Jazznetz Deutschland

 




VLEESCH en VISCH
Rob Sprinkhuizen, dr
Rik Fennis, g
Jo Didderen, b
A-Records, rec. 1995

Erfrischend frech und respektlos kommen die drei Musiker gleich mit ihrem ersten Stück daher: "Aufmachen"als unmißverständliche Aufforderung an die Ohren der Zuhörer. Gleich darauf greifen sie sich Klassiker von Ornette Coleman, Thelonious Monk oder Oliver Nelson. Sie gehen stürmisch und mit hörbarer Freude daran die Teile auseinanderzunehmen, mit einem Schuß Rock gemixt wieder zusammenzusetzen und Musik für den "Bauch" zu machen. Aus den Niederlanden kennt man ja einige Gruppen die ähnlich eigensinnige Musik machen, sich ihren Teil aus dem Jazz-Fundus zusammensammeln und weiß Gott wo noch in der Musikgeschichte bedienen und damit ihre eigene originelle Musik basteln - Willem Breuker, Wierbos/Kuiper/Kemenade seien hier stellvertretend genannt.

Auch diese drei Musiker schaffen ein wechselvolles Zusammenspiel, abwechslungsreich und spannend. Das Spektrum reicht über die Bearbeitung von Klassikern weit hinaus, ihre eigenen Stücke, vornehmlich von Bassist Didderen und Gitarrist Fennis stehen den "Standards" in nichts nach. Fennis ist ein flinker Gitarrist mit einem Sound, der ein wenig an Scofield erinnert

Die drei kombinieren nach Belieben - da wird in einem Moment noch ganz konventionell ein Baßsolo auf dem akustischen Baß gezupft, die Gitarre perlt in gediegenen Läufen - schon wird im nächsten Stück ein groovender e-bass-Teppich gezaubert , Fennis läßt die Gitarre in Hard-Rock-Manier kreischen und Sprinkhuizen hämmert sein Schlagzeuggewitter dazu.

Was will man mehr - Musik, immer mit einem Ohr in der Jazztradition aber mit eigenem Kopf gespielt - nennt es Jazz oder Rock oder einfach die Musik von SF&D...

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