Mit ersten Programmbestätigungen gibt das Jazzfestival Saalfelden einen frühen Einblick in die Ausrichtung der 46. Festivalausgabe. Bereits zur Eröffnung setzt das Festival ein deutliches Signal für aktuelle Positionen aus Österreich und verbindet diese mit international geprägter Avantgarde.

Den diesjährigen Kompositionsauftrag erhält die Saxophonistin Yvonne Moriel, die das Festival auf der Mainstage eröffnen wird. Moriel ist dem Publikum in Saalfelden Leogang seit Jahren vertraut und zählt zu den prägenden Stimmen der jüngeren österreichischen Jazzgeneration. Ihre Ausbildung führte sie nach Linz, Wien und Zürich, ihre musikalische Arbeit bewegt sich zwischen Jazz, Improvisation und elektronischen Verfahren. Engagements in größeren Ensembles ebenso wie in kleineren Formationen und genreübergreifenden Projekten prägen ihr Profil. Eigene Veröffentlichungen verbinden improvisatorische Konzepte mit elektronischen Strukturen, Dub-Anleihen und Einflüssen aus Hip-Hop und Clubmusik. Mit dem Kompositionsauftrag unterstreicht das Festival seine Rolle als Plattform für eigenständige künstlerische Entwicklungen aus dem heimischen Umfeld.

Internationale Akzente setzen unter anderem Chicago Underground Duo. Trompeter Rob Mazurek und Schlagzeuger Chad Taylor präsentieren ihr aktuelles Album Hyperglyph, das nach längerer Veröffentlichungspause entstanden ist. Die Musik des Duos verbindet frei improvisierte Passagen mit elektronisch erweiterten Grooves und ruhigen, kontemplativen Momenten. Folk-Bezüge stehen dabei ebenso gleichberechtigt neben offenen, zukunftsorientierten Klangkonzepten. Hyperglyph wurde von der New York Times zu den besten Jazzveröffentlichungen des Jahres 2025 gezählt und markiert eine Rückkehr des Duos in konzentrierter, reduzierter Form.
Ebenfalls angekündigt ist ein Auftritt von Yeah NO, einer Formation, die seit den 1990er-Jahren als Referenzpunkt der New Yorker Jazz- und New-Music-Szene gilt. Das Quartett um Chris Speed, Jim Black, Skúli Sverrisson und Cuong Vu entwickelte früh eine eigenständige Klangsprache, in der Jazz, Rock-Energie, Minimal Music und Einflüsse osteuropäischer Folktraditionen zusammenfinden. Der Auftritt in Saalfelden bietet die seltene Gelegenheit, dieses Projekt in seiner Originalbesetzung live zu erleben.

Auch visuell gibt das Festival einen Ausblick auf 2026. Das neue Sujet interpretiert Saalfelden Leogang in einer spielerischen, zeitgenössischen Bildsprache, in der markante Gebäude und Landschaftselemente des Orts miteinander verschmelzen. Der Entwurf stammt von Marie Peiskammer, Studentin im Studiengang MultiMediaArt an der FH Salzburg, und ging als Siegerarbeit aus einem Gestaltungswettbewerb hervor, der im Rahmen der Lehrveranstaltung Kommunikationsdesign unter der Leitung des Berliner Grafikdesigners Martin Gnadt stattfand. Die Illustration wird das visuelle Erscheinungsbild des Festivals 2026 prägen.
Begleitend zum Programm steht die JAZZ SAALFELDEN App als digitaler Festivalguide zur Verfügung. Sie bündelt Programminformationen und organisatorische Hinweise und ermöglicht es, über Push-Benachrichtigungen kurzfristige Änderungen oder aktuelle Hinweise zu erhalten.
Mit dem offiziellen Start des Vorverkaufs ist zudem der erste organisatorische Schritt in Richtung Festivalsommer 2026 gesetzt. Tickets für die kostenpflichtigen Konzerte auf der Mainstage und in der Otto-Gruber-Halle sowie für die Formate Short Cuts und WE HIKE JAZZ sind ab sofort online erhältlich.
| Jazzfestival Saalfelden 2026
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| Jazzfestival Saalfelden 2023 – Jazzthetik Artikel von Gert Filtgen / Photos: Schindelbeck
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