keith Jarrett. Als Bandleader sorgte er mit seinem politisch motivierten Liberation Music Orchestra für Aufsehen. Mit seinem Quartet West war Haden mehr als 20 Jahre lang erfolgreich.

Sonntag, 10. März, 19.16 – 20.00 Uhr (nach dem Hörspiel)
My Way: Die Sängerin Nancy Wilson
Von Gerd Filtgen

Sie kam, sah und siegte. Als Nancy Wilson (1937 – 2018) Ende der 1950er-Jahre in New York eintraf, hatte sie offenbar einen klaren Plan. Mit der speziellen Intonation und Phrasierung ihres Gesangs und einer faszinierenden Bühnenpräsenz gelang es ihr auf Anhieb, mit Alben wie „Broadway – My Way“ und „Hollywood – My Way“ ein großes Publikum zu erobern. Wie kaum eine andere Vokalistin hatte Nancy Wilson das Talent, Jazz- und Pop-Songs gleichermaßen gefühlvoll zu interpretieren. Das demonstrierte sie überzeugend mit prominenten Orchestern von Billy May und Oliver Nelson wie auch mit kleinen Besetzungen in den Bands des Pianisten George Shearing und des Altsaxofonisten Julian „Cannonball“ Adderley.

Dienstag, 12. März, 21.03 – 22.00 Uhr
SWR2 Jazz Session: My Favorite Discs
Von Nina Polaschegg

Persönliche Lieblingsalben aus der älteren oder jüngeren Jazzgeschichte werden in der Reihe „My Favorite Discs“ regelmäßig vorgestellt: von den Autorinnen und Autoren unserer SWR2-Jazzredaktion. Legendäre Klassiker oder weniger bekannte Favoriten – warum gerade ein bestimmtes Album sie so beeindruckt hat, erklären sie in dieser Sendung.

Donnerstag, 14. März, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: „Sing Me A Pop Song“
Neue Allianzen zwischen Jazz und Pop

Von Odilo Clausnitzer

Dass Musiker aus Jazz und Pop für das jeweils andere Genre eine heimliche Liebe hegen – das ist nichts Neues. Dass sie sie auch ausleben schon. In jüngerer Zeit gab es mehrere Beispiele für grenzüberschreitende Kooperationen. So hört man auf Platten der Sängerin Julia Holter den Saxofonisten Chris Speed, Songwriter Ryley Walker arbeitete mit Größen der Chicagoer Improvisationsszene wie dem Cellisten Fred Lonberg-Holm. Die Dichterin/Sängerin Lydia Daher ließ sich auf ihrer letzten CD von Berliner Jazzmusikern begleiten. Umgekehrt hat der Kontrabassist David Helm kürzlich ein Album als Singer-Songwriter vorgelegt. Die Sendung spürt den neuen Allianzen nach.

Freitag, 15. März, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: Freiheit und Architektur
Zum 90. Geburtstag des Pianisten Cecil Taylor
Von Harry Lachner

So einzigartig der im März 1929 geborene und im April vergangenen Jahres verstorbene Cecil Taylor in seinem Spiel war, so einflussreich war er für den Lauf der Jazzgeschichte. Und aus der Tradition schöpfte auch er, wobei er sich nicht nur auf die Formen und die Improvisationskunst des afro-amerikanischen Jazz bezog, sondern auch auf Soul- und Funk-Musiker bezog. Wir blicken zurück auf das Leben eines Ausnahmekünstlers – mit Aufnahmen aus den vielen Stationen seiner musikalischen Karriere.

Samstag, 16. März, 22.03 – 23.00 Uhr
Jazztime: School Of Cool
Zum 100. Geburtstag: Der Pianist Lennie Tristano und seine Schüler
Von Odilo Clausnitzer

Der Pianist Lennie Tristano (1919-1978) gehört zu den mysteriösen Figuren der Jazzgeschichte. Während er von seinen Schülern zeitweise fast wie ein Guru verehrt wurde, ist sein Werk einem großen Teil von Jazzfans bis heute kaum bekannt. Seine Musik erfuhr entweder glühende Bewunderung und scharfe Ablehnung – aber kaum etwas dazwischen. Tristano gilt als entscheidender Innovator des Cool Jazz. Sein extrem virtuoses Klavierspiel war nach eigenen Angaben stärker von Bläsern wie Lester Young und Charlie Parker beeinflusst als von Pianokollegen.

Donnerstag, 21. März, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz Session: The Song Comes First
Das Trio Aaron Parks/Ben Street/Billy Hart beim Festival Enjoy Jazz 2018 in der Alten Feuerwache, Mannheim
Am Mikrofon: Günther Huesmann

In seinem Klavierspiel entdeckt Aaron Parks Harmonien und Melodien, auf die vor ihm noch keiner gestoßen ist. Seine Musik steckt voller Poesie und Kraft, man findet lyrische Momente genauso darin wie wilde rhythmische Überraschungen. Der 35-Jährige ist neben Joshua Redman festes Mitglied der Super Group James Farm. In letzter Zeit profiliert sich Parks immer mehr als Leader eines faszinierenden Klavier-Trios. Gemeinsam mit dem Kontrabassisten Ben Street und der 79-jährigen Drum-Legende Billy Hart zelebriert er Songs und Balladen, die vor Spannung nur so knistern.

Freitag, 22. März, 23.30 – 24.00 Uhr
NOWJazz Update
Sonic Wilderness
Von Ulrich Kriest

Diese Reihe auf dem freitäglichen NOWJazz Update Sendeplatz führt in abenteuerliche Zwischenwelten des Jazz. Ob Improv, Electronica, Klangkunst, Noise oder Rock – für die atmosphärischen Mixes gibt es nur eine Regel: Die Lust am musikalischen Abenteuer muss hörbar sein.

Dienstag, 26. März, 21.03 – 22.00 Uhr
SWR2 Jazz Session: Like Minded
Carla Bley und Steve Swallow bei den Internationalen Theaterhaus Jazztagen 1989
Am Mikrofon: Julia Neupert

Eine Art Telepathie sei zu spüren, wenn man die Pianistin Carla Bley und den Bassisten Steve Swallow gemeinsam auf der Bühne erlebe. So schrieb einmal ein begeisterter Kritiker. Die Beiden hatten schon in verschiedenen größeren Bandformationen miteinander gearbeitet, bevor sie Ende der 1980-er Jahre ein Duett gründeten. Die intime Konstellation erwies sich als ideal für die Interpretation ihrer beider Kompositionen – reduziert auf das jeweilige musikalische Gewebe, klar ausformulierte melodische Gedanken und harmonische Finessen. Vor dreißig Jahren waren Bley und Swallow zu Gast in Stuttgart – und zeigten sich bei ihrem Konzert bei den Theaterhaustagen in Bestform.

Donnerstag, 28. März, 23.13 – 24.00 Uhr
NOWJazz: Klangbilder aus den USA
Der Schlagzeuger Jaimeo Brown
Von Bert Noglik

In der Art, wie er sich auf Works Songs und Spirituals bezieht, schlägt der in New York beheimatete Jaimeo Brown einen Bogen von der Historie zur amerikanischen Alltagsrealität. Mit seinem Projekt „Transcendence“ will er Kommunikationsprozesse anstoßen, indem er die leidvolle Geschichte der Sklaverei, Widerständigkeit und das Ringen um afroamerikanische Identität in weit gespannte transkulturelle Reflexionszusammenhänge stellt. Dabei collagiert er historische Aufnahmen wie die der Gee’s Bend Gospel Singers mit expressiven Jazzimprovisationen, zeitgenössischen Technologien, Electronica und Hip-Hop.

Freitag, 29. März, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: Ein internationales Nichts und andere Klangfeinheiten
Der Klarinettist Michael Thieke mit seinen stilistisch breit gefächerten Projekten
Von Nina Polaschegg

Michael Thieke ging Anfang der 1990er-Jahre nach Berlin, um dort Jazz zu studieren. Es war die Zeit des Aufbruchs, der aufblühenden freien Improvisationsszene, die sich leisesten Geräuschnuancen widmete, die die gerade erschwinglich gewordene Elektronik miteinbezogen hatte. Thieke ist bis heute eine nicht wegzudenkende Stimme aus diesem bunten Treiben. Und das als Jazzmusiker genauso wie als musikalischer Feingeist, der im Splitterorchester ebenso agiert wie im Langzeitduo „The International Nothing“ und zahlreichen anderen Formationen. Anfang des Jahres war der Vielreisende in Wien und traf Nina Polaschegg zu einem Gespräch über seine so unterschiedlichen musikalischen Perspektiven.

Samstag, 30. März, 22.03 – 23.00 Uhr
Jazztime: Gentle Giant
Der Tenorsaxofonist Michael Brecker
Von Karsten Mützelfeldt

Sein Ton wurde von vielen kopiert, seine Virtuosität blieb für die meisten unerreichbar. Michael Brecker setzte mit ausgeprägtem Perfektionismus neue Maßstäbe, die kurzen Soli in unzähligen Popproduktionen wirkten stilbildend, die messerscharfen Bläsersätze an der Seite seines Bruders Randy nicht minder. Vor allem aber waren es die langen, vor Energie nur so strotzenden Improvisationen im Jazz und in der Fusion-Musik, die ihn zu einem der populärsten Instrumentalisten werden ließen. Dabei blieb Michael Brecker immer ein überaus bescheidener Zeitgenosse, ein Gentle Giant. Ende März wäre er 70 Jahre alt geworden.

Sonntag, 31. März, 19.18 -20.00 Uhr (nach dem Hörspiel)
Der Allrounder: Pianist Aaron Diehl
Von Ssirus W. Pakzad

Aaron Diehls Pianospiel steckt voller Anspielungen und Zitate, voller Schalk und Charme. Es zeigt, dass der 33-jährige die ganze Jazzgeschichte verinnerlicht hat. Der aus Ohio stammende und in Harlem lebende Musiker wurde bereits mehrfach ausgezeichnet – 2011 erhielt er den hoch dotierten „Cole Porter Fellowship“ der „American Pianists Association“. Aber man findet den an der Seite von Größen wie Cécile McLorin Salvant bekannt gewordenen Aaron Diehl nicht nur in den Jazzclubs dieser Welt: Derzeit gibt er häufig Konzerte mit großem Orchester – etwa als umjubelter Gershwin-Interpret.

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