Atelier 47 in Ladenburg schließt

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In den vergangenen Tagen hatte es sich bei facebook schon abgezeichnet. Ein vergifteter Kommentar einer Nutzerin hier, statt eines Profilbildes gestern nur noch ein Trauerschwarz da, und heute dann die quasi offizielle Nachricht des Veranstalters der Reihe „Philleicht Jazz?!“:

„Heute leider eine schlechte Nachricht! Mein hoch geschätzter Partner Siegmund Eibel hat, ohne mich zu fragen, unsere Räume gekündigt! Das Atelier 47 und somit auch Philleicht Jazz?! wird es nicht mehr geben! An diesem wundervollem Ort, an dem es irrsinnig schöne, erfrischende und wundervolle Begegnungen gab, werden nun wohl Sommermöbel von der Kneipe nebenan untergestellt! Ich persönlich bin voller Trauer!“

Für alle Jazzfreunde der Region ist das natürlich ebenfalls eine traurige Nachricht, hatte das Atelier 47 doch einen kleinen aber feinen Raum für hochinteressanten Jazz in Duo- und Soloformationen geboten, eine Veranstaltungsreihe die kürzlich sogar in einem Konzert des Jazz-Weltstars Nils Petter Molvaer gipfelte. Das Konzept war bestechend: der winzige Raum eines ehemaligen Ladens, an den Wänden bildnerische Kunst und etwa einmal im Monat ein Konzerttermin in kleiner Besetzung, für eine fast ebenso kleine Schar von Zuhörern, die sich für Jazz und Jazzverwandtes begeistern können.

Deren Zahl ist zwar überschaubar aber die „Hütte“ war damit doch meistens voll. Es ist bezeichnend für die rührige Arbeit von Phil Leicht, dass sich die Existenz des Atelier 47 im Jazz-Bewusstsein der Metropolregion schon tief verankert hatte – ich selbst war überrascht festzustellen, dass die erste Jazz-Veranstaltung im Atelier gerade einmal vor knapp mehr als einem Jahr stattfand. Eine Sternschnuppe am kleinen Jazz-Himmel der Metropolregion also? 

In dieser Phase ist kaum absehbar, ob und wie es mit der Jazz-Reihe eventuell an einem anderen Ort weiter gehen kann, die Planung für die nächsten Konzerte sind zumindest abrupt Makulatur geworden. Ob sich das Engagement auf einen anderen Veranstaltungsraum übertragen lässt und sich der doch sehr eigene Charme des Atelier 47 „mitnehmen“ lässt ist fraglich

Was immer die Hintergründe der Querelen zwischen den Betreibern gewesen sein mögen – das Ergebnis ist ein herber Verlust nicht nur für die Ladenburger Kulturszene. Phil Leicht möchte man zurufen: „Jedem Ende wohnt ein Anfang inne.“ 

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