Tage Improvisierter Musik in Wiesbaden: Humanoise Congress 2016

Humanoise 2016 in Wiesbaden

Zusammenkünfte zur Erzeugung menschlichen Lärms gibt es eigentlich mehr als genug. In den seltensten Fällen allerdings dienen sie auch der bewussten Wahrnehmung und musikalischen Gestaltung des dargebotenen Rohstoffes an Tönen, Klängen, Lauten, Geräuschen oder – in besonders schönen Momenten – : Stille.

Ein solcher Schutzraum des Hörbaren und eine Schonzeit für rücksichtslos und zwangsweise zugeschüttete Gehörgänge ist, heuer zum 28. Mal, der HumaNoise congress: ein Zeit-Raum zur Schärfung und zugleich zum Genuss des auditiven Wahrnehmens, der allen menschenmöglichen akustischen Phänomenen das Potential musikalischer Qualität unterstellt.

Dementsprechend bringen die Musikerinnen und Musiker des HumaNoise mit ihrem Instrumentarium auch ungewöhnliches klangliches Material ins Spiel; mit einem Instrumentarium, das mit drei Streichern, zwei Holz- und zwei Blechbläsern und je einmal Akkordeon, Perkussion und Elektronik in diesem Jahr schon fast konventionell anmutet. Meistenteils in vielen musikalischen Genres zuhause, verfügen sie über ein reiches, ausgefeiltes Vokabular klanglicher Ausdrucksmittel, das die vordergründigen Verlockungen bloßen Collagierens zielsicher umschifft.

Internationalität ist schon immer ein Kennzeichen des HumaNoise und ein weiteres Bild für das grenzüberschreitende und vielsprachige Wesen Improvisierter Musik. Die diesjährigen Teilnehmer*innen stammen aus sieben verschiedenen Ländern zwischen 10° westlicher und 45° östlicher Länge sowie dem 35. und 60. Grad nördlicher Breite.

In Wiesbaden (50° 5’ nördl. Breite, 8° 14’ östl.Länge) treffen sie größtenteils zum ersten Mal zusammen und auch darin liegt ein wesentliches Kontinuum des HumaNoise congress: statt der Präsentation bereits bestehender Ensembles stehen hier Besetzungen im Mittelpunkt, deren Musik von der langjährigen Improvisationserfahrung der Spielerinnen und Spieler ebenso sehr lebt wie von der Frische, Spannung und Überraschung der ersten Begegnungen.

 Die Konzertabende versprechen mit Konstellationen vom Duo bis zum Tutti hochkarätigen Genuss und reichhaltige Nahrung für den Hörsinn. Weitere Einblicke in den spannenden Entstehungsprozess Improvisierter Musik jenseits des konzertanten Rahmens bieten bei freiem Eintritt öffentliche Proben am Samstag und Sonntag von 15 bis 17 Uhr.

artist-wiesbaden.de

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