
Jazzjournalist Hans Kumpf schreibt – und bebildert – seit 1997 regelmäßig für die Jazzpages „Kumpfs Kolumnen“.
-
Kontrapunktisch cool – John Lewis
NEW YORK. Relativ „weiß“ und europäisch kopflastig klang meist die Musik des afroamerikanischen Pianisten John Lewis. Mit seinem „Modern Jazz Quartet“ pflegte er ab Anfang der fünfziger Jahre barocke Linienführung und Kontrapunktik – und brachte den derart domestizierten und „kultivierten“ Jazz in nachkriegsdeutsche Schulstuben. Jazz ohne Anrüchigkeiten seiner Geburtsstadt New Orleans, keine „Niggermusik“ mehr… Stattdessen:…
-
Jazz-Kultur hinter Klostermauern
SCHWÄBISCH HALL. Inzwischen gelangt der regelmäßige Jazz auf der Haller Comburg zur beständigen und beliebten Einrichtung. Gäste sind hier Pädagogen, die auf der vom Benediktinerkloster zur Lehrerfortbildungsakademie gewandelten Burganlage weilen als auch Interessierte aus dem Umland. Insgesamt ein konzentriert lauschendes Publikum, welches sich gerne begeistern lässt. Zum Konzept der viele Genres umfassenden Konzertreihe gehört es,…
-
Von der Altstimme nichts Neues – Diana Krall
STUTTGART. Nur gedämpfte Beachtung fand Diana Krall mit ihrer CD „Stepping Out“, die 1993 bei dem deutschen Label „Enja“ herauskam – das Cover zeigte die Künstlerin großformatig mit relativ kurzen brünetten Haaren. Einen netten und fast biederen Eindruck hinterließ sie da rein optisch. Doch ab 1999 erregte die Kanadierin Aufsehen mit durchgestylten Fotos, die ihr…
-
Zum 20. Jubiläum eine CD
LUDWIGSBURG. Volljährig ist das Landesjugendjazzorchester Baden-Württemberg bereits, und als eigenes Geschenk zum runden 20. Geburtstag im nächsten Jahr wurde eine CD auserkoren. Dazu weilten die swingenden Talente erneut in den Ludwigsburger „Bauer Studios“: ein Wochenende lang hartes Arbeiten in der Markgröninger Straße 46 – eine Adresse, die weltweit einen klingenden Namen genießt. Die von Professor…
-
Im Osten nichts Neues?
Nürnberg. Als 1966 in Nürnberg erstmals die Biennale „Jazz Ost West“ inszeniert wurde, swingten in deutschen Landen eigentlich nur zwei andere Festivals, nämlich eines in Berlin und eines in Frankfurt. Mittlerweile soll es hier über dreihundert Festivitäten geben, bei denen (an mehreren Tagen) kompakt verschiedene Bands präsentiert werden. Ein Überangebot – zweifellos. Bei der Konkurrenz…
-
Zwischen Erinnerungen und Cyber-Space
DONAUESCHINGEN. 1950, genau vor einem halben Jahrhundert also, begann die fruchtbare Zusammenarbeit des Südwestfunks mit dem vormals auf Kammermusik konzentrierten Novitäten-Festivals von Donaueschingen. Der Rundfunksender prägte von nun als Hauptsponsor auch inhaltlich die Tage für Zeitgenössische Tonkunst. Uraufführungswerke für das hauseigene Sinfonieorchester gerieten zu den herausragenden Ereignissen, Live-Elektronik und Hörspiel fanden zunehmend eine förderndes Podium.…
-
Von der Weite und Enge des Bühnenraums
STUTTGART. Und man siehet die im Lichte, den im Dunkeln sieht man nicht… oder nur sehr dürftig. Der Bandleader degradiert sich optisch zur Backgroundfigur, von seinen Mitspielern akustisch durch Plexiglasscheiben getrennt. Ein Ohrenleiden zwingt seit mehreren Jahren Charlie Haden zu derlei „live“-Maßnahmen.Auch auf der Bühne vom Stuttgarter Beethovensaal postierte sich der Bassist mehrere Meter weit…
-
„Jazz & More“ vom Schwarzen Meer
München. So manches Festival, welches mehr als nur den vermeintlich reinen Jazz präsentieren will, wandelt dann auf kommerziell ergiebigen Pop-Pfaden. Ganz anders das bewährte Unternehmen „Jazz & More“ in München. Auch die Ausgabe für das viel bemühte Milleniumsjahr 2000 stellte eine Menge von kreativ-experimentellen Ausdrucksformen vor, die häufig Folklore und Zeitgenössische Musik adaptiert hatte. Zwanzig…
