Richie Beirach (1947 – 2026)

Am Montag verstarb nach längerer Krankheit der US-Pianist Richie Beirach im Alter von 78 Jahren in einem Wormser Krankenhaus. In Brooklyn geboren, erhielt er bereits als Kind eine fundierte klassische Klavierausbildung und studierte später an der Berklee School of Music. Er lebte lange in New York; im Jahr 2001 wurde er zum Professor an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig ernannt und unterrichtete dort über viele Jahre.

Seine Meisterschülerin Regina Litvinova lebte zu dieser Zeit in der Pfalz, genauer in Heßheim bei Frankenthal, und lud ihn dorthin ein. Beirach blieb und lebte mit ihr sowie mit dem ebenfalls dort ansässigen Schlagzeuger Christian Scheuber in ländlicher Umgebung. Es kamen immer wieder musikalische Gäste, mit denen sie gemeinsam musizierten, live spielten oder ins Studio gingen. Zu ihnen zählte auch sein langjähriger Freund Dave Liebman. Von beiden existieren eindrucksvolle Duoaufnahmen; sie verstanden sich musikalisch blind.

Beirach machte Aufnahmen mit John Abercrombie, Jack DeJohnette oder auch mit George Adams für ECM. Mit Wayne Shorter, Jack DeJohnette, Eddie Gomez und Dave Liebman spielte er ein Tribute to Coltrane für Columbia Records ein. Es gibt viele Facetten seines musikalischen Schaffens zu entdecken, darunter Aufnahmen mit Astor Piazzolla für Mediaphon oder eine Hommage an Wolfgang Amadeus Mozart im Duo mit Mick Baumeister. Auch Projekte mit Zbigniew Seifert oder Terumasa Hino zeigen die außergewöhnliche Bandbreite seines Spiels.

Photos: Manfred Rinderspacher

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© 1997 – today | ISSN 2751-4099

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