Für das Morgenland Festival Osnabrück 2026 hat am 6. März der Vorverkauf begonnen. Das Festival findet vom 29. Mai bis 6. Juni statt und nutzt erneut unterschiedliche Orte in der Stadt als Bühnen für ein Programm, das musikalische Traditionen, Gegenwartskunst und stilistische Grenzgänge zusammenführt. Auf dem offiziellen Programm stehen unter anderem Konzerte in der Lagerhalle, der Kunsthalle Osnabrück, in St. Marien, der Bergkirche, der Kleinen Freiheit und in der Botschaft. Kuratiert wird das Festival von Shabnam Parvaresh.
Das Profil des Festivals bleibt dabei klar erkennbar: Im Mittelpunkt stehen Künstler und Projekte, die sich nicht an festen Genregrenzen orientieren. So treffen in Osnabrück auch 2026 unterschiedliche musikalische Prägungen, regionale Herkünfte und ästhetische Ansätze aufeinander. Im Programm finden sich Formationen wie Avalanche Kaito, El Khat, das Ensemble Musikfabrik, Sanem Kalfa, das Tania Giannouli Trio, Saba Alizadeh und Pietro Caramelli, Kamilya Jubran und Sarah Murcia mit YOQAL sowie AMMAR 808.
Auffällig ist erneut die Bandbreite der eingeladenen Positionen. Avalanche Kaito steht für eine Musik, in der westafrikanische Traditionen auf eine kantige, rhythmisch dichte Gegenwartssprache treffen. El Khat arbeitet mit selbstgebauten Instrumenten und erweitert historische Bezüge aus dem Jemen in Richtung eines eigenwilligen, rauen Bandsounds. Auch das Ensemble Musikfabrik ist im Programm vertreten. Das in Köln ansässige Ensemble bringt ein eigens für das Festival kuratiertes Programm nach Osnabrück.
Im weiteren Verlauf des Festivals verschieben sich die Perspektiven zwischen Jazz, improvisierter Musik, zeitgenössischer Kammermusik und elektronisch geprägten Formaten. Die Sängerin Sanem Kalfa ist ebenso angekündigt wie die griechische Pianistin Tania Giannouli. Mit Saba Alizadeh und Pietro Caramelli steht zudem ein Projekt auf dem Programm, das elektroakustische Klanggestaltung in den Mittelpunkt rückt. Kamilya Jubran und Sarah Murcia sind mit ihrem Duo YOQAL zu erleben, während der tunesische Produzent AMMAR 808 am 6. Juni in der Botschaft den Festivalabschluss mit einem Set zwischen Clubästhetik und nordafrikanischen Bezügen markiert.
Das Morgenland Festival Osnabrück beschreibt sich selbst als Laboratorium für die Musik von morgen. Dieser Anspruch zeigt sich auch 2026 in einem Programm, das Begegnungen ermöglicht, ohne Unterschiede einzuebnen. Gerade darin liegt die Stärke des Festivals: Es setzt auf Reibung, Austausch und auf Musik, die aus unterschiedlichen Traditionen heraus in neue Kontexte tritt.
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