SWR 2 – Jazz-Programm Februar 2019

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Fast alle Jazz-Sendungen von SWR2 können als Audio on Demand im Internet 7 Tage online nachgehört werden. Auf www.swr2.de/jazz finden sich auch Playlists und und weitere Informationen zum Programm.

Freitag, 1. Februar, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz Update
Sonic Wilderness
Von Ulrich Kriest

Diese Reihe auf dem freitäglichen NOWJazz-Update-Sendeplatz führt in abenteuerliche Zwischenwelten des Jazz. Ob Improv, Electronica, Klangkunst, Noise oder Rock – für die atmosphärischen Mixes gibt es nur eine Regel: Die Lust am musikalischen Abenteuer muss hörbar sein.

Samstag, 2. Februar, 9.05 – 10.00 Uhr
Musikstunde: Jazz Across The Border
Von Günther Huesmann

Der wohl auffallendste Trend im aktuellen Jazz ist seine fortschreitende Globalisierung. Entstanden um 1900 in den USA als hybride Musik, ist der Jazz durch die Idee groß geworden, dass es sich immer lohnt, wenn man sich auch mit etwas Anderem beschäftigt als nur mit sich selbst. Die in der Improvisation angelegte Idee des Dialogs erleichtert es Jazzmusikern, sich anderen Stilen und Musikkulturen zu öffnen. So ist Jazz zu einer „global language“ geworden. „Jazz across the border“ hört auf unterhaltsam-informative Weise hin: Wie verändern Musikerinnen und Musiker aus Südamerika, Afrika und Asien die improvisierte Musik von heute? Welche Antworten geben sie auf die Frage nach einer Musik, in der jeder improvisierende Spieler eingeladen ist, seinen eigenen Sound zu entwickeln, mit seinen ganz eigenen musikalischen Sichtweisen, Statements und kulturellen Färbungen?

Samstag, 2. Februar, 22.03 – 23.00 Uhr
Jazztime: Spitzen-Vibrafonist wider das Schicksal
Erinnerungen an Wolfgang Schlüter
Von Henry Altmann

Was hat der Mann nicht alles erlebt und überwunden! Gesundheitliche Probleme, karge Ertragszeiten, den Raub unersetzlicher Vibrafonplatten, familiäre Schicksalsschläge – all das hat Wolfgang Schlüter nicht davon abgehalten, zum international renommierten Spitzen-Vibrafonisten zu werden; der einzige frühe deutsche Jazzmusiker, der neben Albert Mangelsdorff im US-Jazzmagazin Downbeat Erwähnung fand. Im Quintett des Pianisten Wolfgang Naura schuf er Ende der 1950er Jahre Juwelen des deutschen Nachkriegs-Jazz. Ebenfalls mit Naura spielte er mit dem Dichter Peter Rühmkorf in den 1970er Jahren wegweisende Poetry-und-Jazz-Aufnahmen ein. Er schlug sich durch das bundesdeutsche Unterhaltungsmusikleben der 1960er-Jahre und veredelte danach als Solist von Weltruf drei Jahrzehnte unzählige Aufnahmen der NDR Bigband. Wolfgang Schlüter – Klang gewordene bundesdeutsche Jazzgeschichte.

Dienstag, 5. Februar, 21.03 – 22.00 Uhr
SWR2 Jazz Session: My Favorite Discs
Von Gerd Filtgen

Persönliche Lieblingsalben aus der älteren oder jüngeren Jazzgeschichte werden in der Reihe „My Favorite Discs“ regelmäßig vorgestellt: von den Autorinnen und Autoren unserer SWR2-Jazzredaktion. Legendäre Klassiker oder weniger bekannte Favoriten – warum gerade ein bestimmtes Album sie so beeindruckt hat, erklären sie in dieser Sendung.

Donnerstag, 7. Februar, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz Magazin
Von Thomas Loewner

Neues aus der Welt des Jazz wird im NOWJazz Magazin von SWR2 regelmäßig präsentiert. Wie immer erwarten Sie in dieser Sendung Informationen über bevorstehende Events, Rezensionen über Festivals, Buchbesprechungen und jede Menge brandneuer Alben.


Freitag, 8. Februar, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: Karotte, Kürbis, Kohl und der tägliche Instrumentenbau

Von Nina Polaschegg

Eine mühsame Arbeit ist es: Vor jeder Probe und vor jedem Konzert müssen sämtliche Instrumente erst hergestellt werden. Eine kollektive Arbeit der Musikerinnen und Musiker in ihrer Doppelfunktion als Spieler und als Instrumentenbauer. 2018 feierte das Wiener Gemüseorchester sein 20-jähriges Jubiläum. Und ja, der Name ist Programm. Die zehn Musikerinnen und Musiker spielen ausschließlich auf Gemüseinstrumenten. Blas-, Streich- und Perkussionsinstrumente werden in Handarbeit hergestellt. Pickups und Mikrofone verstärken und dienen der Klangverfremdung. Entsprechend zählen auch drei Klangregisseurinnen zum Team. Musikalisch kann es grooven und singen, swingen und klingen, aber auch völlig abstrakt und noisig zugehen in einem Konzert des Gemüseorchesters.

Samstag, 9. Februar, 22.03 – 23.00 Uhr
Jazztime: Inner Urge
Der Tenorsaxofonist Joe Henderson
Von Hans-Jürgen Schaal

Im Jahr 1963 machte er sein Debütalbum für Blue Note. Schon da verblüffte der Saxofonist Joe Henderson (1937 – 2001) die Fachwelt mit seiner persönlichen Art, ein Solo aufzubauen, seiner „ganz anderen Herangehensweise“ (so der Trompeter Lee Morgan). Wenn Joe Henderson improvisierte, schien er seine Motive in mehrere musikalische Dimensionen gleichzeitig fortzuentwickeln – die Harmonik, den Rhythmus, die Klangfarbe, den Ausdruck. Die Kollegen sprachen von Joe Hendersons ganz eigener Strategie – sie nannten den Saxofonisten „die Essenz des Jazz“.

Jaimie Branch, Jazzfestival Saalfelden 2018

Dienstag, 12. Februar, 21.03 – 22.00 Uhr
SWR2  Jazz Session: Begegnungen
Höhepunkte vom Internationalen Jazzfestival Saalfelden 2018 (1)
mit Jaimie Branch „Fly Or Die“, Erik Friedlander’s Throw a Glass „Artemisia“ und dem Trio Schnellertollermeier
Am Mikrofon: Thomas Loewner

Das Prinzip, gegensätzliche stilistische Momente miteinander zu kombinieren, war auch im Jahr 2018 die Programmlinie des Festivals im österreichischen Saalfelden, das seit vielen Jahren zu einem der wichtigsten für den innovativen Jazz zählt. In dieser ersten Sendung mit Aufnahmen aus dem Jahr 2018 stehen Erik Friedlanders „Artemisia“-Projekt, das sich mit dem in Kunst und Literatur zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert so häufig thematisierten Getränks Absinth beschäftigt. Dem kammermusikalischen, feinnervigen Ansatz des Cellisten gegenüber steht Schnellertollermeier: ein Trio, dessen massive Klangschichtungen sich eher an der aktuellen Drone- und Noise-Stilistik orientiert als an der Jazztradition – wie sie die Trompeterin Jaimie Branch als Referenz- und Ausgangspunkt ihrer Improvisationen nimmt.

Donnerstag, 14 Februar, 23.03 – 23.00 Uhr
NOWJazz Session: Mit dem Turbo durch den Underground
Die Band Moon Hooch bei den Stuttgarter jazzopen 2018  
Am Mikrofon: Michael Rüsenberg

Normalerweise erhält man von Jazzmusikern positive Signale über das Innenleben einer Band. Nicht so beim Trio Moon Hooch aus Brooklyn. Die Saxofonisten Wenzl McGowen und Michael Wilbur zelebrieren geradezu, wie sehr sie sich wundern, dass bei ihren gewaltigen Meinungsunterschieden die Band überhaupt noch funktioniere. Das geschieht seit 2010, als sie ganz unten begannen, in der New Yorker U-Bahn. Was sie zusammenhalte, seien einerseits ihr Drummer James Muschler und andererseits Erkenntnisse aus ihrem Psychologie-Studium. Moon Hooch hauen ohne Punkt und Komma ein Riff nach dem anderen heraus, ihre Musik ist tanzbar und extrem druckvoll.

Freitag, 15. Februar, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: freejazzblog on air
One World, Many Visions. Jazz als Global Music
Julia Neupert im Gespräch mit Martin Schray

Ist Jazz nicht schon immer World Music gewesen? Sind in die frei improvisierte Musik nicht schon immer Elemente aus den unterschiedlichsten Stilen eingeflossen? John Coltrane verarbeitete in den frühen 1960er-Jahren afrikanische und indische Musik, Don Cherry und das Art Ensemble of Chicago wären zwei weitere prominente Beispiele. In der globalisierten Welt von heute sind Schnittstellen verschiedener Musiken noch offensichtlicher, Kollaborationen der unterschiedlichsten MusikerInnen noch einfacher möglich. Julia Neupert und ihr Gast Martin Schray vom Free Jazz Blog stellen verschiedene aktuelle Beispiele aus diesem Bereich vor.

Samstag, 16. Februar, 22.03 – 23.00 Uhr
Jazztime: At The Movies
Jazz-Soundtracks für Filmklassiker  
Von Odilo Clausnitzer

Der Jazzmusiker als Filmkomponist – das ist eine Errungenschaft der 1950er-Jahre. Berühmt wurde Miles Davis‘ stimmungsvoller Soundtrack zu Louis Malles Krimi „Fahrstuhl zum Schafott“ von 1958. Zuvor hatten bereits Duke Jordan, Thelonious Monk und John Lewis Musik für die Werke französischer Regisseure komponiert. In den USA schufen um diese Zeit Duke Ellington und Charles Mingus vielbeachtete Originalmusiken zu Filmproduktionen von Otto Preminger bzw. John Cassavetes. Die eine, „Anatomie eines Mordes“, ist ein Hollywood-Klassiker, die andere, „Shadows“, ein Meilenstein des neuen Independent-Kinos. Die Sendung stellt ausgewählte Stücke daraus vor.

Dienstag, 19. Februar, 21.03 – 22.00 Uhr
SWR2 Jazz Session: Begegnungen
Höhepunkte vom Internationalen Jazzfestival Saalfelden 2018 (2)
mit Marc Ribot „Songs of Resistance“ und Joe McPhee „A Pride Of Lions”
Am Mikrofon: Gerd Filtgen

Mit ungewöhnlichen Versionen traditioneller Protestlieder und Originals prangert der amerikanische Gitarrist Marc Ribot soziale und politische Missstände an. Dabei werden die Aussagen der Lyrics in ruhigen Parts ebenso nachhaltig bekräftigt, wie in den bewegten, aus schroffen Gitarren-Exkursionen bestehenden Klangkaskaden. Eine fantastische Ergänzung dazu ist der Saxofonist und Trompeter Joe McPhee mit seiner aus französischen und amerikanischen Künstlern der improvisierten Musik zusammengesetzten Band A Pride Of Lions. Im intensiven Austausch mit dem kongenialen Saxofonisten Daunik Lazro wird die Architektur neuer Klangräume ausgelotet.

Donnerstag, 21. Februar, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz Session: Das 51. SWR NEWJazz Meeting 2018 (1)
mit Lukas Kranzelbinder und dem Septett „On Boit Lumumba – Wir trinken Lumumba“
Am Mikrofon: Günther Huesmann

Das Rundfunkstudio als Klanglabor für improvisierte Musik. „On Boit Lumumba“ – so nennt der österreichische Kontrabassist Lukas Kranzelbinder das Septett, das er für das 51. SWR NEWJazz Meeting zusammengestellt hat. Wir bringen heute Höhepunkte von der anschließenden Tour in Mannheim, Tübingen und Karlsruhe. Dort präsentierten Kranzelbinder und „On Boit Lumumba“, was sie in der Hexenküche des legendären SWR-Klanglabors für improvisierte Musik „ausgekocht“ haben: Feingliedrige multistilistische Kompositionen, in denen Elemente der nord- und westafrikanischen Musik aufblitzen: Melodien und Rhythmen voller Groove, Trance und Ekstase.

(Teil 2, Donnerstag, 28. Februar, 23.03 Uhr)

Freitag, 22. Februar, 23.30 – 24,00 Uhr
NOWJazz Update
Sonic Wilderness
Von Julia Neupert

Diese Reihe auf dem freitäglichen NOWJazz-Update-Sendeplatz führt in abenteuerliche Zwischenwelten des Jazz. Ob Improv, Electronica, Klangkunst, Noise oder Rock – für die atmosphärischen Mixes gibt es nur eine Regel: Die Lust am musikalischen Abenteuer muss hörbar sein.

Samstag, 23. Februar, 22.03 – 23.00 Uhr
Jazztime: It’s Not About A Melody
Die Vokalistin Betty Carter
Von Bert Noglik

Sie galt lange als eines der am besten gehüteten Geheimnisse der Jazzszene und als „most underrated“. Betty Carter (1930 – 1998) ließ sich nicht vereinnahmen, trotzte der Kommerzialisierung, betrieb ein eigenes Plattenlabel und setzte sich für den Nachwuchs ein. Mit ihrer unnachahmlichen Art des Jazzgesangs zählte sie zu den ganz Großen, geschätzt von Miles Davis ebenso wie von Billie Holiday. Lionel Hampton, in dessen Band sie ihre Laufbahn begann, nannte sie „Betty Bebop“. Obwohl sie sich in ihren Scat-Improvisationen von Musikern wie Charlie Parker inspirieren ließ, hat sie sich nie auf einen Stil festlegen lassen.

Sonntag, 24. Februar, 19.39 – 20.00 (nach dem Hörspiel)
Vergessene Legende
Die Gitarristin Emely Remler
Von Gerd Filtgen

Mit „Firefly“ eroberte Emily Remler (1957 – 1990) die Herzen von Gitarren-Fans im Sturm. Für ihr Platten-Debüt hatte sich Herb Ellis stark gemacht. Der bekannte Gitarrist sah in Remler eine Künstlerin, die die Modern Jazz-Gitarrenspielweise weiter führen könnte. Die junge Musikerin hatte auf beeindruckende Weise die Einflüsse von Wes Montgomery zu einer eigenen Ausdrucksform verarbeitet. Ihren warmen Gitarren-Sound erzielte Remler wie ihr Vorbild: Zum Anschlagen der Saiten verwandte sie kein Plektrum, sondern setzte stattdessen den Daumen ein. In ihren Improvisationen dominierten reizvolle Motivketten, die Standards, Originals und Latin Jazz-Themen funkelnden Glanz verliehen.

Leila Martial, Jazzfestival Saalfelden 2018

Dienstag, 26. Februar, 21.03 – 22.00 Uhr
SWR2 Jazz Session: Begegnungen
Höhepunkte vom Internationalen Jazzfestival Saalfelden 2018 (3)
mit Elliott Sharp & Hélène Breschand, Tomas Fujiwara „Triple Double“ und Leïla Martial „Baa Box“I‘
Am Mikrofon: Nina Polaschegg

Allein 20 Gratiskonzerte in der Stadt und auf Almen locken jährlich unzählige Besucher nach Saalfelden. Höhepunkt sind die abendlichen Konzerte auf der Hauptbühne im Congress Center. Der Gitarrist Elliot Sharp gastierte mit der Harfenistin Hélène Breschand, der jungen Bassistin Shayana Dulberger und Maurice deMartin am Schlagzeug. „Chansons du Crépuscule“ – Lieder der Dämmerung – haben sie ihr Programm genannt, doch ganz so ruhig geht es nicht immer zu. Tomas Fujiwara spannt in seiner Band „Triple Double“ jeweils zwei gleiche Instrumente zusammen. „Baa Box“ ist das Trio der Pariser Sängerin Leila Martial, die Songs stilistisch variantenreich interpretiert.

Donnerstag, 28.Februar, 23.03 – 24.00 Uhr

NOWJazz Session: Das 51. SWR NEWJazz Meeting 2018 (2)
mit Lukas Kranzelbinder und dem Septett „On Boit Lumumba – Wir trinken Lumumba“
Am Mikrofon: Günther Huesmann

Das Rundfunkstudio als Klanglabor für improvisierte Musik. „On Boit Lumumba“ – so nennt der österreichische Kontrabassist Lukas Kranzelbinder das Septett, das er für das 51. SWR NEWJazz Meeting zusammengestellt hat. Wir bringen heute Höhepunkte von der anschließenden Tour in Mannheim, Tübingen und Karlsruhe. Dort präsentierten Kranzelbinder und „On Boit Lumumba“, was sie in der Hexenküche des legendären SWR-Klanglabors für improvisierte Musik „ausgekocht“ haben: Feingliedrige multistilistische Kompositionen, in denen Elemente der nord- und westafrikanischen Musik aufblitzen: Melodien und Rhythmen voller Groove, Trance und Ekstase.

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