David S. Ware – Surrendered / corridors & parallels

David S. Ware
Surrendered

Columbia CK 63618, rec. 2000

David S. Ware Quartet
corridors & parallels

AUM Fidelity, rec. 2001

David Spencer Ware ist vermutlich der Saxophonist, der das Coltrane’sche Erbe bis zum heutigen Tag am intensivsten weiterträgt. Mit seinen Mitmusikern im  Quartet Matthew Schipp, piano (synth. auf corridors & parallels) und William Parker (b) spielt er schon seit vielen Jahren zusammen, der Schlagzeuger Guillermo E. Brown gehört zwar noch nicht so lange zur Formation aber auch mit ihm  gelingt es dieser Gruppe wie kaum einer anderen ein aufeinanderbezogenes, dichtes Zusammenspiel zu entwickeln.  
Auf der CD „Surrendered“ hören wird das akustische Quartett – natürlich den „freien“ Ware, mit seinem offenen, oft überblasenen ekstatischen Ton. Die Stücke sind oft durchaus eingängig, ostinate patterns der Rhythmusgruppe geben das Spielfeld für die freien Eskapaden des Leaders, wie im  hymnischen „Surrendered“ oder dem fidelen „Glorified Calypso“. Das grandiose „African Drums“ mag manchen Zuhörer allzu sehr an „My Favourite Things“ erinnern….

Bei der AUM-Scheibe „corridors & parallels“ geht das Quartet noch etwas freier zur Sache. Neu ist in dieser Besetzung die Verwendung des Synthesizers durch Matthew Shipp. Es gibt genügend schlechte Beispiele für den Ersatz eines ordentlichen Pianos durch elektronisches Spielzeug aber auf dieser Platte ist das Experiment mehr als geglückt. Weit davon entfernt die CD durch synthetische Sounds erstarren zu lassen wird hier der Synthesizer auf eine den Sound bereichernde, geradezu organische Weise in das Quartett integriert. Auf der Platte finden sich kurze freie Einsprengsel, dominiert von Synthesiver, drums und Bass –  gefolgt von freien und zugleich im Zusammenspiel extrem dichten Stücken.  Highlight der CD ist das Titelstück „corridors & parallels“ – ein von schwebendem Synthesizer umfangenes Stück, unterlegt von einem dichten Rhythmusteppich – mit dem wunderbar kontrastierendem Ware-Saxophon gegen den elegisch gestrichenen Bass von William Parker. Toll.

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