Die lange John Zorn Nacht in SWR 2 am 1. September 2013

John Zorn: Photo: Frank Schindelbeck

John Zorn gehört zu den interessantesten und schillerndsten Musikerpersönlichkeiten der Gegenwart. Sein Werk ist ein atemberaubendes Plädoyer für Vielfalt. Kein anderer Komponist, Improvisator und Saxophonist hat mehr dafür getan, Menschen das „omnivore Hören“ nahezubringen, das neugierige, tolerante, offene Hören über sämtliche Stil- und Gattungsgrenzen hinweg, frei von jeder Hierarchie zwischen „populärer“ und „hoher“ Kultur. „Es gibt so viele Stile“, sagt er, „Ich liebe sie alle.“ Dabei hat sich Zorn nicht nur Freunde gemacht. Der New Yorker fiel öfter als Provokateur der Downtown-Szene auf, der mit seinen Sounds und Thesen aneckt und polarisiert. Am 2. September wird der New Yorker Komponist, Altsaxophonist, Bandleader und Labelchef 60 Jahre alt.

SWR2 widmet dem Werk dieses Musikers eine sechsstündige Sendung, die sich ebenso unterhaltsam wie kritisch-informativ mit ihm auseinander setzt. Zu hören sein werden darin – unter anderem:

  • Zorns originelle Tribute an vergessene Größen der Jazzgeschichte (Kenny Dorham, Sonny Clark, Hank Mobley)
  • die mitreißende Musik seines Jazz-Quartetts „Masada“
  • experimenteller Jazz mit den Kult-Bands „Naked City“, „Painkiller“ und „Moonchild“
  • Neue Musik mit Zorns Streichquartetten und Orchestral Works
  • Weltmusik und World-Jazz im Rahmen der von John Zorn entwickelten CD-Reihe „Book of Angels“
  • Filmmusiken aus seiner inzwischen auf 25 Alben angewachsenen Reihe „Filmworks“
  • • Improvisationsprojekte, in denen Zorn die Koordinaten zwischen Improvisation und Komposition neu definiert hat (z. B. „Cobra“ )

»John Zorn ist für mich das Optimum des postmodernen Multitaskings«, sagt der Gitarrist Tim Sparks, »er bewegt sich in so vielen verschiedenen Welten.«
Was macht den Kern der Zorn’schen Ästhetik aus? Worin besteht seine Besonderheit? Was ist die Verbindung zwischen all den verschiedenen Musiken, die Zorn macht? Warum wirkt sein Werk auf andere Musiker so faszinierend und attraktiv? Und in welche Richtung entwickelt sich der Kompo¬nist und Saxophonist John Zorn weiter? Fragen, neben vielen anderen, denen die Lange-John-Zorn-Nacht nachgeht.

Die Lange-John-Zorn-Nacht ist Eine Produktion des Südwestrundfunks, angeschlossen sind MDR Figaro, Bayern 2 Plus, Nordwestradio und NDR Kultur. Und für alle jene, die keine Nachteulen sind, gibt es auch noch eine positive Nachricht: man kann die Sendung 7 Tage nach Ausstrahlung online nachhören: unter www.swr2.de/musik