
Geräusche stellt man sich beim Träger des Hessischen Jazzpreises als rhythmisches Kratzen der Schreibfeder auf dem Papier vor – vielleicht ist es aber auch das getaktete Klappern einer Tastatur: Der Musikkritiker und Jazzautor Wolfgang Sandner erhält den Hessischen Jazzpreis 2026. Die Auszeichnung wird am 26. September 2026 in der Bessunger Knabenschule in Darmstadt überreicht. Die Preisverleihung wird in diesem Jahr in den Darmstädter Jazzherbst eingebunden und mit einem Hessischen Jazzpodium verbunden.
Sandner gehört seit Jahrzehnten zu den profilierten Autoren des deutschen Musikjournalismus. Bevor er 1981 zur Frankfurter Allgemeinen Zeitung wechselte, arbeitete er als Produzent für das Plattenlabel Wergo. Fast drei Jahrzehnte war er anschließend als Musikredakteur der FAZ tätig. Bis heute schreibt er regelmäßig Kritiken für die Zeitung.
Neben seiner journalistischen Arbeit veröffentlichte Sandner mehrere Bücher. Dazu gehören Biografien über Miles Davis und Keith Jarrett sowie eine Publikation über das Schaffen von Heiner Goebbels. Jazz begleitet damit einen wesentlichen Teil seiner Arbeit als Kritiker und Autor.
Der hessische Kunst- und Kulturminister Timon Gremmels begründete die Entscheidung unter anderem mit Sandners langjährigem Einfluss auf die öffentliche Wahrnehmung des Jazz. Dessen journalistische Arbeit habe dazu beigetragen, Jazz als bedeutendes zeitgenössisches Musikgenre wahrzunehmen und zugleich seine Traditionslinien und seine Bedeutung für musikalische Innovation zu vermitteln.
Für die Verleihung des Hessischen Jazzpreises kehrt auch das Hessische Jazzpodium zurück. Nachdem das Format im vergangenen Jahr gestrichen worden war, wird der Darmstädter Jazzherbst 2026 entsprechend erweitert. Darmstadt richtet das Jazzpodium nach 1996, 2002, 2008, 2016 und 2018 damit zum sechsten Mal aus.
Musikalisch wird der Abend von Müller + Mahall Moden und Fulsome X gestaltet. Das Doppelkonzert mit Preisverleihung beginnt am 26. September um 20 Uhr in der Bessunger Knabenschule. Der Eintritt kostet regulär 22 Euro, ermäßigt 15 Euro. Besucher unter 21 Jahren sowie Inhaber einer Teilhaber-Card zahlen an der Abendkasse 5 Euro.
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