ACHTUNG  Wegen der Corona-Krise sind die Einträge im Konzertkalender nicht mehr aktuell, die Zahl der Absagen (und fehlende Push-Informationen dazu) ist derzeit zu hoch, um die Korrektheit der Daten zu garantieren. Bitte im Zweifel derzeit *immer* selbst vergewissern, ob eine Veranstaltung tatsächlich stattfindet. ACHTUNG

Bitte beachten Sie, dass für die Korrektheit der Termine keine Gewähr übernommen werden kann. Bevor Sie sich auf den Weg machen, versuchen Sie bitte zu klären, ob die Veranstaltung tatsächlich stattfindet. Änderungen bei Terminen werden uns gelegentlich nicht mitgeteilt. Hinweise auf falsche Angaben sind stets erwünscht.

Lade Veranstaltungen

« Alle Veranstaltungen

  • Diese Veranstaltung hat bereits stattgefunden.

Rotwelsch (LAD)

Rotwelsch horcht zurück in eine Zeit, in der Musikanten in einen Topf mit fahrendem Gesindel, mit «Zigeunern», mit den jüdischen reisenden Händlern, den Ganoven, Räubern und Banditen geworfen wurden. Rotwelsch war ihre Sprache, deren Ausläufer bis heute in Parallelgesellschaften florieren. Sie bietet einen faszinierenden Zugang zu eigentümlichen Identitäten am Rande der bürgerlichen Gesellschaft, die trotz argwöhnischer Blicke der Arrivierten einen grossen Einfluss auf die abendländische Kultur hatten.

Während der Alltag dieser Randgänger hart und mit zahlreichen Entbehrungen verknüpft war, fanden idealisierte Vertreter dieser Welt den Weg auf die Bühnen und in die Romane des Bürgertums – Franz Moor aus Schillers «Die Räuber», Kleists «Michael Kohlhaas», die Banditen und «Zigeuner» der Operetten ebenso wie die «Bergkatzen» und «Räuberprinzessinnen». Raubeinige Wegelagerer mit grossen Gefühlen, gesellige Runden unter Alkoholeinfluss am Lagerfeuer, Verwirrspiele, Finten und Manöver, die ihren Ausgang mal mit operettenhaftem Happy End, mal am Galgen nahmen, unterhielten die Massen bestens.

Die Musik von Rotwelsch bezieht sich spielerisch und schalkhaft auf diese kreative und sprachschöpferische Kultur sowie ihre romantisierte Spiegelung in der literarischen Welt. Eigenkompositionen mit Wurzeln in der Jazztradition und sprechenden Titeln wie «Vagabundenherz» oder «Verirrungen auf der Gefühlsschlachtbank» schielen zum grossen Pathos, während Stücke wie «Dirnengeplapper» vor Lautmalerei keinen Halt machen. Kraft und Spontaneität bezieht Rotwelsch aus der improvisierten Musik. Statt dem Real Book dienen unvergessene Klassiker der Operettenwelt als Basis für Neuinterpretationen («Ich knüpfte manche zarte Bande», «Schwarze Ninetta»). Rotwelsch vagabundiert zwischen diesen musikalischen Welten und wagt den Drahtseilakt zwischen Kunst, Krach und Kitsch.

Philipp Maria Rosenberg – Piano

Florian Kolb – Doublebass

Chris Massey – Drums

Partner der Jazzpages (erkennbar am verlinkten Jazzpages-Logo auf deren Website) sind derzeit der Jazzarchitekt in Wiesbaden, Studiobühne FürthIG-Jazz Rhein-NeckarBlueNite WormsJazzclub HeidelbergForum Kultur HeppenheimKonzerte am Neckardie Jazzinitiative Bingen, das Jazzhaus Heidelberg, der Jazzclub Karlsruhe, die Reihe von „Kultur Tandem” in Heidelberg, das Leicht & Selig in Ladenburg, in Zwingenberg, das Theater Mobile – deren Termine sind komplett im Jazz-Kalender der Jazzpages gelistet (wegen der Arbeiten an der Site derzeit doch noch nicht komplett ;-).

Schreibe einen Kommentar

Scroll Up